International
USA

US-Geheimdienstleck: Nachrichten des Verdächtigen geben Einblicke

US-Geheimdienstleck: Nachrichten des Verdächtigen geben Einblicke

06.05.2023, 20:5406.05.2023, 20:54

Im Fall des kürzlich aufgedeckten Datenlecks von Dokumenten der US-Geheimdienste ist das genaue Motiv des Verdächtigen trotz der Sichtung Tausender seiner Internet-Posts noch unklar. Die «New York Times» berichtete am Samstag unter Berufung auf mehrere Tausend Beiträge, die Jack Teixeira in einem Internet-Chatraum postete, viele Fragen zu den Beweggründen des jungen Mannes seien weiter offen.

Die Nachrichten böten aber Einblick in die Denkweise des Militärmitarbeiters. «Er scheint sich in gewisser Weise als Autor eines Insider-Newsletters gesehen zu haben, der seine Online-Freunde aufklären sollte - und nicht als Whistleblower, der eine grosse Enthüllung von Regierungsgeheimnissen plante», schrieb das Blatt.

Teixeira verbreitete laut den Recherchen der Zeitung unter anderem diverse Verschwörungstheorien und behauptete etwa, US-Behörden seien an der Inszenierung von Amokläufen beteiligt, um Einfluss auf die Debatte über Waffengesetze zu nehmen.

Bilder von Waffen

Bilder und Beiträge aus dem Chatraum belegen einmal mehr die bereits zuvor überlieferte Waffenliebe des Anfang 20-Jährigen. Er veröffentlichte dort unter anderem Bilder seiner Waffen und sinnierte über grosse Schiessereien im Land. «Ich finde, Amokläufe zu analysieren ist cool. Und macht Spass», zitierte das Blatt eine seiner Nachrichten.

Teixeira steht im Verdacht, streng vertrauliche Dokumente der US-Geheimdienste und des Verteidigungsministeriums in einem geschlossen Chatraum veröffentlicht zu haben. Von dort aus sollen sie sich weiter verbreitet haben, bis Behörden und Medien darauf aufmerksam wurden. Die Verschlusssachen enthielten zum Beispiel Informationen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, aber auch Details zu angeblichen Spähaktionen der USA gegen Partner.

Die Bundespolizei FBI hatte Teixeira Mitte April festgenommen. Dem IT-Spezialisten der Nationalgarde werden unbefugte Entfernung, Aufbewahrung und Übermittlung von Verschlusssachen und nationalen Verteidigungsinformationen zur Last gelegt. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
2100 Passagiere: Grösstes Elektroschiff der Welt geht in den Dienst
Gigant unter Strom: Die «China Zorrilla» startet im Linienbetrieb. Die elektrische 130-Meter-Fähre transportiert Tausende Passagiere und Autos über den Río de la Plata.
130 Meter lang, Platz für 2100 Passagiere und 225 Fahrzeuge: Die «China Zorrilla» ist das grösste Akku-Schiff der Welt. Vor wenigen Tagen hat die Fähre ihren kommerziellen Betrieb aufgenommen.
Zur Story