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Fireworks launched by opponents of Venezuela's President Nicolas Maduro land near Bolivarian National Guard armored vehicles loyal to Maduro, during an attempted military uprising in Caracas, Venezuela, Tuesday, April 30, 2019. Opposition leader Juan Guaido took to the streets with a small contingent of heavily armed troops in a call for the military to rise up. (AP Photo/Ariana Cubillos)

Nachbarschaftshilfe in Südamerika: Panzerfahrzeuge der bolivianischen Nationalgarde gehen in Venezuela gegen Oppositionelle vor. Bild: AP/AP

Panzerwagen und Tränengas gegen die Opposition: Der Umsturz ist vorerst gescheitert

Der Umsturzversuch der Opposition ist vorerst gescheitert. Diese geht geschwächtaus den Wirren der vergangenen Tage hervor. Doch auch Staatschef Maduro ist angeschlagen.

Sandra Weiss, Puebla / ch media



Einen Tag nach dem chaotischen Beginn der «Operation Freiheit» fordert die bürgerliche Opposition Venezuelas sozialistischen Machthaber Nicolás Maduro weiter heraus. Obwohl Polizei und Nationalgarde am Mittwoch an einigen Orten versuchten, die landesweiten Proteste mit Tränengas und Blockaden zu zerstreuen und Scharfschützen und Panzer auffuhren, liessen sich die Demonstranten nicht einschüchtern.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Provea fanden in 22 Bundesstaaten Kundgebungen statt; es gebe Berichte von Verletzten durch Schusswunden. «Wir haben kein Wasser, keinen Strom, nichts zu essen. Deshalb muss Maduro weg, im Guten oder im Schlechten», sagte ein Mann aus Caracas dem Portal «Caraota Digital».

Nach einem chaotischen Dienstag, an dem Soldaten und Offiziere desertierten, sich Anhänger und Gegner der Regierung Strassenschlachten lieferten und Gerüchte über ein bevorstehendes Exil Maduros die Runde machten, hatte der Machthaber in der Nacht den «Putschversuch für gescheitert» erklärt. Er kündigte strafrechtliche Aktionen gegen die Rädelsführer an und zeigte ein Video, in dem Soldaten erklärten, sie seien von ihren Vorgesetzten getäuscht worden. Diese hätte sie unter falschen Vorzeichen am frühen Morgen auf die Luftwaffenbasis Carlota in Caracas geschickt, wo Gegenpräsident Juan Guaidó zusammen mit seinem Parteigenossen Leopoldo Lopez den Startschuss für den Umsturzversuch gegeben habe. Lopez ist der bekannteste politische Gefangene und stand zuletzt unter Hausarrest. Seine Befreiung feierten die Oppositionsanhänger als Husarenstreich.

Maduro ins Exil jagen

Guaidó sprach von einem historischen Tag für Venezuela, der aber erst der Anfang der Operation Freiheit sei. Es handelt sich ihm zufolge nicht um einen Putsch, sondern um ein Volk, das von seinem Recht auf Rebellion gegen eine Diktatur Gebrauch macht. Er sagte in dem Video, das wegen der Zensur nur auf sozialen Netzwerken verbreitet wurde: «Der Tag hat gezeigt, dass Maduro nicht den bedingungslosen Rückhalt der Streitkräfte hat und schon gar nicht des Volkes.» Lopez flüchtete aus Furcht vor einer neuerlichen Verhaftung derweil in die spanische Botschaft.

Maduors Gegner planten offenbar, den Präsidenten ins Exil zu treiben und eine Übergangsregierung zu bilden, um Neuwahlen anzusetzen. Die Aktion wirkte improvisiert und überraschte selbst die eigenen Reihen. Aus Insiderkreisen im Exil verlautete, die Aktion hätte erst einen Tag später anlaufen sollen und habe die Unterstützung zahlreicher Offiziere und Regierungsmitglieder gehabt. Doch der Plan sei aufgeflogen und wegen einer bevorstehenden Verhaftung Guaidós vorgezogen worden.

Armenviertel bleiben neutral

Daraufhin kam es im ganzen Land zu Kundgebungen und Strassenschlachten, bei denen 109 Menschen verletzt wurden. Die Regierung blockierte Twitter und Co. für mehrere Stunden und nahm Sender wie BBC aus dem Netz. Maduro war für Stunden von der Bildfläche verschwunden. Letztlich blieb der Grossteil der Streitkräfte aber loyal. Entscheidend dürfte ausserdem gewesen sein, dass die Armenviertel – einst eine Bastion der Regierung – neutral blieben und sich keiner Seite anschlossen.

Maduro geht als Sieger aus dieser Machtprobe hervor, doch auch er ist angeschlagen. Der chaotische Verlauf zeigte tiefe Risse im Regierungslager; spontane Solidaritätskundgebungen zu seinen Gunsten blieben aus. «Die Streitkräfte haben spät reagiert, sich schwach und unkoordiniert gezeigt», sagte die Militärexpertin Sebastiana Barraez. Ivan Briscoe von der «Crisis Group International» spricht von Pyrrhussiegen. «Die Wirtschaft liegt weiter im Koma, die US-Sanktionen machen Venezuela zu schaffen.» Eine grössere Gefahr birgt die Niederlage jedoch für die Opposition. Den Anführern droht Gefängnis, ihre Massenbewegung könnte Schwung verlieren. «Eine der Lektionen ist, dass Venezuela im permanenten Konflikt leben wird, solange Maduro an der Macht ist» twitterte der Soziologe Trino Marquez.

(bzbasel.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 02.05.2019 04:43
    Highlight Highlight Eine gewalttätige Zeit für das arme Volk.
  • AdvocatusDiaboli 02.05.2019 00:54
    Highlight Highlight Leider gibts da jetzt eine Todesspirale. Diese Runde sollte erwartet noch an Maduro gehen. Mit Panzern und Salven aus Maschinengewehren kann man halt schon recht gut noch nahezu unbewaffnete Demonstranten verjagen.

    Maduro verliert aber jedes mal etwas mehr Macht als die andere Seite, welche sich zu immer mehr getraut.
  • Patho 01.05.2019 23:57
    Highlight Highlight Und wenn auch ein Putsch ist, ein Putsch einer nicht legalen (da potente Gegner verschwanden/verurteilt/nicht zugelassen wurden) muss nicht heissen, dass es schlechter wird (bspw. im Oman). Eventuell (und dafür gibt es auch keine Garantien) schafft Guaidó es sogar, Venezuela auf den Weg der Demokratie zurückzubringen...
    Schlimmer als jetzt kann es nicht werden und eine Regierung, welche die Menschen verrecken lässt (anders kann man dem nicht sagen in Venezuela) gehört weggeschafft, in der Hoffnung, dass es besser werden könnte!
  • (M)eine Meinung 01.05.2019 23:09
    Highlight Highlight Pazifismus ist gegen Krieg und ausländische Einmischung. Das sind Fakten.... Bitte 4te Macht seid beim Volk.
  • Arneis 01.05.2019 23:07
    Highlight Highlight Arme Leute, zerrieben zwischen einer Revolution die vergessen hat um was es ging, und dem Einfluss von amerikanischen Kriegstreibern.
    • Kubod 02.05.2019 07:49
      Highlight Highlight Armer Arneis, der sich den Diktator Maduro und seine drogendealenden Generäle schönreden muss, um weiter an die gute sozialistische Revolucion glauben zu können und dabei geflissentlich das Leid der Menschen übersieht.
      Die sterben ja für die richtige Sache gell.
  • (M)eine Meinung 01.05.2019 23:01
    Highlight Highlight Zbigniew Brzezinski ist gegen die Menschlichkeit.. Rassismus erster Güte. Wer zu einer Monroe Doktrin zustimmt wohnt nicht in ein dieser Länder... ok ok ich halte ja schon die Klappe....
  • (M)eine Meinung 01.05.2019 22:34
    Highlight Highlight Putsch!
    So wird das hier definiert. Putsch!
    • sweeneytodd 01.05.2019 22:52
      Highlight Highlight Normalerweise kommentiere die 20 Minuten Trolle, aber welche Trolls kommentieren bei den Maduro Artikel? 😂
    • P. Silie 01.05.2019 22:57
      Highlight Highlight Quote: «Wir haben kein Wasser, keinen Strom, nichts zu essen. Deshalb muss Maduro weg, im Guten oder im Schlechten», sagte ein Mann aus Caracas dem Portal «Caraota Digital»

      Hunger! So wird das hier definiert! Hunger!

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(ohe)

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