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FILE - In this Dec. 4, 2015, file photo, Democratic presidential candidate Hillary Clinton speaks during a campaign stop in Sioux City, Iowa. Clinton knows from three previous trips down the presidential campaign trail, politicking means picking your food carefully. Since launching her campaign bid in April, Clinton has embarked on a rigorous diet plan, hoping to stave off the pounds that often accompany the near-sleepless nights and non-stop snacking of a campaign. (AP Photo/Nati Harnik, File)

Die USA solle sich in Einwanderungsfragen von Menschlichkeit und Grosszügigkeit leiten lassen, fordert Clinton.
Bild: Nati Harnik/AP/KEYSTONE

Clinton kritisiert, Trump jubelt: USA will hunderte Migrantenfamilien abschieben

Knapp zwölf Millionen Einwanderer leben in den USA ohne gültige Ausweispapiere. Jetzt will das Ministerium für innere Sicherheit hunderte Migrantenfamilien aufspüren und abschieben. Hillary Clinton zeigt sich besorgt.



In den USA sorgt die geplante Abschiebung von illegalen Einwanderern aus Lateinamerika für heftige Diskussionen. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton zeigte sich am Donnerstag besorgt über Zeitungsberichte, wonach das Ministerium für innere Sicherheit im neuen Jahr hunderte Migrantenfamilien aufspüren und abschieben will.

Clinton habe «ernsthafte Bedenken», sagte eine Sprecherin dem Sender CNN. Die frühere Aussenministerin sei der Auffassung, dass sich die USA in Einwanderungsfragen von «Menschlichkeit und Grosszügigkeit» leiten lassen sollten.

Trump: «Das wurde aber auch Zeit»

Clintons republikanischer Rivale Donald Trump zeigte sich dagegen begeistert. Die Einwanderungsbehörde plane «gross angelegte Abschiebungsrazzien», weil er selbst so grossen Druck ausgeübt habe, erklärte Trump im Onlinedienst Twitter. «Das wurde aber auch Zeit», fügte er hinzu.

Laut Berichten der Zeitungen «Washington Post» und «Wall Street Journal» steht die Abschiebung hunderter Migrantenfamilien, deren Asylanträge abgelehnt worden sind, unmittelbar bevor. Eine Sprecherin des Ministeriums für innere Sicherheit wollte die Berichte nicht bestätigen.

Sie betonte aber, dass Minister Jeh Johnson «immer wieder» gesagt habe, «dass unsere Grenze nicht offen ist für illegale Einwanderung». Abgelehnte Asylbewerber mit einer Abschiebungsanordnung würden «im Einklang mit unseren Gesetzen und Werten zurückgeschickt».

Einwanderungsreform auf Eis

In den USA leben knapp zwölf Millionen Einwanderer ohne gültige Aufenthaltspapiere, die meisten von ihnen aus Mexiko und zentralamerikanischen Staaten. Republikaner und Demokraten sind sich einig, dass eine Einwanderungsreform lange überfällig ist, streiten aber darüber, wie diese aussehen soll.

Bei den Republikanern ist die Einwanderungsdebatte derzeit von schrillen Tönen geprägt, für die vor allem Trump verantwortlich ist. Trump will eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen, bezeichnete mexikanische Einwanderer pauschal als «Vergewaltiger» und schlug zuletzt ein Einreiseverbot für Muslime in die USA vor.

Fotos aus Zentralamerika: Der Tod auf der Strasse

Eltern von Kindern mit US-Pass sollen Ausweise erhalten

Angesichts des Widerstands der Republikaner im US-Kongress hatte Präsident Barack Obama im November 2014 im Alleingang angeordnet, dass Eltern von Kindern mit US-Staatsbürgerschaft oder legalem Aufenthaltsstatus unter bestimmten Voraussetzungen eine befristete Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung erhalten sollen.

Zahlreiche republikanisch regierte Bundesstaaten hatten gegen die Präsidialverordnungen geklagt und vor Bundesgerichten Recht bekommen. Derzeit liegt die Umsetzung der Einwanderungsreform auf Eis. Obamas Regierung hofft auf eine Klärung durch den Obersten Gerichtshof. (dwi/sda/afp)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SwissGTO 25.12.2015 13:39
    Highlight Highlight Wo ist das Problem? Laut Bericht handelt es sich um abgelehnte Asylanten. Ist bei uns doch ähnlich.
    • Cloudpanther 25.12.2015 17:57
      Highlight Highlight Das Problem liegt daran, dass die Kinder einen US-Pass besitzen. In der USA gilt ius solis, man Bekommt den Pass wenn man in der USA geboren wurde. Daher würden Eltern, deren Kinder die amerikanische Staatsbürgerschaft haben ausgeschaft werden. Da liegt das Problem.

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