International
Ukraine

Seeminen werden im Schwarzen Meer zu einem Problem

epa09840818 The Odessa National Academic Theatre of Opera and Ballet and one of the city's symbols behind a heavy barricade, in south Ukrainian city of Odesa, in Ukraine, 21 March 2022. Russian t ...
Die Ruhe vor dem Sturm in Odessa? Bis jetzt blieb die Perle an der Schwarzmeerküste unversehrt.Bild: keystone

Seeminen werden im Schwarzen Meer zu einem Problem

29.03.2022, 18:4531.03.2022, 05:58
Mehr «International»

In der Hafenstadt Odessa herrscht gespenstische Ruhe. Seit Wochen bereitet sich die Bevölkerung auf einen russischen Angriff vor. Erfolgt ist er indes nicht. Auf dem Landweg bleiben russische Truppen bei Mykolajiw hängen. Und auf dem Seeweg?

Die Strände rund um die sonst so malerische Stadt sind vermint, berichtet «Welt»-Journalist Ibrahim Naber gegenüber dem SRF. Die paar wenigen verbliebenen Touristen werden gewarnt. Spaziergänge am Meer sind derzeit nicht möglich.

Auch im Meer rund um Odessa soll es von Minen nur so wimmeln. Das erklärt der russische Generalmajor Michail Misinzew. Die Ukraine habe die Häfen von Odessa, Otschakiw, Tschornomorsk und Piwdenne mit 420 Sprengkörpern vermint. Im Gegenzug wirft die Ukraine Russland vor, das Schwarze Meer vom Bosporus bis Odessa vermint zu haben. Unabhängige Informationen sind derzeit nicht erhältlich.

Wer die schwimmenden Explosionskörper deponierte, dürfte den rumänischen, bulgarischen und türkischen Fischern egal sein. Für sie ist wichtig, dass sie weiter in See stechen können. Aber das ist derzeit nur beschränkt erlaubt. Die türkische Regierung untersagte bis auf Weiteres nächtliches Fischen. Der Grund: Mehrere Sichtungen von Seeminen.

Wo seit Samstag Seeminen entschärft wurden: Vor Istanbul am Bosporus, bei Igneada an der bulgarischen Grenze und 70 Kilometer vor Cap Midia in Rumänien.
Wo seit Samstag Seeminen entschärft wurden: Vor Istanbul am Bosporus, bei Igneada an der bulgarischen Grenze und 70 Kilometer vor Cap Midia in Rumänien.bild: Google maps/watson.

Am Samstag musste am Bosporus wegen einer schwimmenden Mine der Schiffsverkehr auf beiden Seiten der Meerenge für vier Stunden aussetzen, wie ein Mitglied der Direktion für Küstensicherheit der Agentur DPA mitteilte. Bei der Mine soll es sich laut dem türkischen Verteidigungsminister Hulusi Akar um ein «altes Modell» gehandelt haben. Es wurde von Spezialisten «deaktiviert».

Ob ein Zusammenhang zwischen dem Auftauchen der Mine und den Kriegsaktivitäten weiter nördlich besteht, ist bisher nicht geklärt. Sicher ist nur: Bereits am Montag tauchte vor der Küste des türkischen Badeortes Igneada an der bulgarischen Grenze der nächste Sprengsatz auf. Auch er wurde entschärft.

Ebenfalls am Montag entdeckten rumänische Fischer einen schwimmenden Sprengkörper 70 Kilometer vor der Küste. Mithilfe eines Marineschiffes und Tauchern konnte auch dieser entschärft werden, bevor er Schaden anrichtete. Die Bilder der Sprengung wurden danach veröffentlicht.

(tog)

Inmitten des Ukraine-Krieges rettet ein Helfer Kängurus aus dem Zoo

Video: watson/Aya Baalbaki
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diesen russischen Oligarchen geht die EU an den Kragen
1 / 21
Diesen russischen Oligarchen geht die EU an den Kragen
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat die EU Sanktionen gegen Russland, einige Unternehmen und Einzelpersonen verhängt. Darunter fallen auch viele russische Oligarchen. Oligarchen sind Personen, die mit ihrem Reichtum direkt die Geschicke eines Landes oder einer Region beeinflussen. Die EU hat das Vermögen der Milliardäre in Europa eingefroren und die Personen mit einem Einreiseverbot belegt. Folgend einige der wichtigsten betroffenen Oligarchen: ... Mehr lesen
quelle: keystone / alejandro zepeda
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Ukraine: CNN-Auftritt von Kreml-Sprecher Peskow
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
30 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Salvatore_M
29.03.2022 19:43registriert Januar 2022
Verantwortlich: Russland! Egal wer die Minen gelegt hat. Es hätte ohne die Russische Aggression gar kein Minenlegen gegeben. Es ist wie beim Dominoeffekt, derjenige der den ersten Stein umkippt, ist verantwortlich. Der andere verteidigt sich nur.
18731
Melden
Zum Kommentar
avatar
ManOnTheMoon
29.03.2022 18:53registriert März 2020
Ich könnte mir vorstellen die Ukraine hätte keine Seeminen gelegt wenn Russland keinen Angriffskrieg führen würde. Könnte das sein? 🤷‍♂️
838
Melden
Zum Kommentar
avatar
Tschowanni
29.03.2022 19:49registriert Oktober 2015
"Ob ein Zusammenhang zwischen dem Auftauchen der Mine und den Kriegsaktivitäten weiter nördlich besteht, ist bisher nicht geklärt. " 🤦🤦🤦
297
Melden
Zum Kommentar
30
Ist der Westen am Ende? Die Basher «freuen» sich zu früh
Es ist gerade ziemlich in Mode, den Westen herunterzumachen. Er ist zu verzagt, zu woke und ohnehin nicht mehr zu retten. Solche Kassandrarufe aber könnten verfrüht sein.

Beim Blick auf die Weltlage kommt wenig Freude auf. Wladimir Putins Truppen sind in der Ukraine auf dem Vormarsch. Manche sehen schon die russische Trikolore über Kiew flattern. Im Gaza-Krieg ist kein Ende in Sicht. Die Hamas taucht an Orten wieder auf, in denen sie besiegt schien. In Europa und den USA haben Rechtspopulisten Aufwind.

Zur Story