Hunderte protestieren in Zürich für Kurdistan
Gegen das Vorrücken syrischer Regierungstruppen in Kurdengebiete sind in Zürich am Samstag mehrere hundert Menschen auf die Strasse gegangen. Sie forderten ein Ende der Angriffe auf von Kurden bewohnte Städte.
Die Stadtpolizei Zürich erteilte vor Ort auf dem Helvetiaplatz eine Spontanbewilligung für einen Umzug auf einer vorgegebenen Route vom Kreis 4 in den Kreis 1 und wieder zurück in den Kreis 4, wie sie am Abend mitteilte.
Der Zürcher Helvetiaplatz füllte sich gegen 15 Uhr mit rund 800 Protestierenden, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beobachtete.
Die Organisatoren der von ihnen so genannten nationalen Solidaritätsdemonstration in Zürich nannten am Samstagabend in einer Mitteilung «rund 25'000 Menschen», die daran teilgenommen hätten. Die Stadtpolizei Zürich geht in einer vorsichtigen Schätzung von maximal 4000 bis 5000 aus.
Nach der eigentlichen Demonstration ging bei der Stadtpolizei Zürich die Meldung ein, dass an der Molkenstrasse ein Mann einen anderen Mann mit einer Faustfeuerwaffe bedroht habe und anschliessend in ein Gebäude geflüchtet sei, wie sie mitteilte. Die Einsatzkräfte hätten den mutmasslich Drohenden ausfindig machen und kontrollieren können.
Die Organisatoren der Kundgebung stellen es so dar: Gegen Ende der Demonstration sei ein Mann gesichtet worden, der mit einer Waffe auf die Menschenmenge zielte. Bevor sich ein Schuss habe lösen können, sei der Angreifer von den Ordnern der Demonstration überwältigt und der Polizei übergeben worden. Diese habe den Angreifer in Gewahrsam genommen.
Zur Demonstration aufgerufen hatte nach eigenen Angaben ein Bündnis aus kurdischen Organisationen, linken Gruppen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, darunter der Rat der Kurdischen Gesellschaft Schweiz (CDK-S). Die Demonstrierenden forderten vom Bundesrat eine klare Positionierung gegen den Krieg sowie den Schutz und die politische Anerkennung der kurdischen Bevölkerung.
Hintergrund ist eine Offensive der syrischen Übergangsregierung gegen die bisher kurdisch kontrollierten Gebiete im Norden und Nordosten des Landes. Derzeit gilt ein Waffenstillstand. Beide Seiten werfen sich jedoch weiterhin Verstösse vor. Die Regierung unter Interimspräsident Ahmed al-Scharaa will alle Gebiete Syriens unter eine Zentralregierung stellen. (sda)
