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Strafe von mehr als 350 Millionen US-Dollar für Trump

epa11159499 A person poses with a Donald Trump impersonator in front of Trump Tower as seen in New York, New York, USA, 16 February 2024. Judge Arthur Engoron issued the Trump Organization to pay over ...
Eine Person posiert mit einer als Trump verkleideten Person vor dem Trump Tower in New York, 16. Februar 2024.Bild: keystone

Betrugsprozess in New York: Strafe von mehr als 350 Millionen US-Dollar für Trump

16.02.2024, 21:1717.02.2024, 00:07
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Der ehemalige US-Präsident Donald Trump ist in einem Betrugsprozess zu einer Strafzahlung von rund 355 Millionen US-Dollar (etwa 310 Millionen Franken) verurteilt worden. Zudem dürfe der Immobilienunternehmer Trump drei Jahre lang keine Firma im Bundesstaat New York führen, hiess es in einer 92 Seiten langen Anordnung, die Richter Arthur Engoron am Freitag veröffentlichte. Trumps Söhne Eric und Donald Jr. müssen demnach je rund vier Millionen Dollar Strafe zahlen und dürfen zwei Jahre lang kein Unternehmen im Bundesstaat New York leiten.

«Das komplette Fehlen von Reue und Einsicht bei ihnen ist fast schon krankhaft», schrieb Richter Engoron unter Bezugnahme auf Trump und seine Söhne in der Anordnung. Das Urteil sei eine «vernichtende Niederlage» für Trump und die Strafzahlung könne seinen «kompletten Bargeldvorrat auslöschen», kommentierte die «New York Times». Trumps Anwälte kündigten an, in Revision gehen zu wollen. Politische Überzeugungen und der Austragungsort des Verfahrens, nicht die Fakten, hätten den Ausgang des Prozesses bestimmt, kritisierte Donald Trump Jr. nach der Entscheidung auf der Online-Plattform X, vormals Twitter. Die Metropole New York gilt als liberal und wählt meist überwiegend demokratisch.

In dem Zivilprozess ging es um die Zukunft des Firmenimperiums des 77-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft warf Trump, dessen Söhnen und Mitarbeitern vor, den Wert der Trump Organization jahrelang manipuliert zu haben, um an günstigere Kredite und Versicherungsverträge zu kommen. Richter Engoron hatte dies vor dem Prozess bereits bestätigt. In dem Verfahren ging es deswegen vor allem um die Festlegung möglicher Strafen sowie weitere Anklagepunkte. Während des Prozesses wurden sowohl Trump selbst als auch mehrere seiner Kinder befragt.

Eine Gefängnisstrafe oder direkte Auswirkungen auf Trumps Bewerbung um das Präsidentenamt hatten in dem Zivilprozess nicht gedroht. Der Ex-Präsident ist derzeit allerdings noch in eine Reihe weiterer Verfahren verwickelt. Erst am Donnerstag war der Beginn eines Prozesses in Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar am 25. März von einem Richter bestätigt worden. Es wäre der erste strafrechtliche Prozess gegen einen früheren Präsidenten in der Geschichte der USA. Drei weitere Strafprozesse sind in Vorbereitung, unter anderem wegen des Vorwurfs versuchter Wahlmanipulation, zudem laufen noch Zivilprozesse.

Erst Ende Januar hatte eine Geschworenenjury in einem zweiten Verleumdungsprozess der 80-jährigen Autorin E. Jean Carroll eine Entschädigungszahlung von 83,3 Millionen Dollar (etwa 73 Millionen Franken) zugesprochen. Trumps Anwälte hatten angekündigt, in Revision gehen zu wollen.

Der 77-jährige Trump gilt bei der im November anstehenden Präsidentschaftswahl als aussichtsreichster Bewerber der Republikaner. Seine Prozesse nutzte er bislang häufig wie Wahlkampfveranstaltungen, was ihm bereits Auseinandersetzungen mit mehreren Richtern einbrachte.

(sda/dpa)

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101 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jo Kaj
16.02.2024 21:28registriert Juli 2019
Endlich mal eine Strafe die sitzt! Jedoch sollte er dringlichst für den Sturm auf das Kapitol zur Rechenschaft gezogen werden.
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Jacques #23
16.02.2024 21:34registriert Oktober 2018
Donald Trump.
Verurteilter Betrüger.

Jetzt braucht er erst recht Wahlkampf Spenden seiner Groupies. Die jedoch nicht mehr fliessen, wie auch schon.
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Sunstich
16.02.2024 21:37registriert Mai 2020
Worauf das Herzli des guten Donald hoffentlich etwas schneller Cheesburger-Fett verarbeiten muss und ihm noch ein paar gelbe Haare ausfallen solllen - Stein um Stein demontiert man einen Klumpen.
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