International
USA

Anklage gegen Polizisten nach Sandra Blands Tod

Die letzten Aufnahmen von Sandra Bland aus dem Gefängnis in Texas.
Die letzten Aufnahmen von Sandra Bland aus dem Gefängnis in Texas.
Bild: EPA/WALLER COUNTY SHERIFF'S DEPARTME

Jetzt also doch: Nach Sandra Blands Tod in einer Gefängniszelle wird ein Polizist angeklagt

Im Fall der in einer Gefängniszelle im US-Bundesstaat Texas gestorbenen Schwarzen Sandra Bland ist Anklage gegen einen weissen Polizisten erhoben worden. Brian Encinia müsse sich wegen mutmasslicher Falschaussage verantworten.
07.01.2016, 04:1707.01.2016, 06:54

Dies teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch am Gericht von Waller County mit. Es gehe um die Aussage, mit der der Polizist begründet hatte, warum er Bland aus ihrem Auto zerrte.

Die Afroamerikanerin war im Juli vergangenen Jahres in der Nähe von Houston von der Polizei angehalten worden, weil sie bei einem Spurwechsel nicht geblinkt hatte. Drei Tage nach ihrer Festnahme wurde die 28-Jährige tot in ihrer Gefängniszelle gefunden. Für die Justizbehörden handelte es sich um Selbstmord, was die Familie bezweifelt.

Justiz

Auf einem Video von der Festnahme ist zu sehen, wie ein weisser Polizist mit der jungen Frau in einen Streit gerät, in dessen Verlauf sie mit einem Elektroschockgerät bedroht und aus dem Auto gezerrt wird.

Festgenommen wurde Bland nach Justizangaben unter dem Vorwurf des Angriffs auf einen Staatsbediensteten. Wie genau der nun angeklagte Encinia rechtfertigte, warum Bland aus dem Auto geholt wurde, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit.

Videoaufnahmen aus dem Gefängnis

Der Fall hatte auch die Debatte um Rassismus und Polizeigewalt in den USA angeheizt. Bland war Mitglied der Organisation Black Lives Matter (Schwarze Leben zählen), die nach mehreren Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gegründet worden war. (dwi/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Studie zu Marschflugkörper «Flamingo»: Kiews Wunderwaffe hat entscheidenden Nachteil
Seit knapp einem Jahr ist der ukrainische Marschflugkörper «Flamingo» im Einsatz. Nun gibt es neue Zweifel an der Wirksamkeit des Raketensystems.
Offiziell gilt der Marschflugkörper als grosser Erfolg. Erst am Dienstag berichtete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vom Angriff auf mehrere Ziele in Russland. Darunter sei auch eine Attacke auf eine Rüstungsfabrik in der rund 1500 Kilometer entfernten Stadt Tscheboksary, die mit dem ukrainischen Marschflugkörper «Flamingo» getroffen worden sei, teilt Selenskyj auf der Plattform X mit. Die Fabrik soll Navigationsgeräte für die russische Marine herstellen.
Zur Story