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UNO: Heroin kommt zurück, Hasch wird unterschätzt – und 200'000 sind wegen Drogen gestorben

23.06.2016, 13:4123.06.2016, 16:12

Der Gebrauch von Heroin nimmt wieder zu, die Gefahr von Haschisch wird unterschätzt und viele neue Substanzen für Designer-Drogen überschwemmen den Markt: Das sind wesentliche Erkenntnisse des Weltdrogenberichts der Vereinten Nationen.

Comeback des Heroins

Inzwischen leiden laut UNO weltweit 29 Millionen Menschen wegen ihrer Drogensucht an schweren Krankheiten, das sind zwei Millionen mehr als im Vorjahr. Das habe auch mit dem wieder häufigeren Spritzen von Heroin in den USA und Europa zu tun, sagte die Expertin der UNO-Drogenbehörde, Angela Me, in Wien. «Heroin kehrt zurück.»

Als Folge seien ausserdem etwa 1,6 Millionen Heroinsüchtige mit HIV infiziert. Sechs Millionen litten an Hepatitis C. «Die Wirkung des Drogenkonsums auf die Gesundheit ist weiterhin verheerend», so der Weltdrogenbericht.

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207'000 Menschen seien 2014 als Folge des Konsums illegaler Drogen gestorben. Diese Zahl sei eine sehr konservative Schätzung, sagte Me. Fast 250 Millionen Menschen konsumierten Haschisch, Kokain, Heroin oder synthetisch hergestellte Designer-Drogen.

Cannabis nicht unterschätzen

Die am häufigsten gebrauchte illegale Droge ist Cannabis, das als Haschisch oder Marihuana auf dem Markt ist. Fast 183 Millionen Menschen greifen zum Joint oder anderen Formen dieser Droge. «Cannabis schädigt die Gesundheit», warnte Me vor einer Verharmlosung.

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In den USA und in Südamerika, wo einzelne Bundesstaaten oder Länder Cannabis legalisiert haben, sei der Trend besorgniserregend. «Es gibt dort eine steigende Zahl von regelmässigen Konsumenten», sagte Me.

Die Drogen-Mafia mischt ausserdem immer neue Gift-Cocktails: 75 neue aufputschende und enthemmende Substanzen sind der UNO-Drogenbehörde (UNODC) im vergangenen Jahr von den Fahndern gemeldet worden. «Die Zahl steigt immer weiter. Es ist ein sehr dynamischer Markt», sagte die UNO-Expertin.

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Kokain in Asien auf dem Vormarsch

Etwa 20 Millionen Menschen nehmen nach UNODC-Angaben Ecstasy, fast 36 Millionen greifen zu Amphetaminen. Rund 170 Tonnen Designer-Drogen wurden laut dem Report 2014 beschlagnahmt.

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Kokain spielt in Asien eine zunehmend wichtigere Rolle, in den USA nimmt seine Bedeutung eher ab. Die UNO gehen davon aus, dass weltweit 18 Millionen Menschen Koks nehmen. 655 Tonnen Kokain wurden von den Fahndern 2014 aus dem Verkehr gezogen.

In den vergangenen beiden Jahren führte jedoch eine Rekordausfuhr von Opium aus Afghanistan dazu, dass der Markt in den USA von billigem Heroin überschwemmt wurde. In der Folge verdoppelte sich die Zahl der Heroin-Toten in den USA zwischen 2012 und 2014 fast auf 10'800.

Afrika-Route wird wichtiger

Laut dem UNO-Drogenbericht gibt es auch Anzeichen dafür, dass der Heroinschmuggel nach Europa zunimmt. Dafür sprächen steigende Beschlagnahmungen durch den Zoll in Frankreich und Italien.

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Die Hauptroute des Drogenschmuggels gehe weiter von Afghanistan, über den Iran, die Türkei und den Balkan nach Europa. Dort würden jährlich Drogen im Wert von 28 Milliarden Dollar geschmuggelt, hiess es. In Afghanistan werden 85 Prozent des weltweiten Opiums hergestellt. Heroin wird aus Rohopium gewonnen.

Aufgrund des hohen Fahndungsdrucks im Iran und der Türkei - dort wird ein erheblicher Teil der jährlich rund 130 Tonnen Rohopium aus Afghanistan beschlagnahmt - gewinne nun die Route über Afrika an Bedeutung. Es bestehe damit die Gefahr, dass afrikanische Länder nicht nur Transitstaaten, sondern Konsumentenstaaten würden, hiess es von der UNO-Drogenbehörde. (sda/dpa/afp)

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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saukaibli
23.06.2016 14:20registriert Februar 2014
Und dann gibt es nochmal vermutlich 100x so viele Tote im Krieg gegen die Drogen. Drogen gehören endlich legalisiert und zwar alle. Das heisst natürlich nicht, dass sie frei verkäuflich sein sollen. Cannabis gehört gleich behandelt wie Alkohol und Tabak. Heroin und Kokain (beides übrigens Markennamen) gehören dorthin, wo sie herkamen, in die Apotheke. Halluzinogene, Extasy u.ä. sollte in speziellen Shops verkauft werden dürfen, wo man durch professionelles Personal beraten wird. Die meisten Menschen können mit Drogen umgehen, genau wie beim Alkohol ist nur ein kleiner Teil gefährdet.
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