International
USA

Trans Personen in Arkansas: Hormon-Therapie verboten

Behandlungsverbot von trans Jugendlichen in Arkansas beschlossen

07.04.2021, 05:3807.04.2021, 13:32
epa09079737 Plataform Trans Association president Mar Cambrolle (C) takes part with Euforia Trans Association to a demonstration to defend the new transexual law that has been registred at the Lower C ...
Eine Gruppe von transgender Aktivist:innen demonstriert in Madrid.Bild: keystone

Trotz des Widerstands des Gouverneurs ist im US-Bundesstaat Arkansas ein umstrittenes Gesetz beschlossen worden, das geschlechtsangleichende Massnahmen für transgender Jugendliche verbietet. Das Gesetz untersagt Ärzten, unter 18-Jährige für die Geschlechtsanpassung mit Hormonen oder Pubertätsblockern zu behandeln oder sie zu operieren. Der republikanische Gouverneur Asa Hutchinson hatte am Montag zwar ein Veto gegen die vom Parlament abgesegnete Gesetzesvorlage eingelegt, wurde am Dienstag jedoch von der Abgeordnetenkammer und dem Senat überstimmt.

Führende medizinische Vereinigungen des Bundesstaates seien gegen das Gesetz, sagte Hutchinson am Montag. «Die geäusserte Sorge besteht darin, dass die Verwehrung der besten medizinischen Versorgung für transgender Jugendliche zu erheblichen Schäden für den jungen Menschen führen kann, von Suizidtendenzen und sozialer Isolation bis hin zu erhöhtem Drogenkonsum.»

Er warnte auch, dass Jugendliche, die derzeit eine Hormonbehandlung machten, auf den Schwarzmarkt oder in einen anderen Bundesstaat ausweichen müssten, sobald das Gesetz in Kraft trete. Dies soll laut Medienberichten frühestens im Sommer passieren.

Er hätte das Gesetz unterzeichnet, wenn es lediglich geschlechtsanpassende Operationen für Minderjährige verbieten würde, die in Arkansas ohnehin nicht durchgeführt würden, sagte Hutchinson. In der jetzigen Form gehe es aber zu weit, es sei «extrem» und «Produkt des Kulturkampfes in Amerika». Es stehe dem Staat nicht zu, sich in jede medizinische, menschliche und ethische Frage einzumischen.

Im Gesetzestext ist die Rede davon, Jugendliche vor dem «Experimentieren» zu bewahren. Zudem heisst es darin, dass nach derzeitigem Stand klinischer Studien die Risiken einer Transition «bei weitem» den Nutzen überwiegen würden. Insbesondere Operationen seien mit «zahlreichen und komplexen» Komplikationen und Risiken verbunden und unwiderruflich.

«Diese Entscheidung ignoriert Dutzende örtliche Ärzte, nationale medizinische Experten sowie transgender Jugendliche und ihre Eltern», erklärte die Bürgerrechtsorganisation ACLU auf Twitter und teilte mit, an einer Klage gegen das Gesetz zu arbeiten. (sda/dpa)

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