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Trump vs. Biden: Die 9 wichtigsten Szenen der unglaublichen Debatte

epa08707233 US President Donald J. Trump (L) and Democratic presidential candidate Joe Biden (R) participate in the first 2020 presidential election debate at Samson Pavilion in Cleveland, Ohio, USA,  ...
Präsident Trump und der demokratische Kandidat Joe Biden trafen sich zum ersten Mal zu einer Debatte. Es wurde die erwartete Katastrophe.Bild: keystone

Die 9 wichtigsten Szenen einer ersten, unglaublichen Debatte zwischen Trump und Biden

30.09.2020, 06:5330.09.2020, 10:08
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In der Case-Western-Reserve-Universität in Cleveland trafen sich in der Nacht auf Mittwoch US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden zu einer ersten TV-Debatte. Moderiert wurde der Schlagabtausch vom 72-jährigen Fox-News-Moderator Chris Wallace. Damit komplettierte er den Ü-70er-Club der weissen Männer, der über die Zukunft der Weltmacht debattierte.

Trump vs. Biden: Die Highlights der chaotischen Debatte

Video: watson

Sechs Themen waren zuvor angekündigt worden. Sie stammten, wie auch die Fragen, aus der Feder des überraschend neutralen Chris Wallace:

  • Supreme Court
  • Covid-19
  • Wirtschaft
  • Wahlintegrität
  • Rasse und Gewalt
  • Die vollbrachten politischen Leistungen

Zur Überraschung streute Wallace noch ein siebtes Thema ein: den Klimawandel.

Unmögliche Gesprächskultur

Gleich zu Beginn machte Präsident Trump klar, dass er sich nicht auf Diskussionen einlassen will. Er rief dazwischen, unterbrach und pöbelte wie ein ungehobelter Fussballfan in der hintersten Reihe. Die Taktik ging zu Beginn auf und Trump konnte verhindern, dass auch nur ansatzweise ein vernünftiges Gespräch entstand. Moderator Wallace hatte seine liebe Mühe, ihn im Zaum zu halten. 90 Minuten später nannte er die erste Debatte zynisch lachend eine «interessante Erfahrung». Andere waren weniger gnädig und glauben gar, dass Massnahmen gegen die «Gesprächskultur ergriffen werden müssen».

«Ich wäre nicht überrascht, wenn es keine weitere Debatte gäbe. Im Minimum muss sich die Debatten-Kommission überlegen, die Mikrophone phasenweise auszuschalten.»
Experte Rich lowry bei NBC-News

Trumps Stil

Repräsentativ für die ersten chaotischen Minuten steht ein Schlagabtausch zwischen Chris Wallace und Donald Trump. Vereinbart war, dass jeder Kandidat zwei Minuten freie Redezeit erhielt. Danach wurde die Diskussion geöffnet – was sofort in einer verbalen Rauferei ausartete.

Trump versuchte bis zum Schluss, die Niederschrei-Taktik aufrechtzuerhalten. Es gelang ihm zunehmend schlechter – trotzdem musste er auch kurz vor Schluss noch einmal ermahnt werden.

Obwohl die erste Debatte (wie erwartet) dem Zuschauer keine oder nur sehr marginale inhaltliche Aufklärung lieferte, war sie nicht frei von Highlights. Wir haben sie gesammelt:

Biden nannte Trump einen Lügner, «Putins Hündchen», zweimal einen Clown und «den schlechtesten Präsidenten der Geschichte»

Wer geglaubt hatte, dass Joe Biden aufgrund von Trumps Aggressivität in den Debatten untergehen würde, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Biden teilte aus. Und wie:

«Er ist Putins Hündchen.»
Joe biden über Donald Trump
«Du bist der schlechteste Präsident, den Amerika je hatte.»
Joe Biden über Donald Trump

Beim ersten Mal war es noch kaum hörbar, beim zweiten Mal aber war es sehr eindeutig: Joe Biden nannte Präsident Trump einen Clown. Beim zweiten Mal entschuldigte er sich danach artig. Die Szene steht stellvertretend für die gesamte Art der Debatte: Biden versucht zu erklären, Trump unterbricht, Wallace versucht die Ordnung zu wahren.

Trumps bester Moment war gleich zu Beginn, als er Bidens Wahlkampfveranstaltungen lächerlich machte

Moderator Wallace musste ein bisschen lachen, als Trump schlagfertig Bidens Wahlkampfveranstaltungen lächerlich machte: «Er macht keine grossen Veranstaltungen, weil niemand auftauchen würde.»

Trump behauptete, er habe Millionen von Dollar Steuern bezahlt

Sich auf einen Bericht der «New York Times» beziehend, stellte Wallace die Frage, ob Donald Trump während zweier Jahre (2016 und 2017) nur 750 Dollar Einkommenssteuern bezahlte habe. Dieser widersprach.

«Ich habe Millionen von Dollar Steuern bezahlt.»
Donald Trump auf die Frage, ob er 2016 und 2017 tatsächlich nur 750 Dollar Einkommenssteuer bezahlt habe.

Biden zeigte zwei, drei Mal Probleme beim Sprechen

Joe Biden wirkte verschiedentlich sprachlich nicht sehr gewandt. Als Kind stotterte er. Gut möglich, dass Trump mit seiner Aggressivität darauf abzielte, Bidens Sprachfähigkeit zu testen. Während Trump-Wähler Bidens Holperer als senil auslegen, glauben Demokraten, es handle sich dabei um Überbleibsel aus seiner Jugend.

Biden hatte zwei wirklich gute Momente. Der erste war sein Einstieg zu seinem Monolog bei der Rassenfrage

«Es geht um Gerechtigkeit, um Gleichheit und um Anstand... wir haben es bisher nicht geschafft. Aber wir sind vor dieser Aufgabe nie davongerannt.»
Joe Biden

Sein zweiter guter Moment war der ...

«Halt die Klappe.»
Joe Biden zum Präsident der Vereinigten Staaten.

Trump wurde aufgefordert, sich gegen Rechtsextreme auszusprechen – und dann geschah das:

Als der Präsident aufgefordert wird, sich ganz klar von Rechtsextremen zu distanzieren, windet er sich ohne eindeutiges Zugeständnis aus der Situation heraus.

Was im Geplapper beinahe untergeht: Trump richtet sich direkt an die «Proud Boys» – die «stolzen Jungs». Das ist eine rechtsradikale und neofaschistische Gruppe, die Gewalt predigt. Er ermahnt sie, sich «bereit zu halten» – «stand by». Jemand müsse schliesslich «etwas gegen die Antifa unternehmen.» Deeskalation geht anders.

Trump leugnet den Klimawandel nicht mehr (komplett)

Fox-News-Moderator Chris Wallace ging erstaunlich hart mit dem Präsidenten ins Gericht. Und er erzwang ein Geständnis, das man so von Donald Trump noch nicht kannte.

«Ich glaube viele Dinge sorgen dafür. Aber ja. Zu einem gewissen Grad auch die Menschen.»
Donald Trump über den Klimawandel

Trump nannte die Wahlen den grössten Beschiss aller Zeiten und drohte erneut, das Resultat nicht zu akzeptieren.

Beunruhigend sind Trumps Äusserungen zum Ausgang der Wahlen. Ein klares Vertrauensvotum zu den Instrumenten der amerikanischen Demokratie sind sie nicht. Und er weigert sich, seine Anhänger aufzufordern, friedlich zu bleiben.

Bonus: Wie am Ende die Ehefrauen ihren Männern begegneten...

So lachen die Late-Night-Moderatoren über Trumps Steuerenthüllungen

Video: watson/een
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Die wichtigsten Termine bis zu den US-Wahlen
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Die wichtigsten Termine bis zu den US-Wahlen
Donnerstag 20. August (Daten beziehen sich auf US-Zeit, teilweise werden die Events erst am nächsten Tag europäischer Zeit statfinden):
Joe Biden wird an der Democratic National Convention in Milwaukee eine Rede halten. Biden wird an der Convention offiziell als demokratischer Kandidat gegen Donald Trump nominiert werden.
quelle: keystone / usa biden harris handout
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Highlights von Bidens kämpferischer Rede gegen Trump
Video: watson
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89 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Alice36
30.09.2020 07:29registriert Juni 2017
Hat denn jemand etwas anderes erwartet? Dieser Präsident ist absolut unfähig für den Job den er inne hat. Er hat keine fachliche Autorität, keine persönliche Autorität und die Autorität seines Amtes ist auch weg da er auf der ganze Linie versagt hat. Das Einzige was dieser Mann zustande bringt ist das fluten der Social Media mit Lügen und das macht er so schlecht das die ganze Welt nur noch den Kopf schütteln kann. Er ist eine lächerliche Witzfigur die zum Präsidenten der USA gemacht wurde und deren demokratisches System ad absurdum führt.
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iss mal ein snickers...
30.09.2020 08:32registriert September 2014
Mit Trump zu debattieren ist das gleiche wie mit einer Taube Schach zu spielen; egal wie gut deine Züge sind; am Schluss schmeisst die Taube die Figuren um, scheisst auf das Schachbrett und stolziert wie ein Gewinner über das Brett 🤷🏼‍♀️
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Linus Luchs
30.09.2020 08:58registriert Juli 2014
Live am Fernsehen stellt Trump in Aussicht, ein für ihn negatives Wahlresultat nicht zu akzeptieren, und er appelliert an eine faschistische Schlägertruppe, sich bereit zu halten. Die USA stehen am Abgrund. Ich frage mich, was zurzeit bei den obersten Militärs vorgeht. Werden sie zuschauen, wenn ein Möchtegerndiktator versucht, ihr Land, dem sie sich in Ehren verpflichtet fühlen, in den Bürgerkrieg zu treiben?
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«Epochaler Schritt»: Grönland stellt eigene Sicherheitsstrategie vor

Grönland hat eine eigene Aussen-, Verteidigungs- und Sicherheitsstrategie präsentiert. Die grönländische Regierung stellte am Mittwoch ihre Strategie unter dem Titel «Nichts über uns ohne uns» vor. Damit will die grösste Insel der Erde mehr Verantwortung für ihre Aussenpolitik übernehmen. Bisher hat Dänemark nämlich die Entscheidungskraft in Aussen- und Sicherheitsfragen. Nach Angaben der führenden grönländischen Zeitung «Sermitsiaq» handelte es sich um einen «epochalen Schritt» und die erste Strategie dieser Art seit 2011. Ihre Ausarbeitung hat demnach mehrere Jahre gedauert.

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