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Uno-Expertin wirft Merkel und Macron im Fall Khashoggi «Komplizenschaft» mit Riad vor



FILE - In this Dec. 15, 2014 file photo, Saudi journalist Jamal Khashoggi speaks during a press conference in Manama, Bahrain. A Turkish newspaper says in his final words, slain Saudi journalist Jamal Khashoggi urged his killers not to cover his mouth because he suffered from asthma and could suffocate. The Sabah newspaper on Tuesday, Sept. 10, 2019 published new excerpts of a recording of Khashoggi's conversation with members of a Saudi hit squad sent to kill him. (AP Photo/Hasan Jamali, File)
Jamal Khashoggi

Jamal Khashoggi wurde brutal ermordet. Bild: AP

Die Uno-Berichterstatterin für aussergerichtliche Tötungen, Agnès Callamard, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron der «Komplizenschaft» mit Saudi-Arabien bezichtigt.

International sei nicht genug unternommen worden, um den Mord an dem saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi aufzuklären, kritisierte Callamard in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem «Business Insider Deutschland». Die nationalen Parlamente rief sie dazu auf, ihre Regierungen zu neuen Ermittlungen in dem Fall aufzufordern.

In ihrem Bericht zum Mord an Khashoggi in der Botschaft Saudi-Arabiens in Istanbul hatte Callamard eine unabhängige Ermittlung gegen saudiarabische Regierungsvertreter, darunter den Kronprinzen Mohammed bin Salman, gefordert. In dem Uno-Bericht war von «glaubwürdigen Beweisen» für eine Verwicklung von Saudi-Arabiens mächtigem Kronprinzen die Rede.

Die Chronologie des Falls Khashoggi

Statt der Forderung nach Ermittlungen nachzukommen, hätten die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten den Kronprinzen bei ihrem Gipfel in Osaka hofiert, kritisierte die Uno-Sonderermittlerin. Dies habe «die Feigheit der internationalen Gemeinschaft» unter Beweis gestellt.

Es sei «eine Sache», wenn sich US-Präsident Donald Trump so verhalte, sagte Callamard. Dass «europäische Regierungschefs wie Angela Merkel oder Emmanuel Macron sich dieser Travestie angeschlossen haben», sei jedoch «nicht hinnehmbar».

dpatopbilder - 22.01.2019, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Emmanuel Macron (l), Praesident von Frankreich, und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), nach der Unterzeichnung des Vertrags waehrend der Unterzeichnungszeremonie des neuen deutsch-franzoesischen Freundschaftsvertrags im Kroenungssaal des Rathauses. Der sogenannte Aachener Vertrag knuepft an den 1963 von Adenauer und de Gaulle unterzeichneten Elysee-Freundschaftsvertrag an. (KEYSTONE/DPA/Oliver Berg)

Merkel und Macron. Bild: DPA

Merkel und Macron hätten mit einem Aufgreifen ihrer Empfehlung Mut beweisen können, sagte Callamard weiter. «Aber das taten sie nicht. Was wir in Istanbul und Osaka erlebt haben, ist nichts anderes als stillschweigende Komplizenschaft.»

Der Mord an Khashoggi hatte vergangenes Jahr weltweit Schlagzeilen gemacht und das Ansehen von Saudi-Arabien und seinem ehrgeizigen Kronprinzen erheblich beschädigt. Der «Washington Post»-Kolumnist Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im Konsulat seines Landes von einem extra angereisten Agententeam ermordet worden. Seine Leiche wurde anschliessend zerteilt und beseitigt. (aeg/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • tito 15.11.2019 13:39
    Highlight Highlight Politiker in der EU und auch hierzulande sind eben nur die Marionetten von denen, deren Geschäfte mit den Saudis Millionen einbringen.
    Ob da ein kritischer Journalist wie Kashoggi brutal abgeschlachtet wird, das interessiert keinen Trump, keine Merkel, keinen Macron und auch keinen Schweizer Politiker egal welcher Farbe.
  • Spooky 14.11.2019 20:10
    Highlight Highlight Was sind denn das wieder für Kommentare! Als ob die kleine Schweiz für die ganze Welt die Verantwortung übernehmen müsste. Die Grossmächte sollen dem Prinzen auf die Pelle rücken, nicht die kleine Schweiz. Die kleine Schweiz kann doch nicht auf der ganzen Welt zum Rechten schauen und den Weltpolizisten spielen. Es bringt niemandem etwas, wenn Ueli der Kuhschweizer sich mit dem Prinzen von Arabien überwirft. Mir persönlich sowieso nicht - und euch auch nicht. Und dem armen Kashoggi noch viel weniger.
  • c_meier 14.11.2019 14:43
    Highlight Highlight ah beim Präsidenten aus Übersee hat man wohl die Hoffnung schon aufgegeben, dass er sich darum kümmern könntebeim grössten Verbündeten in der Golf-Region Saudi-Arabien und beim Nato-Partner Türkei für Aufklärung zu sorgen...
    Darum schiesst man auf Deutschland und Frankreich... etwas scheinheilig
    (klar die Schweiz, namentlich Herr Maurer ging auch ziemlich schnell zur Tagesordnung über..)
  • rüpelpilzchen 14.11.2019 14:26
    Highlight Highlight Da ist wohl jemand bald seine Job los.
    Wo bleibt hier das Minimum an Opportunismus! Hatte die Rückgrat zum Frühstück?
  • Snowy 14.11.2019 13:46
    Highlight Highlight Leider wahr, Frau Callamard.

    Saudi-Arabien ist einer der grössten Unrechtsstaaten dieser Welt und der grösste Sponsor von islamistischem Terror.

    Leider ist Saudi-Arabien aber auch das Land mit den zweit- oder drittgrössten (je nach Berechnung) Erdölreserven der Welt.
    Nichts schreit mehr nach „Geld über Moral/Gesetze“ denn SA im Fall Kashoggi.
    Ein Regierungschef der direkt einen Regimekritiker umbringen lässt. Die EU müsste umgehend sämtlichen Handel mit SA einstellen. Zumindest bis Saudi-Arabien in eine unabhängige Untersuchung einwilligt. Ein einziges, riesiges Armutszeugnis das Ganze!
    • AdiB 14.11.2019 19:46
      Highlight Highlight Kashoggi war kein regimekritiker, er hat nur den kronprinzen salman, wegen seiner schlechten beziehung zu katar kritisiert.
      Kashoggi stand dem jetzigem könig sehr nahe und sein onkel zählte zu den grössten waffenhändler der welt.

      Mir ist schon ein rätsel wieso soviele denken, er war regimekritiker.
  • N. Y. P. 14.11.2019 13:39
    Highlight Highlight Noch schlimmer ist die offizielle Schweiz. 4 Wochen ! nach der Zerstückelung von Kashoggi sieht man #käluscht in Davos lachend und scherzend mit dem saudiarabischen Finanzminister.
  • TanookiStormtrooper 14.11.2019 13:33
    Highlight Highlight Unser Ueli ist ja nicht besser, da können wir froh sein ist er nicht so wichtig wie Merkel oder Macron. Sonst würde er wohl diese Schimpftirade als schlechtes Beispiel anführen.
    • Heinzbond 14.11.2019 13:42
      Highlight Highlight Ach jeder der mit diesen Mittelalter Fanatikern Geschäfte macht sollte sich das jeden Morgen beim Zähne putzen bewusst sein... Aber heute zu Tage zählt ja nur noch das Geld...
  • Bruno Zehr 14.11.2019 13:31
    Highlight Highlight MONEY WINS!

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