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Virginia Giuffre, Missbrauchsopfer im Epstein-Fall, hat Suizid begangen

Virginia Giuffre, Missbrauchsopfer im Epstein-Fall, hat Suizid begangen

26.04.2025, 06:5426.04.2025, 08:39

Die durch den Epstein-Skandal um sexuellen Missbrauch Minderjähriger bekannt gewordene Virginia Giuffre hat laut ihrer Familie Suizid begangen. Der Tribut des Missbrauchs sei zu hoch gewesen, schrieben ihre Angehörigen am Samstag.

«Mit völlig gebrochenen Herzen teilen wir mit, dass Virginia letzte Nacht auf ihrer Farm in Western Australia gestorben ist», hiess es in einer Erklärung. Giuffre hatte dem britischen Prinzen Andrew vorgeworfen, sie im Alter von 17 Jahren sexuell missbraucht zu haben, der Milliardär Jeffrey Epstein soll den Kontakt hergestellt haben.

In this image taken from video issued by the BBC, Virginia Roberts Giuffre speaks during an interview on the BBC Panorama program that will be aired on Monday Dec. 2, 2019. Roberts Giuffre says she wa ...
Virginia Giuffre in einem Interview mit BBC, 2019.Bild: AP

«Sie hat ihr Leben durch Suizid verloren, nachdem sie lebenslang ein Opfer von sexuellem Missbrauch und Sex-Handel war», hiess es in der Mitteilung der Familie der 41-Jährigen weiter. «Am Ende wurde der Tribut des Missbrauchs so hoch, dass es für Virginia unerträglich wurde, sein Gewicht zu ertragen.» Die in Kalifornien geborene Giuffre lebte seit mehreren Jahren in Australien. Sie hinterlässt drei Kinder.

Fall Epstein jahrelang in Schlagzeilen

Der Fall Epstein sorgte jahrelang für Schlagzeilen. Der bereits 2008 wegen Sexualverbrechen verurteilte US-Amerikaner war im August 2019 nach einer erneuten Festnahme tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden worden. Nach Angaben der Behörden hatte der bestens vernetzte Finanzinvestor und Multimillionär Suizid begangen.

Epsteins langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell – eine gute Bekannte von Prinz Andrew – wurde Ende Dezember 2021 in einem Gerichtsverfahren in New York von den Geschworenen wegen Sex-Handels schuldig gesprochen. Laut Anklage hatte die Britin über Jahre systematisch Minderjährige für Epstein rekrutiert, die von diesem dann sexuell missbraucht wurden. Als Strafmass wurden 20 Jahre Haft verhängt.

Der Rechtsstreit zwischen Giuffre und Prinz Andrew wurde 2022 aussergerichtlich beigelegt. Ein Bundesgericht in New York setzte eine entsprechende Vereinbarung nach der Zahlung einer Entschädigung in Kraft. Die Höhe der Entschädigungszahlung wurde nicht mitgeteilt. Prinz Andrew entging damit nicht nur einer strafrechtlichen Verfolgung, sondern auch einem Zivilprozess mit vielen unangenehmen Fragen. (sda/afp)

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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Homo ludens
26.04.2025 07:36registriert März 2020
Ihr wurde viel Unrecht getan, das wohl nie aufgeklärt wird. Das ist sehr tragisch.
Bei diesem Bericht fehlt aber einiges. Laut Medienberichten war sie vor ein paar Wochen an einem Autounfall beteiligt und schwer verletzt worden. Das Ausmass der Verletzungen war umstritten. Gleichzeitig lag sie in einem Streit mit einem früheren Partner. Infolgedessen sie letzte Woche vor Gericht hätte erscheinen müssen. Das tat sie nicht.
Ihre Geschichte hat viele Seiten und ist noch trauriger als auf den ersten Blick.
1949
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Thomas Bürgi
26.04.2025 07:43registriert Februar 2023
das ist sehr tragisch. ich frage mich jedoch, warum in diesem fall immer wieder schlüsselpersonen, welche zuviel wissen, plötzlich selbstmord begehen? oder soll es nur so aussehen, sind ja doch extrem mächtige personen involviert.
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benn
26.04.2025 07:38registriert September 2019
praktisch, alle zeugen die reiche belasten könnten bringen sich um!
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