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Verfassungsänderung soll Erdogan erneute Amtszeit ermöglichen

CORRECTS NAME OF THE STATE RESIDENCE - Turkish President Recep Tayyip Erdogan, awarded with The Order of Manas, speaks during a ceremony at Yntymak Ordo State Residence in Bishkek, Kyrgyzstan, Tuesday ...
Der Regierungspartner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan schlägt eine Verfassungsänderung vor, um ihm eine erneute Kandidatur bei kommenden Präsidentschaftswahlen zu ermöglichen.Bild: keystone

Verfassungsänderung soll Erdogan erneute Amtszeit ermöglichen

05.11.2024, 13:3705.11.2024, 13:37

Der Regierungspartner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan schlägt eine Verfassungsänderung vor, um ihm eine erneute Kandidatur bei kommenden Präsidentschaftswahlen zu ermöglichen.

Erdogans Wiederwahl sei eine «natürliche und richtige» Wahl, sagte der Chef der ultranationalistischen MHP-Partei, Devlet Bahceli. «Gehört es in diesem Zusammenhang nicht zu unseren kommenden Aufgaben, die notwendigen verfassungsrechtlichen Regelungen zu treffen?»

Erdogan darf laut türkischer Verfassung bei den für 2028 vorgesehenen regulären Wahlen nicht mehr kandidieren. Eine Ausnahme sind vom Parlament verfügte Neuwahlen: In dem Fall darf der Präsident ein weiteres Mal antreten. Die Regierung und ihre Partner verfügen derzeit nicht über die für Neuwahlen oder eine Verfassungsänderung nötige Drei-Fünftel-Mehrheit.

Beobachter sahen daher kürzliche Aussagen von Bahceli über einen möglichen neuen Friedensprozess zwischen dem türkischen Staat und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK als Versuch, die prokurdische Partei Dem auf die Seite des Regierungsbündnisses zu ziehen und sich so die erforderliche Mehrheit zu sichern. (sda/dpa)

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Puki
05.11.2024 14:58registriert August 2019
Ist jetzt nicht wirklich überraschend, dass der Erdi sowas versuchen wird. Das ist einfach nur die logische Konsequenz bei solchen Leuten. Alle diese Populisten und Möchtegern Diktatoren sind gleich, unabhängig von Land, Religion, Reichtum und politischer Ausrichtung. Sobald sie mal an der Macht sind, geben sie diese nicht mehr her. Hoffen wir, dass morgen im mächtigsten Land der Welt, die Vernunft siegt.
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re-spectre
05.11.2024 14:23registriert Dezember 2019
Bei massgeschneiderten Verfassungsänderungen, die nur dazu dienen, einen masslosen Machtmenschen nicht zurück insnormale Leben zurück zu begradigen, sollten die Gesellschaften harsch und kompromisslos auf totale Blockade setzen. Kein Mensch sollte mehr als ein Jahrzehnt auf seinem Thron kleben. Da sind die Amerikaner fortschrittlich. Russland hingegen hat sich auch den Wünschen eines machtversessenen Schalthebelklebers gefügt. Ein Fehler. Die UNO sollte Länder automatisch ausschliessen, deren 'Führer? nach 10 Jahren nicht ausgewechselt werden. Wäre auch bei Merkel gut gewesen. Bescheidenheit!
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Rannen
05.11.2024 18:46registriert Januar 2018
Ist doch klar die Autokraten weltweit wollen sich die Amtszeit bis ins Grab sichern! Da ist er in guter Gesellschaft!! Und gewinnt Trump kommt noch ein weiterer hinzu
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