International
USA

Georgia: Vater von US-Todesschütze wegen Mordes verurteilt

Georgia: Vater von US-Todesschütze wegen Mordes verurteilt

In den USA ist ein Elternteil eines minderjährigen Schusswaffenangreifers wegen Mordes verurteilt worden.
04.03.2026, 11:3604.03.2026, 11:36

Die Jury am Gericht vom Barrow County im Bundesstaat Georgia erklärte den Vater des Jugendlichen, der im September 2024 vier Menschen an einer Schule getötet hatte, am Dienstag (Ortszeit) in 29 Anklagepunkten für schuldig.

Colin Gray, the father of Apalachee High School shooting suspect Colt Gray, is handcuffed and escorted out of the room after jury deliberations at his trial at Barrow County Courthouse in Winder, Ga., ...
Der Vater des Todesschützen in Georgia wurde wegen Mordes verurteilt.Bild: keystone

Die Strafe für die Verbrechen summiert sich laut US-Medien auf 180 Jahre Haft. Das zumeist separat verkündete Strafmass stand noch nicht fest – lebenslänglich dürfte aber gesetzt sein.

Laut der US-Zeitung «Washington Post» wurde damit erstmals in den USA der Elternteil eines minderjährigen Schul-Schusswaffentäters wegen «second degree murder», Mord zweiten Grades, verurteilt. Bei diesem Tatbestand muss erwiesen sein, dass ein Tod durch rücksichtsloses und böswilliges Verhalten und Missachtung von menschlichem Leben herbeigeführt wurde.

Dem 55-Jährigen wurde zur Last gelegt, seinem Sohn den Besitz der Tatwaffe erlaubt zu haben, obwohl er gewusst habe, dass dieser eine Bedrohung für sich und andere darstellte. Der Vater müsse dafür zur Verantwortung gezogen werden, dass er die von ihm angeschaffte Waffe nicht sicher verwahrt habe, hatte die Anklage laut der Zeitung argumentiert. Gleichzeitig habe er eindeutige Anzeichen für die sich verschlechternde mentale Gesundheit seines Sohnes ignoriert.

Waffe als Weihnachtsgeschenk

Die Waffe, ein Sturmgewehr, soll der Vater dem Sohn Ermittlern zufolge zu Weihnachten geschenkt haben. Vor der Tat habe es zudem Drohungen und Fotos von Waffen im Internet gegeben, die auf einen möglichen Angriff hingewiesen hätten.

Der damals 14-Jährige hatte 2024 in der Stadt Winder das Feuer an seiner eigenen Schule eröffnet und dabei zwei gleichaltrige Schüler und zwei Lehrkräfte getötet. Ein Schulpolizist stellte den Schützen. Auch dem Jugendlichen steht unter anderem für den Vorwurf des vierfachen Mordes lebenslange Haft in Aussicht – sein Prozess läuft noch.

Wegen persönlicher Schuld am Schusswaffenangriff ihres Kindes verurteilt wurden bereits im April 2024 Vater und Mutter eines Teenagers, der in Michigan vier Schüler getötet hatte. Damals erging das Urteil lediglich wegen fahrlässiger Tötung. Sie erhielten Haftstrafen von jeweils 10 bis 15 Jahren. (hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stimmt für Abschiebezentren
Die Fraktion von CDU und CSU im Europaparlament hat mit Unterstützung rechter Parteien wie der AfD ein Gesetzesprojekt zur Verschärfung der EU-Asylpolitik vorangetrieben. Bei einer Abstimmung wurde ein Text angenommen, der unter anderem die Abschiebung von Asylsuchenden in sogenannte «Return Hubs» in Staaten ausserhalb der EU ermöglichen soll. (sda/dpa)
Zur Story