Anwälte: «Abnormale» Menge Toxin in Nestlé-Babymilch nach Todesfall
In einer Säuglingsmilch, die ein im Dezember im französischen Angers verstorbenes Baby getrunken hatte, ist eine «abnormale» Menge des Toxins Cereulid gefunden worden. Das teilten die Anwälte der Familie am Freitag mit. Ein Zusammenhang mit dem Tod sei bisher aber nicht nachgewiesen.
Der Säugling habe die Milch der Marke Guigoz von Nestlé «in den Stunden vor seinem plötzlichen Tod» konsumiert, erklärten die Anwälte. Sie bestätigten damit einen Bericht der Zeitung «Courrier de l'Ouest». Zwar sei in der untersuchten Charge ein «radikal abnormaler» Cereulid-Gehalt festgestellt worden, doch müsse noch geklärt werden, ob dies den Tod medizinisch erkläre.
Die Staatsanwaltschaft von Angers ermittelt seit Dezember zur Todesursache des 27 Tage alten Mädchens, das am 23. Dezember im Haus seiner Mutter starb. Die Mutter hatte im Januar auf eine Dose Guigoz-Milch hingewiesen, die zu den zurückgerufenen Chargen gehörte.
Seit Mitte Dezember läuft weltweit eine Rückrufwelle bei Säuglingsmilch wegen möglicher Cereulid-Belastung. In Frankreich wurden drei Todesfälle und rund zehn Hospitalisierungen gemeldet. Einen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang gibt es bislang aber nicht. (hkl/sda/awp/afp)
