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epa05791632 US President Donald J. Trump (R) and Canadian Prime Minister Justin Trudeau (L) participate in a joint press conference in the East Room of the White House in Washington, DC, USA, 13  February 2017. President Trump will meet with Prime Minister Trudeau in the Oval Office, hold a roundtable discussion on advancement of women entrepreneurs and business leaders and hold a joint press conference.  EPA/SHAWN THEW

Trudeau und Trump bei ihrem Treffen im Weissen Haus.  Bild: SHAWN THEW/EPA/KEYSTONE

Treffen mit Trudeau: Trump will Handelsbeziehungen mit Kanada optimieren



US-Präsident Donald Trump und Kanadas Premierminister Justin Trudeau haben ein überraschendes Bekenntnis zu gemeinsamen Werten und Zielen abgelegt. Trotz unterschiedlicher Auffassungen etwa in der Einwanderungspolitik demonstrierten beide am Montag ihre Verbundenheit.

«In gefährlichen Zeiten wie diesen ist es wichtiger als jemals zuvor, unsere Allianz zu stärken», sagte Trump vor den Medien nach dem Treffen. Trudeau sagte, beide Länder seien in vielerlei Hinsicht aufeinander angewiesen.

Trump sagte: «Wir haben zusammen Blut vergossen». Mit Blick auf den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat fügte er hinzu: «Die USA sind Kanada für seinen Beitrag zur Anti-‹IS›-Koalition zutiefst dankbar.»

In einer gemeinsamen Erklärung Trumps und Trudeaus hiess es, die beiden Länder seien einander unter anderem durch ihre Geschichte, ihre Werte, ihre Wirtschaft und ihre Umwelt tief verbunden. «Kanada und die USA werden einander immer die wichtigsten Partner bleiben», sagte Trudeau.

Trudeau pocht auf Nafta

«Millionen amerikanischer und kanadischer Arbeitsplätze hängen an unserer Partnerschaft», sagten Trump und Trudeau. Man bekräftige, auf der Grundlage des vorhandenen starken Fundaments für Handel und Investitionen aufbauen zu wollen. Die Beziehungen sollten vertieft werden, die Stärkung der Mittelklasse und die Schaffung von Arbeitsplätzen sei ein gemeinsames Ziel.

Trudeau sagte, die Zukunft des Handelsabkommens Nafta sei für Kanada von grösster Bedeutung: «Wir müssen den freien Fluss von Waren und Dienstleistungen aufrecht erhalten.» Trump sagte, man werde die Handelsbeziehungen «optimieren». Details nannte er nicht.

Kanada will an der gemeinsamen Handelspartnerschaft Nafta festhalten, Trump will sie möglichst lösen, hat dabei aber speziell den Partner Mexiko im Blick. Trump sagte, die Situation mit Kanada sei viel weniger ernst als die an der südlichen Grenze. 

Kanada will offen bleiben

Zum Thema Einwanderung sagte Trudeau: «Wir setzen unsere Politik der Offenheit fort, ohne Sicherheit aufs Spiel zu setzen. Wir werden weiterhin Flüchtlinge aus Syrien bei uns willkommen heissen.» Es sei nicht seine Aufgabe, die USA zu belehren, wie man regiere.

Kanada teilt mit den USA eine mehrere Tausend Kilometer lange Grenze. Trumps geplante Abschottungspolitik wird beim nördlichen Nachbarn mit Argwohn und Kritik begleitet.

Auffällig war an der Medienkonferenz im Weissen Haus, dass nicht zu sehr heiklen innenpolitischen Fragen wie etwa der Zukunft des umstrittenen Sicherheitsberaters Mike Flynn gefragt wurden. Das ist unüblich. Trump wählte Journalisten aus, die keine kritischen Fragen stellten.

In der gemeinsamen Erklärung Trumps und Trudeaus wird die Grenzsicherheit als eines der obersten Ziele genannt. Ausserdem werden die Erfolge von Vorab-Sicherheitsüberprüfungen betont. Beide Länder wollen ihre Massnahmen an der Grenze ausbauen.

Trump sagte, die Nordgrenze zu Kanada sei zwar sicher, aber man könne niemals ganz sicher sein. Einer Frage, ob er syrische Flüchtlinge als Sicherheitsrisiko empfinde, etwa wenn sie aus Kanada einreisten, wich Trump aus. Unter Trudeau hat das Land bisher 40'000 syrische Flüchtlinge aufgenommen.

Dritter Staatsgast

Trudeau war nach Grossbritanniens Premierministerin Theresa May und Japans Regierungschef Shinzo Abe der dritte Staatsgast, den Trump seit seinem Amtsantritt empfing.

Auffällig war an der Medienkonferenz im Weissen Haus, dass nicht zu sehr heiklen innenpolitischen Fragen wie etwa der Zukunft des umstrittenen Sicherheitsberaters Mike Flynn gefragt wurden. Das ist unüblich. Trump wählte Journalisten aus, die keine kritischen Fragen stellten. (sda/dpa)

Passend zum Thema: Trumps Wirtschafts-Stunts

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Trumps Wirtschafts-Stunts
quelle: x02844 / andrew kelly
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