Tausende Flugzeuge stecken am Boden fest – Swiss fliegt vorerst nach Plan
Wegen eines kürzlichen Zwischenfalls mit einer Maschine der A320-Familie hat der Flugzeugbauer Airbus Alarm geschlagen. «Intensive Sonneneinstrahlung» könne essenzielle Daten in der Programmierung der Flugzeugsteuerung korrumpieren, weshalb nun zwingend nötig sei, ein Software-Update bei diesem Flugzeugtyp durchzuführen.
In Zusammenarbeit mit Flugsicherungsbehörden hat Airbus alle Airlines, die Maschinen der Typen A320, A318, A319 und A321 verwenden, angewiesen, umgehend die nötigen Software-Updates und Hardware-Anpassungen vorzunehmen, um die Sicherheit während des Fliegens gewährleisten zu können.
I consider this fully confirmed at this point. ELAC , software update needed.
— JonNYC (@xJonNYC) November 28, 2025
Should take a couple hours for each plane, will take longer on some than others. Plan with FAA being worked on now. https://t.co/v8fEgne6wv
Gemäss der Aviatik-Plattform Airlive könnten rund 6000 Flugzeuge weltweit betroffen sein. Airbus sei sich bewusst, dass dieses Update zu Verzögerungen im Flugverkehr führen könne: «Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und werden die Betreiber [unserer Flugzeuge] vollständig unterstützen.» Die Sicherheit der Passagiere bleibe die höchste Priorität, schrieb das Unternehmen weiter.
Die europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat am Freitagabend eine dringliche Lufttüchtigkeitsanweisung (Emergency Airworthiness Directive; EAD) herausgegeben und ebenfalls konkret auf die vorzunehmenden Massnahmen verwiesen.
Die kolumbianische Fluggesellschaft Avianca hat am Abend mitgeteilt, dass 70 Prozent ihrer Flotte betroffen sei, weshalb man den Flugbetrieb vorübergehend einstelle. Der Ticketverkauf werde bis zum 8. Dezember ausgesetzt. AirFrance hat bereits 41 Flugzeuge gegroundet; American Airlines 30.
Die Fluggesellschaft Swiss fliegt derzeit nach Plan, kann aber Anpassungen im Flugprogramm in den kommenden Tagen nicht ausschliessen. Grund dafür ist, dass die Umrüstung der betroffenen Maschinen jeweils einige Stunden in Anspruch nimmt, wie die Fluggesellschaft am Freitagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Für Samstag gehe die Swiss jedoch weder von Annullationen noch von Verspätungen aus.
Die Flugzeuge würden gemäss Hersteller und Behörden weiterhin als sicher betreibbar gelten, schrieb ein Mediensprecher der Fluggesellschaft weiter. Das notwendige Software-Update müsse jedoch bis Sonntagmorgen um 1 Uhr Schweizer Zeit umgesetzt werden, damit die betroffenen Flugzeuge weiterhin als lufttüchtig gelten. Die Swiss habe mit der Umsetzung dieser Massnahmen gestartet.
Ende Oktober war eine A320 von JetBlue während des Fluges von Cancun (Mexiko) nach Newark (USA) aus damals unerklärlichen Gründen ohne Beisteuern des Pilots nach unten abgekippt. 15 Personen wurden dabei verletzt, der Flug musste nach Tampa umgeleitet werden. Untersuchungen haben nun ergeben, dass die Sonneneinstrahlung den Flight-Control-Computer beschädigt hatte.
(cpf)
