Schneeregen
DE | FR
21
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
International
Ukraine

Atomkraftwerk Saporischschja wird heruntergefahren

Atomkraftwerk Saporischschja wird heruntergefahren

11.09.2022, 12:26

Das von russischen Truppen besetzte und immer wieder beschossene Atomkraftwerk Saporischschja wird vollständig heruntergefahren. «Es wurde entschieden, den Reaktorblock Nummer sechs in den sichersten Zustand – den Kaltzustand – zu versetzen», teilte die ukrainische Atombehörde Enerhoatom am Sonntag auf ihrem Telegram-Kanal mit.

FILE - This satellite image from Planet Labs PBC shows the Zaporizhzhia nuclear power plant occupied by Russian forces, in Ukraine on Aug. 28, 2022. Ukraine
Das AKW Saporischschja wurde heruntergefahren.Bild: keystone

Laut Enerhoatom arbeitete das AKW in den letzten drei Tagen bereits im «Inselbetrieb», das heisst, es produzierte nur noch Strom zur Eigenversorgung, weil alle Verbindungslinien zum ukrainischen Stromnetz durch ständigen Beschuss unterbrochen worden seien. Am Samstagabend sei dann eine Leitung zum Stromnetz wieder hergestellt worden. Daraufhin sei entschieden worden, das AKW über diese Leitung zu versorgen und den letzten funktionierenden Reaktorblock abzuschalten und auf den sicheren Kaltzustand herunter zu kühlen.

Von russischer Seite wurde die Abschaltung des Kernkraftwerks bestätigt. Der Reaktorblock sechs sei gegen vier Uhr morgens Ortszeit (3.00 Uhr MESZ) langsam und im Sicherheitsmodus heruntergefahren worden, teilte ein Vertreter der russischen Atombehörde, Rosatom, mit.

Stromversorgung gewährleistet

Die Stromversorgung der Kraftwerksstadt Enerhodar sei trotzdem gewährleistet, betonte derweil der vom russischen Militär eingesetzte Bürgermeister Alexander Wolga der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Der Chef der russischen Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, Wladimir Rogow, erklärte zugleich, dass das AKW derzeit über Dieselgeneratoren weiter mit Strom versorgt werde, um die Kühlung zu gewährleisten.

Das AKW befindet sich seit Wochen unter Beschuss. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation der Lage rund um die Nuklearanlage. Bereits im August erfolgte deswegen eine Notabschaltung des Kraftwerks. Beide Kriegsparteien machten sich damals gegenseitig dafür verantwortlich. Unabhängig können die Angaben nicht überprüft werden.

Eine Sondermission der Internationalen Atombehörde IAEA sollte die Sicherheit der Anlage gewährleisten. Die Delegation unter Leitung von IAEA-Chef Rafael Grossi konnte Anfang September das AKW besuchen. Der Grossteil der Experten reiste jedoch noch am gleichen Tag wieder ab, nur zwei IAEA-Mitarbeiter verblieben vor Ort. Der Beschuss des Kernkraftwerks setzte sich anschliessend fort. Die Atombehörde nannte das Unfallrisiko in seinem Untersuchungsbericht «signifikant» und forderte zuletzt, eine Schutzzone um das Kraftwerk zu errichten. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

21 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Einer mit interkantonalem Migrationshintergrund
11.09.2022 14:33registriert April 2021
Besser Europa lernt auch hieraus, dass wir weg von AKWs kommen, die uns spätestens in grossen Krisen enorm verletzlich und erpressbar machen und einen vorher stark abhängig von Russland halten.
3111
Melden
Zum Kommentar
21
US-Aussenminister Blinken besucht Israel und Palästinensergebiete

Inmitten einer neuen Welle der Gewalt in Nahost besucht US-Aussenminister Antony Blinken von Montag an Israel und die Palästinensergebiete. In Israel stehen Gespräche mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Aussenminister Eli Cohen auf dem Programm. Dabei soll es um Israels zunehmende Integration in die Region und seine Beziehungen mit den Palästinensern gehen. Auch das Thema Iran dürfte im Mittelpunkt stehen.

Zur Story