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A firework explodes by a police line as demonstrators gather to protest the death of George Floyd, Saturday, May 30, 2020, near the White House in Washington. Floyd died after being restrained by Minneapolis police officers. (AP Photo/Alex Brandon)

Demonstranten werfen Feuerwerkskörper in Richtung Polizisten, nahe des Weissen Hauses in Washington am Samstag. Bild: keystone

Proteste in Minneapolis dauern auch in der 5. Nacht an +++ 10'000 Soldaten mobilisiert

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis haben Ausschreitungen in US-Metropolen in der fünften Nacht in Folge angedauert.



Wie ist die Lage in Minneapolis?

In Minneapolis im Bundesstaat Minnesota setzten sich Demonstranten in der Nacht zum Sonntag erneut über eine Ausgangssperre hinweg. Der Sender CNN berichtete, Sicherheitskräfte hätten Demonstranten unter anderem mit Tränengas zurückgedrängt.

In Minneapolis galt seit 20.00 Uhr am Samstagabend (Ortszeit/3.00 MESZ Sonntag) eine Ausgangssperre. Minnesotas Gouverneur Tim Walz hatte alle Bewohner eindringlich dazu aufgefordert, zuhause zu bleiben. Wegen der Proteste hatte Walz am Samstag erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg die gesamte Nationalgarde des Bundesstaates mobilisiert. Die Nationalgarde teilte mit, rund 2500 der insgesamt bis zu 10'000 mobilisierten Soldaten würden in der Nacht zum Sonntag eingesetzt, um in Minneapolis und Umgebung für Ordnung zu sorgen. Die anderen Soldaten stünden für die kommenden Tage bereit.

Und in anderen Städten?

In zahlreichen anderen Städten kam es zu Unruhen und auch zu Plünderungen, wie CNN berichtete. Behörden in insgesamt 25 Städten in 16 US-Bundesstaaten hätten Ausgangssperren erlassen. Dennoch kam es vielerorts zu Protesten.

A Los Angeles Police Department kiosk is seen ablaze in The Grove shopping center during a protest over the death of George Floyd, Saturday, May 30, 2020, in Los Angeles. Protests were held in U.S. cities over the death of Floyd, a black man who died after being restrained by Minneapolis police officers on May 25.  (AP Photo/Mark J. Terrill)

Ein Polizeischalter in Los Angeles steht am Samstag in Brand. Bild: keystone

Auch in der kalifornischen Metropole Los Angeles verhängten die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre. Bürgermeister Eric Garcetti teilte mit, die Massnahme sei notwendig, um «den Frieden wiederherzustellen». Nach Angaben der Polizei kam es im Stadtzentrum zu «grossen und gewalttätigen Protesten». Demonstranten hielten sich nicht an die Ausgangssperre. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Läden in Los Angeles geplündert wurden.

Hintergrund

Floyd (46) war am Montag nach einem brutalen Polizeieinsatz gestorben. Einer der vier beteiligten Polizisten wurde am Freitag des Mordes angeklagt und festgenommen: der Beamte, der Floyd sein Knie minutenlang in den Nacken gedrückt hatte. Der Afroamerikaner hatte mehrfach um Hilfe gefleht, bevor er das Bewusstsein verlor, wie von Passanten aufgenommene Videos zeigten.

Wird auch gegen Trump demonstriert?

Ja. Vor dem Weissen Haus in Washington verhinderten Sicherheitskräfte am Samstagabend, dass sich Demonstranten dort erneut – wie am Vorabend – versammelten. Ein schwarzer Demonstrant trug ein Schild mit der Aufschrift: «Bin ich der Nächste?» Auf Fernsehbildern aus Washington war zu sehen, wie ein Gebäude im Stadtzentrum brannte. «Das ist ein Land im Chaos», sagte ein CNN-Moderator. In New York zogen Demonstranten vor den Trump Tower des Präsidenten.

Was sagt Trump?

In erster Linie Schuldzuweisungen: US-Präsident Donald Trump machte linksradikale Gruppen für die Ausschreitungen in amerikanischen Städten verantwortlich. «Die Gewalt und der Vandalismus werden von der Antifa und anderen gewaltsamen Gruppen des linken Flügels angeführt», sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) nach dem Start von US-Astronauten vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral. «Linksradikalen Kriminellen, Verbrechern und anderen in unserem Land und auf der Welt wird nicht erlaubt werden, unsere Gemeinden in Brand zu stecken.»

Trump warf gewaltsamen Demonstranten vor, das Gedenken an George Floyd zu entehren. «Was wir jetzt auf unseren Strassen sehen, hat nichts mit Gerechtigkeit oder mit Frieden zu tun», sagte Trump. «Meine Regierung wird Mob-Gewalt beenden.»

Trump sagte: «Ich stehe vor Ihnen als ein Freund und Verbündeter jedes Amerikaners, der nach Gerechtigkeit und Frieden strebt.» Er sei aber strikt gegen jene, die diese «Tragödie» ausnutzen wollten, um zu plündern oder zu bedrohen. «Heilung statt Hass und Gerechtigkeit statt Chaos sind der Auftrag, den es zu erfüllen gilt.»

Auch Bill Barr macht Linksextremisten verantwortlich für die Gewalt, ohne jedoch Beweise zu liefern.

Alleine in Los Angeles waren nach Angaben vom Samstag bei Protesten nach dem Tod Floyds mehr als 500 Menschen festgenommen worden. Auch in anderen Metropolen kam es zu Festnahmen. Nach Trump machte auch US-Justizminister William Barr linke Gruppierungen für die Ausschreitungen in vielen amerikanischen Städten verantwortlich. Die Gewalt nach dem Tod Floyds sei geplant und gehe auf das Konto von «anarchistischen Linksextremisten», sagte Barr am Samstag. Beweise legte auch er nicht vor. (jaw/sda/dpa)

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Proteste in Minneapolis

Dieses Video zeigt die Ausschreitungen in den Strassen von Minneapolis

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 01.06.2020 08:15
    Highlight Highlight Wir EuropäerInnen sollten die Vorgänge in den USA, aber auch in Hongkong, sehr genau beobachten und studieren, damit wir daraus unsere Schlüsse ziehen können!
    Weder der ultraliberale Weg der kompleten staatlichen Deregulierung, wie ihn die USA mit der Trump-Regierung beschreitet, noch eine immer feinmaschigere Kontrolle durch undemokratische, autoritäre Staatsapparate, wie sie die VR China unter Xi Shin Pin beschreitet, können für die Europäische Völkergemeinschaft sinnvoll sein!
    Es braucht eine Balance zwischen Polaritäten:
    Eine ökologisch-soziale Marktwirtschaft als europäischen Mittelweg.
  • Lokutus 31.05.2020 10:09
    Highlight Highlight Sowas nennt man schlicht und ergreifend „Bürgerkrieg“.

    Und Trump hat massiv daran mitgewirkt! Und Er hört nicht damit auf, faselt was was von imaginären Linksextremen und Antifa.
    Es sind die Belogenen und Betrogenen der Trump Ära, die langsam begreifen, dass sie einem Schwachsinnigen Wahnsinnigen vertraut haben
  • Alice36 31.05.2020 09:15
    Highlight Highlight Es gibt sicher 100 Gründe für die ausufernden Ausschreitungen in den US Städten und es sind sicher nicht nur linksradikale Antifa die randalieren. Friedliche Demo's haben in den USA Null Wirkung, siehe Demos nach Schulmassakern oder Umweltkatastrophen etc.. Die einzige Sprache die das Establishment versteht ist Randale. Dazu kommt noch das Elend wie keine Job's, mittlerweile Hunger und der soziale Abstieg grosser Bevölkerungskreise während der letzten "guten" Jahre die nur den Eliten die Taschen gefüllt haben. Zusammen mit einem Trottel von Präsidenten entstehen dann solche Szenen.
    • rodolofo 01.06.2020 08:24
      Highlight Highlight Europa hatte solche radikalisierte Verhältnisse (mit Nazis auf der einen Seite und Kommunisten auf der anderen Seite) in den chaotischen Jahren vor dem 2. Weltkrieg...
      Die USA befreiten schliesslich zusammen mit Russland Europa von den Nazis.
      Doch gerade dieser Sieg hat beide Supermächte blind gemacht für den Faschismus in ihren eigenen Reihen!
      In den USA waren es konservative Hardliner und Markt-Fetischisten.
      In der Sowjetunion waren es Stalinisten.
      Sie stürzten die Welt nach dem glorreichen Sieg über den Faschismus in einen ruinösen "Kalten Krieg".
      Resultat: Verwahrlosung hüben wie drüben...
  • Hierundjetzt 31.05.2020 08:15
    Highlight Highlight Die mit Abstand grösste Militärmacht des Planeten kann keine Plünderungen von Jugendlichen stoppen

    Kann man sich nicht ausdenken.

    Hat die Reithalle auch 1x gemacht. 1h später war Ruhe im Karton.

    Auch als Deutsche Linksextreme am 1. Mai in ein vollbesetztes Zürcher Polizeiauto ein Molotowcocktail warfen -> 1h später nix Demo mehr.

    Unterschied:

    Wir finanzieren der Polizei teure und lange Ausbildungen und stellen Ihr auch die notwendige Infrastruktur zur Verfügung, zahlen hohe Löhne (zu recht!)

    Und wenn einer meint, er müsse Rambo spielen greift die Staatsanwaltschaft rigoros durch.
    • BetterTrap 31.05.2020 10:06
      Highlight Highlight Och man @hierundjetzt.

      Manchmal sollte man einfach schweigen.
      Erstens hinkt der Vergleich massiv, zweitens werden die Menschen einfach als Chaoten abgestempfelt, Polizeibrutalität wird ignoriert und schlussendlich sogar propagiert.

      Aber ja... kommt völlig unerwartet.
    • Hierundjetzt 31.05.2020 10:45
      Highlight Highlight Nö. Werden Sie nicht.

      Plündern hat nichts mit Rassismus zu tun sondern ist brätschblöd.

      In Bern, Zürich oder LA

      Die US Gemeinde-Polizei ist chronisch unterfinanziet und hat keine Ausbildung wie in Westeuropa.

      Voilà: Polizeibrutalität. Völlig sinnlos. Der gehört für 20 Jahre eingesperrt

      Das sind Fakten.

      Reds jetzt nicht schön
  • Spüdlifalt 31.05.2020 08:08
    Highlight Highlight Trump wollte ein «War President» sein... Jetzt hat er seinen Krieg.
  • PeteZahad 31.05.2020 08:07
    Highlight Highlight Das Trump ein Idiot ist, gerne von seinen Fehlern ablenkt und Öl ins Feuer giesst ist bekannt. Aber ich Frage mich wirklich ob Sachbeschädigung und Plünderungen, der Sache dienlich sind. Ist wie hierzulande: Ein paar Idioten stellen die friedlich Demonstrierenden in ein schlechtes Licht.
  • messiah 31.05.2020 08:03
    Highlight Highlight Die Schuldzuweisungen gegen Links würde auch bei uns super funktionieren. Zu wwnig wissen die Leute aber die Antifa bzw. wofür es steht.
  • Füürtüfäli 31.05.2020 07:51
    Highlight Highlight 40 Millionen Arbeitslose, wenige Perspektiven bei Corona für viele Menschen, angespannte Situation wegen einem weiteren sinnlosen Mord durch Polizisten. Die Stimmung kann schnell noch viel schlimmer werden.... und wenn dann das eigene Militär mit scharfer Munition schießt, wo jeder zweite Amerikaner gut bewaffnet ist...
    • Hierundjetzt 31.05.2020 08:54
      Highlight Highlight Schiessbefehl im Inland gibts nicht in westlichen Demokratien.

      Also Bitte.

      Hört auf VT zu verbreiten🙄
    • soulpower 31.05.2020 09:31
      Highlight Highlight Hierundjetzt: Also harmlos ist die Situation leider nicht. Nun müssen die Politiker der einzelnen Staaten und betroffenen Städte wieder Ruhe herstellen können, und in einem Land wo so viele eine Knarre haben wird dies nicht so einfach sein. Schade dabei ist, dass nun die eigentlich friedlichen Demos gegen Rassismus wegen den mitströmenden Randalierern unterbunden werden.
    • Hierundjetzt 31.05.2020 10:02
      Highlight Highlight Bitte Verhältnismässigkeit wahren:

      Einsatz des Militärs im Inland wegen Jugendlichen die randalieren?

      Die Gelbwestenproteste waren viiiiiel viel viel krasser. 100‘000ende. wochen-lang. Landesweit. Tote. Verletzte zu 100eten.

      Aber da konnten die meisten Deutschweizer wieder mal die Sprache nicht. Darum.

      Baguette Paris, Renault, Froschesser hihihi hahaha lustig

      Isch doch so 😒
  • soulpower 31.05.2020 07:51
    Highlight Highlight Schade konnten die Demonstranten nicht beim Demonstrieren bleiben. Nun mussten auch die Bürgermeister und Landesführer der Demokraten die Nationalgarden aufbieten, um gegen Plünderung und pure Zerstörung vorzugehen. Und das eigentliche Thema kommt immer mehr unter die Räder der Randalierer, die nur zerstören statt demonstrieren. Sehr schade!
  • Dirk Leinher 31.05.2020 07:24
    Highlight Highlight Georges Soros sieht sich selbst als eine Art Gott, der alles bestimmt. Also nun sollten die Atheisten hier alle mal diesen selbsternannten Gott so zur Verantwortung ziehen, wie sie es sonst mit dem Gott der Christen machen.

    It is sort of a disease when you consider yourself some kind of god, the creator of everything, but I feel comfortable about it now since I began to live it out.
    George Soros
    https://www.azquotes.com/author/13885-George_Soros

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