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epa05710186 US President Barack Obama delivers his farewell address to the American people at McCormick Place in Chicago, Illinois, USA, 10 January 2017.  Obama's eight year term as president of the USA ends on 20 January when President-elect Donald Trump takes the oath of office.  EPA/KAMIL KRZACZYNSKI

Ein Präsident verabschiedet sich: Barack Obama in Chicago. Bild: KAMIL KRZACZYNSKI/EPA/KEYSTONE

Acht Jahre Obama – so verabschiedete sich der US-Präsident von seinem Land



US-Präsident Barack Obama hat sich mit einer engagierten und emotionsgeladenen Rede nach acht Jahren im Weissen Haus von seinen Landsleuten verabschiedet. «Es war die grösste Ehre meines Lebens, Euch zu dienen», sagte er.

Obama rief die Amerikaner auf, als aktive Bürger die Zukunft mitzugestalten. Gleichzeitig forderte der erste schwarze Präsident der US-Geschichte dazu auf, die Unterschiede zwischen Schwarzen und Weissen in den USA endgültig zu beseitigen.

«Wir sind noch nicht dort, wo wir hin wollen», sagte Obama in Chicago vor Tausenden Zuhörern. «Alle haben noch Arbeit zu leisten.» Das gelte nicht nur für die weisse Bevölkerungsmehrheit. Auch die Schwarzen müssten hinschauen und zuhören und anerkennen, dass die weisse Mittelschicht ihre Probleme habe. «Wir müssen in die Haut des anderen schlüpfen», sagte er. «Grosse Ungleichheit unterhöhlt unsere demokratischen Ideale.»

Selbstgeschriebene Rede

Obama richtete während seiner Abschiedsrede emotionale Worte an seine Ehefrau Michelle, seine beiden Töchter sowie an Vizepräsident Joe Biden, den er als «Bruder» bezeichnete. «Dich habe ich als erstes nominiert und es war meine beste Entscheidung», sagte Obama vor den Augen des sichtlich gerührten Biden.

Obama widmete seine nach Angaben aus dem Weissen Haus selbst geschriebene Abschiedsrede der Demokratie, die es zu verteidigen gelte. «Wir können vorsichtig sein, aber wir dürfen uns nicht fürchten», rief er. Terroristen könnten Menschen töten, aber nicht ein Land wie Amerika in Gefahr bringen. Es sei denn, das Land lasse von seinen Werten ab. «Wir als Volk, mit den Mitteln unserer Verfassung, können eine bessere Union formen.» Demokratie sei aber kein Geschenk, sie müsse ständig neu geformt werden.

Neue Informationen zulassen

Politik sei zuallererst ein Wettstreit unterschiedlicher Ideen. «Wenn wir einander nicht zuhören, wenn wir aneinander vorbeireden, dann macht das Kompromisse und eine gemeinsame Basis unmöglich.» Probleme einfach totzuschweigen, verrate die Grundsätze der Verfassung.

Er warnte seine Landesleute davor, sich in ihre jeweiligen «Blasen», also abgeschlossene Welten, zurückzuziehen. Dieser Trend stelle eine «Bedrohung» für die Demokratie dar. Zunehmend würden die Menschen dann nur noch solche Informationen akzeptieren, ob sie wahr seien oder nicht, die zu ihren Meinungen passten.

«Ohne eine Bereitschaft, neue Information zuzulassen, und zuzugestehen, dass unser Kontrahent einen berechtigten Punkt macht, und dass Wissenschaft und Vernunft von Bedeutung sind, werden wir weiter aneinander vorbeireden», mahnte Obama. Konsens und Kompromiss würden so unmöglich.

Errungenschaften gepriesen

Mit seinen mahnenden Worten spielte er auf den erbittert geführten Wahlkampf um das Weisse Haus an, der die politische und gesellschaftliche Polarisierung des Landes weiter zugespitzt hat.

Obama erwähnte auch die Errungenschaften seiner Präsidentschaft. Seine Regierung habe 20 Millionen mehr Menschen eine Sozialversicherung gebracht, den gefährlichsten Terroristen der Welt unschädlich gemacht und eine Atommacht Iran verhindert, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern.

«Amerika ist ein besserer Ort, als zu der Zeit, als wir angefangen haben», sagte er. «Ihr müsst die Werte hochhalten, die uns zu dem machen was wir sind», forderte Obama von seinen Landsleuten. Obama wird am 20. Januar von Donald Trump abgelöst. (sda/dpa/afp)

Obamas Emotionen

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Baracks Emotionen
quelle: ap/ap / pablo martinez monsivais
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