DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schlagabtausch zwischen rechten Demonstranten und Teilnehmern der Gegendemonstration.
Schlagabtausch zwischen rechten Demonstranten und Teilnehmern der Gegendemonstration.Bild: AP/AP

Nie wieder Charlottesville: 30'000 marschieren in Boston gegen Rechtsextreme

19.08.2017, 19:2420.08.2017, 10:43

Angespannte Stunden in Boston: Eine Woche nach den Zusammenstössen in Charlottesville sind in der US-Ostküstenstadt Tausende auf die Strasse gegangen – Demonstranten und Gegendemonstranten. Aber es bleibt friedlich, wohl auch dank einer gut vorbereiteten Polizei.

Medien in der Stadt im Bundesstaat Massachusetts schätzten die Teilnehmerzahl der antirassistischen Kundgebung auf 15'000 bis 30'000.

Ihre Aktion richtete sich zugleich gegen eine Kundgebung für freie Meinungsäusserung, die zu selben Zeit in einem Park der Stadt abgehalten wurde. An dieser nahmen jedoch nur ein paar Dutzend Personen teil. Die Gegendemonstranten sahen darin eine verkappte Veranstaltung zur Förderung rechtsextremer Standpunkte, was die Organisatoren aber bestritten.

Die Veranstaltungen wurden von einem starken Polizeiaufgebot begleitet, nachdem es in Charlottesville bei einer Kundgebung rechtsextremer Gruppen zu Zusammenstössen mit Gegendemonstranten gekommen war.

In Boston gelang es aber, beide Lager voneinander getrennt zu halten: An einem Punkt drängte eine Kette von Polizisten Gegendemonstranten zurück. Die Polizei berichtete von vereinzelten Rangeleien mit Demonstranten; Kundgebungsteilnehmer hätten Polizisten mit Flaschen und Steinen beworfen. Etwa 20 Menschen seien festgenommen worden.

Trump lobt Polizeieinsatz und Demonstranten

Die Stadt hatte nach Medienberichten vorsichtshalber mehr als 500 Polizisten – darunter auch mehrere Beamte in Zivil – aufgeboten, um eine etwaige Wiederholung der Szenen von Charlottesville zu verhindern.

US-Präsident Donald Trump würdigte den Einsatz der Polizei. «Sieht so aus, als seien viele Anti-Polizei-Agitatoren in Boston», schrieb der Präsident auf Twitter. «Die Polizei wirkt hart und geschickt.» In der vergangenen Woche hatte Trump einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, weil er sich nicht klar von den rechten Demonstranten in Charlottesville distanzieren wollte.

Die Kundgebung für freie Meinungsäusserung war schon vor den Vorfällen in Charlottesville geplant gewesen, auch haben sich die Organisatoren von der dortigen Gewalt distanziert. Aber nach Medienberichten standen auf der Rednerliste mehrere Menschen, die mit Rechtsextremismus in Verbindung gebracht werden. Zudem wurde befürchtet, dass sich zahlreiche Rechtsextreme an der Veranstaltung beteiligen könnten.

Die Veranstalter selber – eine Gruppe namens «Boston Free Speech Coalition» – beschreiben sich als «eine Koalition von Libertären, Progressiven, Konservativen und Unabhängigen». Ziel sei es, einen «friedlichen und offenen Dialog über die Bedeutung des Rechts auf freie Meinungsäusserung und die Bedrohung dieses Rechts» zu führen. (sda/dpa/afp)

Video des Tages: Wie spricht man jemanden an? Mach es nicht wie DIESE Typen

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer, Emily Engkent
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die Leitzinsen steigen – wir erklären dir, was dadurch jetzt alles ins Rollen kommt
Die Zentralbanken haben eine Trendwende eingeläutet, überall steigen nach langer Zeit wieder die Leitzinsen. Gehen diese Zinsen in die Höhe, hat das Auswirkungen auf so ziemlich alles in der Wirtschaft. Wieso? Wir erklären es dir.

Es geht ein Ruck durch die Wirtschaft: Viele Zentralbanken, darunter auch die Schweizerische Nationalbank (SNB), entschieden sich im Juni, die sogenannten Leitzinsen ordentlich anzuheben. Der Grund: die hohen Inflationsraten. Mit höheren Zinsen sollen diese jetzt wieder heruntergeschraubt werden.

Zur Story