US-Bürgerrechtsaktivist Jesse Jackson ist tot
Der US-Bürgerrechtsaktivist Jesse Jackson ist tot. Der schwarze Politiker, Pastor und einstige Weggefährte von Martin Luther King starb am Dienstag im Alter von 84 Jahren, wie seine Familie mitteilte. «Sein unerschütterlicher Glaube an Gerechtigkeit, Gleichheit und Liebe hat Millionen Menschen inspiriert», hiess es in der Erklärung der Familie.
Jackson galt über Jahrzehnte hinweg als eine der bekanntesten afroamerikanischen Persönlichkeiten in den USA. Er war ein enger Vertrauter des 1968 ermordeten Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. und übernahm nach dessen Tod eine führende Rolle innerhalb der US-Bürgerrechtsbewegung. 1971 gründete er die Organisation Rainbow PUSH Coalition, die sich bis heute für soziale Gerechtigkeit und die politische Teilhabe marginalisierter Gruppen einsetzt.
Laut der Organisation war Jackson zuletzt an einer seltenen neurodegenerativen Erkrankung namens progressive Supranukleäre Blickparese (PSP) erkrankt. Bereits 2017 hatte er öffentlich gemacht, dass er an Parkinson litt.
Jesse Jackson wollte US-Präsident werden
Jackson trat 1984 und 1988 an, um sich zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten wählen zu lassen. Er erreichte dabei historische Achtungserfolge, konnte sich jedoch nicht gegen die innerparteiliche Konkurrenz durchsetzen. Mit seinen Kampagnen war er einer der ersten Schwarzen Politiker in den USA, der eine ernsthafte Bewerbung um das Präsidentenamt wagte – lange bevor Barack Obama im Jahr 2008 tatsächlich gewählt wurde.
In seinen Reden betonte Jackson immer wieder die Notwendigkeit einer «Regenbogenkoalition» aus Schwarzen, Latinos, weissen Arbeiterinnen und Arbeitern sowie weiteren benachteiligten Gruppen in der amerikanischen Gesellschaft. Damit prägte er über Jahrzehnte die progressive Ausrichtung der Demokratischen Partei – auch wenn seine Vision in der realen Politik oft nicht vollständig umgesetzt wurde.
Jackson wurde 1941 in Greenville, South Carolina, geboren. Seine Kindheit war geprägt von Armut und den Bedingungen des rassistisch geprägten Südens. Seine Biografie spiegelte viele der Herausforderungen wider, gegen die er später politisch kämpfte.
Jesse Jackson studierte Theologie in Chicago, als er seine Mitarbeit in der Southern Christian Leadership Conference des legendären Bürgerrechtlers King begann. Jackson war mit Martin Luther King in Memphis, als dieser 1968 ermordet wurde. Später gründete Jesse Jackson eigene Organisationen, die 1996 in der «Regenbogen»-Koalition aufgingen - eine Initiative, die sich nach eigenem Bekunden «für sozialen Wandel» engagiert.
In den 70ern zählte er für das Magazin «Ebony» zu den hundert einflussreichsten schwarzen Amerikanern. Im darauffolgenden Jahrzehnt wurde der Baptistenpfarrer einer der bekanntesten afroamerikanischen Politiker.
Um Jacksons Gesundheit stand es in den letzten Jahren nicht besonders gut. 2017 teilte er selbst mit, dass er an Parkinson erkrankt sei. Während der Coronavirus-Pandemie mussten er und seine Ehefrau nach einer Infektion im August 2021 im Krankenhaus behandelt werden. Die Todesursache von Jackson war zunächst unklar, mehreren Medienberichten zufolge kam er vor wenigen Monaten ins Krankenhaus und litt an einer seltenen neurologischen Erkrankung. (hkl/sda/dpa)

