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9 Menschen tot, 150'000 auf der Flucht – Waldbrände in Kalifornien ausser Kontrolle

epaselect epa07154463 A CalFire firefighter attempts to cool down the side of a home in the Paradise Pines neighborhood of Magalia as the Camp Fire continues to burn out of control through the region, fueled by high winds in Butte County, California, USA, 09 November 2018. The nearby communities of Pulga, Paradise and Concow, have been ordered to evacuate the area.  EPA/PETER DASILVA

Tausende Feuerwehrleute stehen im Einsatz gegen die verheerenden Waldbrände in Kalifornien. Bild: EPA/EPA



Bei den schweren Waldbränden in Kalifornien ist die Zahl der Toten auf mindestens neun angestiegen, wie der für die Stadt Paradise zuständige Sheriff am Freitagabend (Ortszeit) bekannt gab. Der Brand zerstörte der Feuerwehr zufolge ausserdem 6713 Gebäude.

Das Feuer galt inzwischen als das gravierendste seit mindestens Hundert Jahren. Der zuständige Sheriff sagte, das vier Tote in ihren Autos aufgefunden wurden, andere ausserhalb ihrer Fahrzeuge und Häuser. Eine Person kam demnach in ihrem Zuhause um. Die Umstände waren zunächst unklar.

Die Waldbrände im Norden des Bundesstaates führten zu stellenweise katastrophaler Zerstörung. Auch der Promi-Ort Malibu im Süden ist durch ein weiteres Grossfeuer in Gefahr. Wie die Feuerwehr mitteilte, breiteten sich die Brände durch auffrischende Winde extrem schnell aus. In der Nähe frass das Feuer Flächen von der Grösse von sechs Fussballfeldern in nur einer Minute.

150'000 Personen evakuiert

In Paradise nördlich von Sacramento waren alle 27'000 Einwohner aufgefordert worden, die Stadt zu verlassen. Dasselbe galt für den bekannten Pazifik-Küstenort Malibu im Süden des Bundesstaates, wie der Regionalsender KTVU berichtete. Insgesamt mussten weit mehr als 150'000 Menschen ihre Häuser verlassen. Schulen schlossen, Freizeitaktivitäten und Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Tausende Feuerwehrleute aus mehreren Bundesstaaten kämpften gegen die Flammen. Mindestens 2000 Gebäude wurden schon zerstört. Viele Menschen müssen in ihren Autos übernachten.

epa07154614 The sun sets a fire burns in Malibu State Park as the the Woolsey Fire sweeps through Malibu, California, USA, 09 November 2018.  Wildfires in California have destroyed 150 homes and burned tens of thousands of acres and has caused fatalities.  EPA/MIKE NELSON

Feuer in Malibu State Park – auch die Prom-Gegend Malibu wurde nicht verschont. Bild: EPA/EPA

Neben dem sogenannten Camp Fire mit einer Grösse von mehr als 30'000 Hektar in der Gegend von Paradise tobten im Süden des Staates, mehr als sieben Autostunden entfernt zwei weitere Grossbrände, einer davon mit einer Grösse von mehr als 14'000 Hektar im Ventura County in der Nähe der Millionenmetropole Los Angeles. Betroffen ist auch Thousands Oaks, wo die Einwohner erst einen Tag zuvor durch ein schweres Gewaltverbrechen mit zwölf Toten in Angst und Schrecken versetzt worden waren.

Das Feuer im Norden war am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet. Bis zum Freitagvormittag konnten es die Feuerwehrleute zu fünf Prozent eindämmen, wie die kalifornische Regierung mitteilte. «Das ist ein sehr gefährliches Feuer», schrieb die Feuerbehörde CalFire auf Twitter.

Promi-Gegend Malibu betroffen

Auch aus anderen Teilen des Bundesstaates berichteten Menschen von der verzweifelten Suche nach Verwandten, von niedergebrannten Häusern und gesperrten Autobahnen. Der Pacific Highway, eine der wichtigsten Verkehrsadern in Kalifornien, wurde nach Angaben der Behörden zwischen Topanga Canyon und Decker Canyon gesperrt.

epaselect epa07154454 A luxury home is threatened by the Woolsey Fire in Agoura, California, USA, 09 November 2018. The Woolsey Fire has led to the evacuation order for 75,000 homes. Fires across California fueled by very dry conditions and warm strong Santa Ana winds have destroyed structures and caused fatalities.  EPA/MIKE NELSON

Langsam frisst sich das Feuer den Hügel hoch – Agoura, Kalifornien. Bild: EPA/EFE

Bei anhaltend sommerlichen Temperaturen und Trockenheit ist die Feuergefahr an der US-Westküste hoch. Starke Winde erschwerten die Lage. Der nationale Wetterdienst sprach von extremen Bedingungen und warnte vor weiteren Bränden.

Betroffen ist auch die Gegend um Malibu, wo zahlreiche Prominente wohnen. Kim Kardashian postete auf Social Media, das Feuer habe ihr Anwesen in Hidden Hills erreicht, breite sich aber nicht weiter aus. «Es sieht im Moment nicht so aus, als würde es noch schlimmer werden», schrieb sie auf Twitter.

Auch die US-Schauspielerin Alyssa Milano musste ihr Haus verlassen. Sie sei samt Kindern und Hunden geflohen, schrieb sie auf Twitter.

Vize-Gouverneur Gavin Newsom rief für die Bezirke Butte County, Los Angeles County und Ventura County den Notstand aus, um auf diese Weise schnell Hilfe zu mobilisieren. Allein dort kämpften rund 2000 Feuerwehrleute gegen die Brände. (wst/sda/dpa/ap)

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • banda69 10.11.2018 14:46
    Highlight Highlight Und Trump findet mit den Förstern die Schuldigen für die verherenden Wadbrände und ergreift schamlos die Chance zu Budgetkürzungen.

    Rechtspopulisten von Trump bis hin zur SVP, die wissen wie man Steuersenkungen für die Reichen und Abzocker finanziert.

    Und ja, die Rechtspopulisten, die tun was für Volk und Umwelt.
    User Image
    8 15 Melden
    • Maria B. 10.11.2018 15:14
      Highlight Highlight Wusste ich's doch - ohne SVP-Erwähnung, und dies auch in den abstrusendsten Zusammenhängen und gewagtesten Vergleichen, läuft beim offensichtlich thematisch etwas eingeschränkten Banda rein gar nix ;-))!
      13 5 Melden
    • dinner for one MGTOW 10.11.2018 17:15
      Highlight Highlight Ohne banda69 zu nahe treten scheint der Hacken der Trump ausgeworfen hat genau die Fische zu fangen die er wollte.
      Auch wenn es offensichtlich vielen schwer fällt Waldbrände und Politik zu trennen würde ich hier mal einen forstwissenschaftliche Expertise anfordern um auf dieser Basis zu diskutieren. Mir fehlt da leider das Wissen um zu sagen ob die Forstwirtschaft in der Region funktioniert. Nur auf der Basis Trump/SVP ist böse debattiert könnte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach hinten los gehen.
      5 0 Melden
    • banda69 11.11.2018 23:36
      Highlight Highlight Was Trump betreibt ist Wahlkampf auf niedrigstem Niveau. Und die SVP jubelt ihm nach wie vor zu.

      1 0 Melden

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