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US-Polizei warnt nach Rocker-Blutbad in Texas vor weiterer Gewalt

Diese 18 Rocker befinden sich bereits hinter Gittern.
Diese 18 Rocker befinden sich bereits hinter Gittern.Bild: AP/McLennan County Sheriff's Office

US-Polizei warnt nach Rocker-Blutbad in Texas vor weiterer Gewalt

19.05.2015, 21:0719.05.2015, 21:08
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In Texas steht die Justiz nach der chaotischen Gewalteskalation zwischen Motorradgangs vor schwierigen Ermittlungen. Der Vorwurf gegen 170 Festgenommene lautet auf organisierte Kriminalität in Verbindung mit Mord. Doch viele Fragen sind offen.

Nach der blutigen Schlacht zwischen zwei Rockergruppen im US-Bundesstaat Texas mit neun Toten befürchtet die Polizei weitere Gewalt. «Wir fordern die Bikergruppen auf, sich zurückzuhalten», sagte Polizeisprecher Patrick Swanton in der Nacht zu Dienstag dem Fernsehsender CNN.

Er reagierte auf Spekulationen, dass weitere Mitglieder von Motorradclubs auf den Weg in die Stadt Waco sein könnten, um Vergeltung zu üben und warnte: «Wir haben genügend Platz in unserem Bezirksgefängnis, um sie dort hineinzustecken».

Der Gewaltausbruch wurde nach Einschätzung von Experten von einem seit längerer Zeit schwelenden Streit zwischen den «Bandidos» und «Cossacks» über die Vorherrschaft in Texas ausgelöst.

Die dort dominierenden «Bandidos» hätten sich daran gestört, dass die «Cossacks» seit kurzem einen grossen Aufnäher mit der Ortsangabe Texas hinten auf ihrer Kutte trügen. Dies sei als Kampfansage verstanden worden und habe schon mehrfach Auseinandersetzungen entfacht, berichtete das «Wall Street Journal» am Dienstag.

Die Polizei beschlagnahmt duzende Motorräder vor der «Twin Peaks Bar» 
Die Polizei beschlagnahmt duzende Motorräder vor der «Twin Peaks Bar» Bild: AP/FR91230 AP

Dutzende Motorräder und Fahrzeuge untersuchen

Die Polizei steht nach dem Blutbad vor schwierigen Ermittlungen. Rund 170 Beteiligte seien unter dem Verdacht der organisierten Kriminalität in Verbindung mit Mord festgenommen worden, sagte Swanton.

Mehr als 100 Motorräder und 50 bis 75 weitere Fahrzeuge müssten auf Einschusslöcher und Blutspuren untersucht werden. «Wir haben es nicht eilig. Dies ist unser Tatort, und er ist abgeriegelt. Wir wollen nichts übersehen», so der Sprecher.

Der Streit begann in den Toilettenräumen der «Twin Peaks Sports Bar and Grill» zunächst als Prügelei und setzte sich in der Bar fort, bis die Rocker dann auf dem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum mit Messern, Baseballschlägern, Ketten und schliesslich Schusswaffen aufeinander losgingen.

Da die Polizei im Vorfeld von dem Rocker-Treffen wusste, trafen rasch Beamte am Tatort ein. Als die Polizisten eintrafen, wurden sie zunächst selbst zur Zielscheibe der Streitenden. Als diese sie beschossen, erwiderten die Polizisten das Feuer. Es sei möglich, dass auch Polizisten einige Personen erschossen hätten, hiess es von Seiten der Polizei am Dienstag.

Insgesamt gab es neun Tote und - laut Medienberichten - 18 Verletzte. «Die Zahl der abgegebenen Schüsse, wer wen erschossen hat und all dies wird Teil der Ermittlungen sein», sagte Swanton. Mehr als 100 Waffen wurden am Tatort beschlagnahmt. Es sei ein Wunder, dass bei dem Feuergefecht auf dem Parkplatz keine Unbeteiligten getroffen wurden.

Biker-Krieg in Texas

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Biker-Krieg in Texas
In Waco, im Bundesstaat Texas, kam es zu einer Schiesserei zwischen verfeindeten Rockergruppen.
quelle: x80001 / handout
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Über den Fuss gefahren

Die Polizei sprach am Dienstag über einen möglicherweise auslösenden Grund für die Schlägerei. Polizeisprecher Swanton sagte vor den Medien, «unseren Informationen zufolge wurde jemandem über den Fuss gefahren, wodurch der Krawall auf dem Parkplatz ausgelöst wurde».

Swanton zufolge wählten die Gangs den Parkplatz im Freien vor dem Lokal ganz bewusst für ihr geplantes Aufeinandertreffen. Insgesamt seien fünf Rockerbanden dort gewesen, von denen eine jedoch nicht eingeladen gewesen sei. «Daher gehen wir von einem Streit über Gebietsansprüche aus», sagte Swanton.

Ein Richter setzte die Kaution gegen jeden Verhafteten auf eine Million Dollar fest, wie die Zeitung «Waco Tribune-Herald» berichtete. «Es ist wichtig, eine Botschaft zu senden», sagte er demnach. Viele der Täter seien nicht in der Stadt zu Hause. (gag/sda/dpa/afp)

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