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epa05581804 A man walks for a street without light due to a power failure in the wake of Hurricane Matthew in Jeremie, Haiti, 11 October 2016. The category 4 hurricane made landfall in the country on 04 October, leaving more than 900 people dead and thousands displaced. According to the United Nations, in the wake of the hurricane a cholera outbreak has spread throughout the population.  EPA/ORLANDO BARRIA

Stromausfall auf Haiti: Im Karibik-Staat fehlt es zurzeit an allem.  Bild: EPA/EFE

«Ich habe seit fünf Tagen nur Kokosnüsse gegessen» – desaströse Lage in Haiti



In dem vom Hurrikan «Matthew» stark verwüsteten Südwesten Haitis sind am Mittwoch erste grössere Lieferungen von Lebensmitteln für die notleidende Bevölkerung eingetroffen. Zwei Lastwagen kamen in den besonders betroffenen Städten Port-Salut und Roche-à-Bateau an.

Die Ladung reichte allerdings nicht aus, um die tausenden Bedürftigen zu versorgen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Lastwagen wurden vom Welternährungsprogramm (WFP) und anderen Hilfsorganisationen geschickt.

Viele Bewohner hatten seit dem Durchzug des Wirbelsturms am 4. Oktober kaum etwas gegessen. «Ich habe seit fünf Tagen nur Kokosnüsse gegessen», sagte der 25-jährige Djymi Forestal, der wie viele andere Menschen in glühender Hitze in Port-Salut ungeduldig auf die Entladung der Hilfsgüter wartete.

Workers prepare humanitarian aid for Haiti in Santa Cruz, Bolivia October 11, 2016. Picture taken in October 11, 2016. Enzo De Luca/Courtesy of Bolivian Presidency/Handout via REUTERS    ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. EDITORIAL USE ONLY.

Die Hilfsmittel gelangen nur langsam zu den Menschen. Bild: HANDOUT/REUTERS

Ordensschwestern, die die Verteilung der Lebensmittel überwachten, sagten, sie hätten mit mehr Lastwagen gerechnet. «Wir haben nicht genug für alle», sagte die Nonne Marie-Nadia Noël in Port-Salut. Sie äusserte die Sorge, dass der Hunger in Gewalt umschlagen könnte.

Zehntausende in Notunterkünften

Die Lieferung enthielt Reissäcke mit einer Menge, die normalerweise eine vierköpfige Familie einen Monat lang ernähren soll. Diese Menge wurde nun auf kleinere Beutel aufgeteilt, die lediglich für drei Tage reichen dürfte. Das WFP hatte zuvor bereits Bewohner anderer Gegenden in Haiti mit Lebensmitteln versorgt.

«Matthew» hatte am Dienstag vergangener Woche vor allem die südliche Hälfte des bitterarmen Karibikstaates schwer verwüstet und nach offiziellen Angaben mehr als 370 Menschen in den Tod gerissen.

Zehntausende Menschen sind in Notunterkünften untergebracht, es droht eine Cholera-Epidemie. Haiti hat sich noch immer nicht von den Folgen des schweren Erdbebens von 2010 erholt, bei dem 250'000 Menschen ums Leben kamen. (sda/afp)

Hurrikan «Matthew» wütet in Haiti

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