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Auslöser des Havanna-Syndroms laut CIA möglicherweise doch eine Energiequelle

03.02.2022, 00:5303.02.2022, 12:16

Nach Einschätzung von US-Geheimdiensten könnten manche Fälle des sogenannten Havanna-Syndroms bei amerikanischen Diplomaten gezielt durch eine Art elektromagnetischer Strahlung ausgelöst worden sein. Es gebe «mehrere plausible Wege» elektromagnetische Impulse eines bestimmten Frequenzspektrums derart gezielt einzusetzen, hiess es am Mittwoch in einem von Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines und CIA-Direktor William Burns veröffentlichten Bericht. Mit bestimmten Geräten könnten solche Signale in der Luft Hunderte Meter übertragen werden und mit etwas Verlust auch durch die meisten Baumaterialien.

Bild: shutterstock

Ein Einsatz solcher Strahlungsquellen könne die zentralen gesundheitlichen Beschwerden des Havanna-Syndroms «plausibel» erklären, hiess es in der teilweise geschwärzten Zusammenfassung eines geheimen Expertenberichts. Ein Einsatz von Ultraschall könnte die Symptome auch erklären, allerdings könnten solche Geräte nur Zielen schaden, die sich unmittelbarer Nähe befänden. Andere Hypothesen wie nur der Einsatz chemischer oder biologischer Substanzen seien angesichts der beobachteten Symptome nicht plausibel, hiess es weiter.

Der Auslandsgeheimdienst CIA hatte nach US-Medienberichten kürzlich erklärt, es sei nicht davon auszugehen, dass eine globale Kampagne eines fremden Landes für die mysteriösen Erkrankungen verantwortlich sei. Die meisten Fälle waren demnach auf bisher nicht diagnostizierte Krankheiten oder Stress zurückzuführen, wie es hiess. Es gebe allerdings auch Fälle, die sich nicht erklären liessen.

Auch in dem neuen Bericht hiess es, ein Teil der Fälle «lässt sich nicht leicht durch Umwelteinflüsse oder Erkrankungen erklären und könnte externen Stimuli geschuldet sein.» Das räumlich begrenzte und plötzliche Auftreten der Symptome spreche für einen räumlich und zeitlich begrenzten externen Auslöser. Für den Bericht waren mehr als 1000 als geheim eingestufte Dokumente verschiedener US-Behörden und Ministerien analysiert worden, genauso wie Berichte Betroffener und deren Krankenakten, wie es in der Zusammenfassung hiess.

Dutzende in Havanna lebende US-Diplomaten und ihre Angehörigen haben ab 2016 über rätselhafte Kopfschmerzen, Hörverlust, Schwindel und Übelkeit geklagt. Das Botschaftspersonal dort wurde daraufhin auf ein Minimum reduziert. Später wurden auch an anderen Orten der Welt ähnliche Beschwerden gemeldet. Die US-Regierung schloss nicht aus, dass es sich dabei um eine Art Angriff handeln könnte – es wurde aber immer betont, dass man nicht wisse, was dahinterstecke. (saw/sda/dpa)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Habana
03.02.2022 04:09registriert Dezember 2021
Vielleicht sollten die Amis einfach mal versuchen den ganzen Elektromüll in ihren Botschaften zu deinstallieren oder den Stecker zu ziehen.
Komischerweise treten diese Symptome nur in Botschaften auf in der offensichtlich der NSA im obersten Stockwerk tätig ist.
Zudem trat dieses Syndrom erst auf als der Aluhut aller Aluhüte Trump irgendwelche Verschwörungstheorien in die Welt setzte und meinte man könne Kuba so diskreditieren.
Niemand hat die Amis nach Kuba eingeladen um dort zu spionieren, geschweige denn um dort illegal irgendwelche Abhörzentren oder gar illegale Foltercamps zu installieren
https://www.swissinfo.ch/ger/spaehziel-genf_nsa-spionage---sie-haben-das-system-zerstoert-/37228412
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Trasher2
03.02.2022 07:38registriert März 2016
Ich kenne mich ja nicht aus, aber vielleicht haben die Amis selbst die Geräte bei sich die das Syndrom auslösen.... (zB. Speziell abhörsichere Handys)
Es kann ja nicht sein, dass so ein Phänomen nur eine bestimmte Gruppen Menschen aus einem bestimmten Land aus einer bestimmten Berufsgruppe in jeder Ecke der Welt angreift.
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Privilecheese
03.02.2022 07:55registriert Januar 2020
Bevor die Amis jetzt gleich einen Search & Destroy Trupp aussenden, sollten sie vielleicht die eigene Security nochmals überprüfen. Könnte ja sein, dass die Full-Body Scanner und Antiabhöranlagen auf längere Sicht doch nicht ganz unbedenklich sind.
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