International
USA

Der wahrscheinlichste Zeitpunkt für ein Eingreifen der USA im Iran

US deploys carrier strike group to Middle East, strengthening military presence in region INDIAN OCEAN - JANUARY 26: ----EDITORIAL USE ONLY - MANDATORY CREDIT - U.S. CENTRAL COMMAND / HANDOUT - NO MAR ...
Die USA entsenden eine Flugzeugträgerkampfgruppe in den Nahen Osten und verstärken damit ihre militärische Präsenz in der Region.Bild: www.imago-images.de

Der wahrscheinlichste Zeitpunkt für ein Eingreifen der USA im Iran

Trump hat wiederholt angekündigt, die Demonstrierenden im Iran unterstützen zu wollen. Parallel dazu verlegen die USA massiv Militärkräfte in den Nahen Osten. Angesichts dieser Entwicklungen stellt sich die Frage, wann eine direkte militärische Intervention in Teheran am wahrscheinlichsten wäre.
30.01.2026, 23:0131.01.2026, 00:30
Michael Kern
Michael Kern

Seit Ende Dezember 2025 findet im Iran eine Revolution statt. Die Sicherheitskräfte reagierten mit extremer Härte. Menschenrechtsorganisationen berichten von über 36'000 getöteten Zivilisten. Trump lässt aktuell seine Optionen im Iran prüfen. Folgendes deutet darauf hin, dass eine Intervention der USA im Iran kurz bevorsteht:

Grosse Truppenverschiebung in den Nahen Osten

In den vergangenen Wochen haben die USA ihre militärische Präsenz im Nahen Osten deutlich ausgeweitet. Angeführt wird der Aufmarsch von einem Flugzeugträgerverband um die USS Abraham Lincoln, der in der Arabischen See operiert. Begleitet wird dieser Verband von Zerstörern, Kampfflugzeugen und weiteren Einsatzmitteln. Zusätzlich wurden F-15E-Kampfjets und Luftabwehrsysteme in die Region verlegt, und regionale Stützpunkte befinden sich in erhöhter Alarmbereitschaft.

Solche Konzentrationen sind teuer und logistischer Aufwand für die USA. Erfahrungsgemäss werden sie in enger zeitlicher Nähe zu möglichen Einsätzen aufgebaut. Je länger diese Kräfte vor Ort bleiben, desto grösser wird der operative und politische Druck, sie für eine Aktion zu nutzen. Mehrere Militärexperten halten ein Eingreifen der USA im Iran – angesichts dieser Truppenbewegungen – für so gut wie sicher.

Schutz-Versprechen und Proteste

Trump hat mehrfach erklärt, er wolle den iranischen Demonstrierenden beistehen und das Regime für seine Gewalt gegen Unbewaffnete zur Rechenschaft ziehen. Er drohte damit, dass ein erneuter Einsatz die Bombardements von 2025 «wie Peanuts aussehen lassen» würde, sollte Teheran rote Linien wie Massenhinrichtungen überschreiten. Trumps Wortwahl signalisiert, dass Menschenrechtsverletzungen als mögliche Rechtfertigung für ein Eingreifen betrachtet werden.

Die Revolution im Iran dauert nun schon seit über einem Monat an. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass solche Revolutionsversuche schwieriger werden, je länger sie andauern. Die Zivilbevölkerung hat nicht unendlich Ausdauer. Will Trump also die aktuellen Menschenrechtsverletzungen im Iran als Rechtfertigung für ein Eingreifen nutzen, so muss er wohl zeitnah handeln. Heute Freitag sagte Trump an den Iran gerichtet: Entweder es gibt einen Deal oder «mal sehen was dann passiert». Das verdeutlicht, dass Trump eine Entscheidung im Iran forciern will, wobei ein Einlenken der Mullahs nicht zu erwarten ist.

Wahrscheinlichster Zeitpunkt: Beginn eines Wochenendes

In letzter Zeit hat Trump Militäroperationen oder wichtige Ankündigungen oft zu Beginn eines Wochenendes realisiert. Der Grund liegt weniger im Zufall als in politischen und wirtschaftlichen Erwägungen: Börsen sind am Wochenende geschlossen. Ist ein begrenzter Überraschungsschlag von Freitag auf Samstag erfolgreich und erfolgen bis zum Ende des Wochenendes keine nennenswerten Gegenschläge, so kann dies dazu beitragen, Panikverkäufe oder Turbulenzen an den Finanzmärkten bei der Öffnung am Montag zu vermeiden.

Ein Beispiel dafür ist die Operation gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro: Er wurde in einer Nacht-Operation von Freitag auf Samstag gefasst, was aus Sicht der Strategen mögliche unmittelbare Marktreaktionen minimierte. Sollte sich Washington zu einem Schlag gegen den Iran entschliessen, könnte ein ähnliches Zeitfenster als taktisch günstig betrachtet werden.

Fazit: Ein knapper Zeitkorridor

Das derzeitige Kräfteaufgebot, die politischen Drohungen und der Kontext der Proteste schaffen einen engen Zeitkorridor, in dem ein US-Eingriff im Iran am wahrscheinlichsten wäre – insbesondere zu Beginn dieses und des nächsten Wochenendes. Ein plötzlicher Angriff könnte innerhalb von Stunden möglich sein, da militärische Mittel und Bereitschaft bereits vorhanden sind.

Gleichzeitig bleibt unklar, ob Washington tatsächlich den letzten Schritt gehen wird.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Proteste 2026
1 / 16
Iran-Proteste 2026

Ende Dezember begannen Proteste in Iran. Die Aufnahme zeigt Teheran am 9. Januar.

quelle: keystone
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Massaker in iranischer Stadt Rascht – Washington Post rekonstruiert Ereignisse mit Augenzeugenvideos
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
dmark
30.01.2026 23:32registriert Juli 2016
Nachdem nun neue Epstein-Files veröffentlicht wurden, welche Trump stark belasten, so dürfte ein Angriff auf den Iran wohl ziemlich zeitnah geschehen, um davon abzulenken.
292
Melden
Zum Kommentar
9
Trump droht mit Zöllen gegen Kubas Öllieferanten +++ Kein Durchbruch bei Abstimmung
Seit dem Amtsantritt von Donald Trump bleibt in den Vereinigten Staaten von Amerika kein Stein auf dem anderen. Hier findest du die aktuellen Entwicklungen.
Zur Story