International
USA

«Werden euch finden und töten»: Das steht in Trumps neuem Antiterrorplan

Republican presidential candidate Donald Trump speaks at Saint Anselm College Monday, June 13, 2016, in Manchester, N.H. Trump attacked Hilary Clinton by name in his speech in the aftermath of the Orl ...
Die US-Regierung unter Donald Trump rückt «die Bedrohung durch Linksradikale» ins Zentrum der Terrorabwehr.Bild: AP/AP

«Werden euch finden und töten»: Das steht in Trumps neuem Antiterrorplan

13.05.2026, 16:4413.05.2026, 17:00

Donald Trumps «Antiterror-Zar» Sebastian Gorka hat ein neues Strategie-Papier zum Kampf gegen den Terrorismus in den USA veröffentlicht. Darin äussern sich verschiedene Vertreter der US-Regierung, auch Präsident Donald Trump wird direkt zitiert. Aufgeführt werden Gruppen, die für die US-Bevölkerung als besonders gefährlich eingestuft werden und was Personen droht, die US-Bürgerinnen und -Bürgern «schaden wollen»:

«Wir werden euch finden und töten.»

Diese martialische Drohung ist an drei Gruppen gerichtet: internationale Drogenbanden, islamistische Terroristen und gewalttätige Linksextremisten. Besonders Letzteren wird im Bericht sehr viel Beachtung geschenkt. Dort heisst es beispielsweise:

«Im Rahmen unserer nationalen Massnahmen zur Terrorismusbekämpfung werden wir der raschen Identifizierung und Ausschaltung gewalttätiger säkularer politischer Gruppen Vorrang einräumen, deren Ideologie antiamerikanisch, radikal transgenderfreundlich und anarchistisch geprägt ist.»

Gemeint sind damit «gewalttätige Linksextremisten, die radikale Ideologien vertreten». Diese Gewalt richte sich gegen Christen und Konservative, als Beispiel wird die Ermordung von Charlie Kirk genannt. Diese Tat sei von einem «Radikalen» begangen worden, «der extreme Transgender-Ideologien vertrat», steht im Strategie-Papier weiter.

FILE - President Donald Trump stands with Erika Kirk at the conclusion of a memorial for her husband, conservative activist Charlie Kirk, in Glendale, Ariz., Sept. 21, 2025. (AP Photo/Julia Demaree Ni ...
Donald Trump mit Erika Kirk, der Witwe des getöteten Charlie Kirk.Bild: keystone

In der offiziellen Anklageschrift der Staatsanwaltschaft von Utah findet sich kein Hinweis auf eine solche Ideologie, das Urteil steht noch aus.

Bericht erntet Kritik

Unter Expertinnen und Analysten fällt das Urteil über das Papier vernichtend aus. «Grösstenteils Unsinn», «völlig abwegig» und eine «Übung in Manipulation, Parteilichkeit und Unterwürfigkeit», zitiert der «Guardian» einige ihrer Äusserungen auf Social Media.

Wie die «New York Times» schreibt, gehe die im Papier beschriebene Verfolgung von linksextremen Elementen sogar über die Grenzen der USA hinaus. Die US-Regierung übe Druck auf Partnerstaaten aus, damit diese ebenfalls Massnahmen ergreifen.

Die Zeitung zitiert zudem mehrere ehemalige Regierungsmitglieder, die Besorgnis darüber äusserten, dass die US-Behörden die Überwachung von Bürgerinnen und Bürgern im Inland ausbauen könnten. Dabei wird auch der Vorwurf geäussert, dass die US-Regierung die Mittel der Strafverfolgung benutze, um politische Gegner auszuschalten.

Trump wirft Biden-Regierung politische Verfolgung vor

Dem wird im Antiterror-Bericht widersprochen: «Unsere Befugnisse zur Terrorismusbekämpfung werden nicht dazu genutzt, gegen unsere Mitbürger vorzugehen, die lediglich eine andere Meinung vertreten, als wir.»

Die Trump-Regierung dreht den Spiess im Bericht sogar um und wirft der Biden-Regierung ein solches Vorgehen vor:

«Personen auf höchster Ebene der US-Regierung nutzten ihre weitreichenden Befugnisse, um Einzelpersonen politisch ins Visier zu nehmen – im Interesse derer, die sie begünstigten, an der Macht halten wollten oder denen sie zum Wahlsieg verhelfen wollten.»

Wann und wie dies genau geschehen sein soll, darüber schweigt sich der Bericht allerdings aus. (leo)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Gegen Trump: Weltweite No-Kings-Proteste
1 / 11
Gegen Trump: Weltweite No-Kings-Proteste

Unweit des Kapitols in Washington D.C. wurden die No-Kings-Proteste an einer Gebäudewand angekündigt.

quelle: keystone / julia demaree nikhinson
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Donald Trump checkt nicht, wie Uno-Kartenspiel funktioniert – und wird prompt parodiert
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Obernef
13.05.2026 17:21registriert Januar 2021
Hat er schon "Öfen" bauen lassen oder nur die Lager dazu?
252
Melden
Zum Kommentar
avatar
Wolfgang Bumbuy
13.05.2026 17:13registriert November 2024
Der US Präsi eine dumme Kopie von Orban.
Das ist nicht einmal das Drehbuch für ein 4.klassiges Movie.
Aber real.
Allein die Tatsache , das diese Pläne eventuell Realität werden könnten, sollte uns Warnung genug sein.
Abnabeln, soweit es geht.
Und vornehme Distanz zu den Amis.
242
Melden
Zum Kommentar
avatar
Gina3
13.05.2026 17:11registriert September 2023
Wann?
Wann wird der Tropfen zu viel sein, der das Fass zum Überlaufen bringt?
Oder können die „Fässer“ von MAGA den Mist, den der orangefarbene Ur-Guru verbreitet, unendlich lange fassen?!
Wir sprechen hier von riesigen Mengen an Düngemitteln, die täglich von der Trump-Regierung produziert werden
222
Melden
Zum Kommentar
9
Was war dein erstes auf Spotify gestreamtes Lied? – Eine neue Funktion verrät es dir
Kannst du dich noch an den ersten Song erinnern, den du auf Spotify gehört hast? Höchstwahrscheinlich nicht. Eine neue In-App-Funktion von Spotify zeigt Nostalgikerinnen und Nostalgikern nun genau das an. Zum 20-jährigen Bestehen des Streamingdienstes, der 2006 in Stockholm gegründet wurde, führt Spotify die Funktion «Party of the Year(s)» ein.
Zur Story