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Demo gegen Polizeigewalt in Charlotte eskaliert ++ Mann angeschossen ++ Ausnahmezustand verhängt

Die Demonstration gegen Polizeigewalt in North Carolina endete für einen Mann gemäss Behördenangaben fast tödlich. Diesmal soll nicht die Polizei geschossen haben.



Am zweiten Tag in Folge sind Proteste gegen Polizeigewalt in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina aus dem Ruder gelaufen. Durch Schüsse in der Menge wurde ein Mann lebensgefährlich verletzt. Die Polizei erklärt, sie habe nicht geschossen.

Ausnahmezustand ausgerufen

Nach Zusammenstössen bei Protesten gegen Polizeigewalt in der US-Stadt Charlotte ist dort der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Der Gouverneur leitete zudem nach eigenen Angaben Massnahmen ein, um die Nationalgarde und die Autobahnpolizei einzuberufen. Die Polizei habe um diese Unterstützung gebeten, sagte der Gouverneur des Bundesstaats North Carolina, Pat McCrory, in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) dem Nachrichtensender CNN. Die Nationalgarde solle Gebäude und Güter schützen. Eine Ausgangssperre sei ebenfalls eine Option. Eine solche Entscheidung müsse aber die Bürgermeisterin von Charlotte, Jennifer Roberts, treffen. (sda)

Am späten Mittwochabend gingen nach Medienberichten erneut hunderte Menschen auf die Strassen, um nach dem Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse zu protestieren. Nach kurzer Zeit eskalierte die Lage, es kam zu Zusammenstössen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen.

Polizei soll nicht geschossen haben

Nach Polizeiangaben wurde ein Mann von einem anderen Zivilisten erschossen, berichtete der Sender CNN. Auch die Stadtverwaltung twitterte, die Polizei habe nicht geschossen. Entgegen ersten Berichten ist der angeschossene Demonstrant in der US-Stadt Charlotte doch nicht ums Leben gekommen.

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Video: YouTube/CNN

Der Mann sei in kritischem Gesundheitszustand und an lebenserhaltende Systeme angeschlossen, twitterte die Stadtverwaltung in der Nacht zum Donnerstag und korrigierte damit eine eigene frühere Meldung.

Mindestens sieben Polizisten und ein Demonstrant wurden bei den neuen Zusammenstössen verletzt. Bei Protesten in der Nacht zuvor waren 16 Polizisten verletzt worden.

War er bewaffnet oder nicht?

Auslöser der Proteste und Unruhen waren tödliche Schüsse der Polizei auf einen Bewaffneten. Polizeichef Kerr Putney berichtete am Mittwoch, Polizisten hätten am Dienstag einen Verdächtigen gesucht. Dabei hätten sie auf einem Parkplatz einen Bewaffneten in einem Auto angetroffen und ihn mehrfach aufgefordert, auszusteigen.

Das habe er schliesslich getan, allerdings mit der Waffe. Er habe die Polizisten bedroht, daraufhin habe einer von ihnen geschossen. Der Schütze und der getötete 43-jährige Familienvater sind Afroamerikaner.

Anschliessende friedliche Proteste gegen das Vorgehen der Polizei seien durch einige aggressive Unruhestifter aufgestachelt worden und eskaliert. Später kam es auch zu Plünderungen und Brandstiftung.

Eine Reporterin veröffentlichte am Mittwoch ein Video der Schwester des Erschossenen. Sie sagt, ihr Bruder sei unbewaffnet gewesen. Er habe in seinem Auto ein Buch gelesen und auf seine Kinder gewartet, als die Polizei ihn erst mit einem Elektroschocker ausser Gefecht gesetzt und dann mit vier Schüssen getötet habe. Die Polizei widersprach dieser Darstellung.

Bürgermeisterin Jennifer Roberts rief die Stadt am Mittwoch zur Ruhe auf. Der Fall werde umfassend untersucht. (sda/dpa/afp/rwy)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Normi 22.09.2016 10:01
    Highlight Highlight Was ich nicht verstehe wieso immer Geschäfte geplündert werden...

    4 1 Melden
  • pamayer 22.09.2016 09:07
    Highlight Highlight also ich ginge da auch auf die strasse. diese zustände sprengen ja jedes vorstellungsvermögen.
    2 2 Melden
  • rodolofo 22.09.2016 07:11
    Highlight Highlight Die USA ist eine Supermacht und gleichzeitig ein "Drittweltland".
    Die Unterschiede zwischen "Arm" und "Reich" sind extrem gross. Währenddem immer mehr Leute unter das Existenzminimum abrutschen und sich als "Prekariat" mit schlecht bezahlten Gelegenheit-Jobs durchschlagen müssen, lebt eine dünne Oberschicht in unvorstellbarem (materiellen) Reichtum.
    Die Mittelschicht erodiert und wird von Abstiegsängsten geplagt.
    Für die Unterschicht gibt es eine billige "Mafiakiller-Polizei".
    Für die übrigen 2/3 der "2/3-Gesellschaft" gibt es eine Rundum-Überwachung durch die Geheimdienste.
    So eine Scheisse!
    13 3 Melden
    • Domino 22.09.2016 08:47
      Highlight Highlight Das ist von Obama so gewollt. Er hatte 8 Jahre um "Change" oder "Yes, we can" zu machen.....

      Die meisten unnötigen Toten produziert immer noch die afroamerikanische Subkultur. Mir gefällt Rap, aber wenn man die Texte und den Lifestyle als bare Münze nimmt, so gibt es eben Tote.
      2 2 Melden
    • Firefly 22.09.2016 09:20
      Highlight Highlight Ja, Europa scheint mir immer noch der lebenswerteste Ort auf der Welt zu sein. Schauen wir dass es so bleibt und lassen wir uns nicht vom Raubtierkapitalismus leiten, was leider Teilweise schon passiert. Die Mittelschicht und das Bürgertum ( im herkömmlichen Sinn, nicht so wie eine SVP diese versteht) sind schon am erodieren und durfen nicht so wegbrechen wie in den USA. Sie sind der Garant für Stabilität und Freiheit
      1 1 Melden

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