Kriminelle ICE-Agenten: Ja, dieses Meme ist (mehr oder weniger) korrekt
In den sozialen Medien kursiert ein Meme mit vier kriminellen Männern. Dabei handelt es sich um:
- Einen Randalierer, der wegen der Teilnahme an den Capitol-Ausschreitungen verurteilt und später von Trump begnadigt wurde.
- Einen ICE-Mitarbeiter, der eine Insassin missbrauchte.
- Einen ICE-Mitarbeiter, der bei einer grösseren Razzia festgenommen wurde, weil er Sex mit einer Minderjährigen wollte.
- Einen Sonderermittler der Heimatschutzbehörde, der selbst Kinderpornographie herstellte.
Der von Trump begnadigte Andrew Paul Johnson, 44, wurde im August in Florida erneut festgenommen. Er hatte zwei Kinder unter 16 Jahren, eines davon unter 12 Jahren, sexuell belästigt. Bei einem Kind handelte es sich um den Sohn seiner Ex-Freundin. Diesem habe Johnson versprochen, ihn als Erben einzusetzen. Johnson erzählte dem Knaben, er sei nicht nur begnadigt worden, er habe zusätzlich noch 10 Millionen Dollar Entschädigung erhalten. Es wird davon ausgegangen, dass der Knabe die Misshandlungen nicht meldete, weil er befürchtete, vom Erbe ausgeschlossen zu werden.
David Courvelle, 56, erklärte sich Ende Dezember schuldig, eine Frau aus Nicaragua missbraucht zu haben. Courvelle war in einem ICE-Ausschaffungsgefängnis in Louisiana angestellt gewesen, das von der privaten Firma Geo Group betrieben wird. Mit der Frau soll er mehrere Monate lang ein Verhältnis gehabt haben. Courvelle hatte Essen, Schmuck, Briefe und Bilder der Tochter seines Opfers ins Gefängnis geschmuggelt. Sexueller Missbrauch einer Insassin kann mit bis zu 15 Jahren Gefängnis und einer Busse von 250’000 Dollar bestraft werden. Im Meme wird Courvelle «Vergewaltigung über mehrere Monate» vorgeworfen. Der Vorwurf lautet indes Missbrauch. Der Unterschied liegt darin, dass eine Vergewaltigung als «nicht einvernehmlicher Geschlechtsverkehr oft unter Einwirkung von Gewalt oder Ausnutzung der Handlungsunfähigkeit» definiert wird. Missbrauch ist im US-Recht eine weiter gefasste Kategorie, die auch das Ausnützen eines Abhängigkeitsverhältnisses und Ausbeutung umfasst.
Zusammen mit 15 anderen Männern ging der Polizei von Minnesota während der Operation Creep im November ein ICE-Mitarbeiter in die Fänge. Die Männer hatten versucht, eine 17-Jährige zu sexuellen Handlungen zu verleiten. «Ich bin ICE, Jungs», hatte Alexander Steven Back, 41, den Polizeibeamten entgegnet, als sie ihn verhafteten – offenbar im Glauben, er sei dadurch unantastbar.
Beim Sonderermittler handelt es sich um den 51-jährigen Timothy Ryan Gregg aus Eagan, Minnesota, der ein minderjähriges Kind dazu verleitete, sexuell eindeutige Handlungen vorzunehmen. Gregg wollte daraus Kinderpornographie herstellen.
Der Vater des Opfers fand die entsprechenden Videos und Fotos auf dem Telefon seines Kindes. Zu sehen war dabei auch Gregg. Dieser wurde im Juni 2025 vom FBI verhaftet.
Dass auch Polizisten, FBI- und ICE-Beamten kriminelle Handlungen vornehmen, ist bei der enormen Anzahl von Beamten traurige Selbstverständlichkeit. Die Fälle zeigen aber, wie gefährlich es ist, ICE-Beamten eine vollumfängliche Immunität zuzusichern. Sowohl US-Vizepräsident Vance und Berater Stephen Miller betonten in den letzten Tagen aber genau das immer wieder.
