DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Marquez vor Gericht.<br data-editable="remove">
Marquez vor Gericht.
Bild: STRINGER/REUTERS

Unter Terrorismus-Verdacht: Freund von San-Bernardino-Attentäter soll Anschläge geplant haben

18.12.2015, 04:5618.12.2015, 07:40

Nach dem islamistischen Anschlag im kalifornischen San Bernardino hat die US-Justiz einen Freund des Attentäters offiziell beschuldigt. Der 24-Jährige soll schon 2011 und 2012 mit dem getöteten Attentäter Anschläge geplant haben.

Dem 24-jährigen Enrique Marquez werde Verschwörung zum Terrorismus zur Last gelegt, teilte das US-Justizministerium am Donnerstag mit. Der Terrorismusvorwurf bezieht sich den Angaben zufolge nicht auf den Angriff von San Bernardino, sondern auf Anschlagspläne, die Marquez in den Jahren 2011 und 2012 mit seinem damaligen Nachbarn Farook schmiedete, aber nicht in die Tat umsetzte.

Marquez werde ausserdem der «ungesetzliche Erwerb» von zwei halbautomatischen Waffen vorgeworfen, mit denen Syed Farook und dessen Ehefrau Tashfeen Malik Anfang Dezember 14 Menschen töteten, hiess es weiter.

14 Tote bei Shooting in San Bernardino, Kalifornien

1 / 9
14 Tote bei Shooting in San Bernardino, Kalifornien
quelle: ap/the press-enterprise / david bauman
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Keine direkte Beteiligung für San Bernardino

Staatsanwältin Eileen Decker erklärte, es gebe derzeit keine Beweise, dass Marquez auch an dem Anschlag in San Bernardino beteiligt gewesen sei oder davon gewusst habe. Aber sein Waffenkauf und seine Entscheidung, Farook nicht zu melden, hätten «fatale Konsequenzen» gehabt.

Laut dem Justizministerium nahmen Beamte der Bundespolizei Marquez am Donnerstag fest. Er solle noch im Laufe des Tages zu einer ersten Anhörung vor Gericht erscheinen. Die Vorwürfe gegen den 24-Jährigen sind in einer Strafanzeige verfasst, eine formale Anklage steht noch aus.

Marquez wird auch Einwanderungsbetrug vorgeworfen, weil er mit einer Verwandten von Farook eine Scheinehe eingegangen sein soll. Auf jeden der drei Vorwürfe stehen zwischen zehn und 15 Jahren Haft.

Waffen der San-Bernardino-Attentäter.<br data-editable="remove">
Waffen der San-Bernardino-Attentäter.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Farook, ein pakistanischstämmiger US-Bürger, hatte zusammen mit seiner pakistanischen Ehefrau am 2. Dezember die Weihnachtsfeier seines städtischen Arbeitgebers angegriffen. Das Paar wurde später von der Polizei erschossen.

Die Bundespolizei FBI stufte die Tat als islamistischen «Terrorakt» ein. Demnach hatte sich das Paar unabhängig voneinander radikalisiert, im Internet kennengelernt und später geheiratet. Malik soll der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat die Treue geschworen haben.

Zum Islam konvertiert

Marquez und Farook trafen sich nach Angaben des Justizministeriums 2005 im kalifornischen Riverside. Zwei Jahre später habe Farook seinen Nachbarn zum Islam konvertiert und später für die «radikale islamische Ideologie» begeistert. Ende 2011 hätten die Studenten begonnen, einen Anschlag mit Bomben und Schusswaffen zu planen.

Malik und Farook.<br data-editable="remove">
Malik und Farook.
Bild: AP/U.S. Customs and Border Protection

Marquez habe ausgesagt, dass sie die Bücherei und die Cafeteria ihrer Hochschule in Riverside als Ziele ausgesucht hätten. Ausserdem hätten sie einen Anschlag auf eine viel befahrene Schnellstrasse erwogen.

Marquez kaufte den Angaben zufolge Schusswaffen, Munition, paramilitärische Ausrüstung sowie Sprengstoff. Er habe die Aufgabe übernommen, weil Farook wegen seiner Herkunft strengere Hintergrundchecks befürchtet habe. Die Waffen habe Marquez an Farook weitergegeben.

Ende 2012 habe sich Marquez von Farook distanziert, die Waffen seien dann aber bei der Attacke von San Bernardino zum Einsatz gekommen. Vier Tage nach dem Anschlag habe Marquez bei einer Befragung durch die Polizei seine Verbindung zu Farook gestanden. (dwi/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Deutscher Impfskeptiker verteidigt seinen Entscheid im Fernsehen – wenig später ist er tot

Es sind dramatische Szenen, die im deutschen Fernsehen am Mittwochabend zu sehen sind. Im WDR bekommt man Einblicke, wie die Kölner Uniklinik mit der aktuellen Corona-Welle zu kämpfen hat. Ärztinnen und Ärzte sind erschöpft, Pflegerinnen und Pfleger wechseln die Abteilung und auf den Covid-Stationen ringen die meistens ungeimpften Patientinnen und Patienten um den Atem.

Zur Story