DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
The former Kamloops Indian Residential School is seen on Tk'emlups te Secwépemc First Nation in Kamloops, British Columbia, Canada on Thursday, May 27, 2021. The remains of 215 children have been found buried on the site of the former residential school in Kamloops.  (Andrew Snucins/The Canadian Press via AP)

Die ehemalige Residential School im Kamloops, British Columbia. Bild: keystone

Überreste von 215 Kindern kanadischer Ureinwohner entdeckt



Sie galten jahrzehntelang als verschwunden – und nun wurden sie gefunden: Auf dem Grundstück eines ehemaligen Internats, das zwischen 1890 und 1978 in Betrieb war, haben Spezialisten die Überreste von 215 Kindern kanadischer Ureinwohner entdeckt.

Bei der Suche in der Nähe der Stadt Kamloops im Westen Kanadas seien Radargeräte eingesetzt worden, sagte Rosanne Casimir, die Leiterin der dort lebenden indigenen Gruppe. «Die Ahnung, die wir alle verspürten, hat sich bestätigt.»

Einige der Jungen und Mädchen wurden laut Casimir nur drei Jahre alt. Woran und wann sie starben, sei noch unklar. Die Einrichtung ist eine frühere Residential School – eine Art Umerziehungscamp für Ureinwohner-Kinder.

Dunkles Kapitel in Kanadas Geschichte

Es handelt sich um eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Kanadas: Über Jahrzehnte riss die Regierung Tausende Söhne und Töchter aus ihren Familien und steckte sie in Internate. Dort sollten sie ihre Kultur vergessen – Feste, Lieder, Sprache, Religion – und die Traditionen der europäischen Einwanderer erlernen. Gewalt und sexueller Missbrauch waren dabei an der Tagesordnung.

Die Residential School bei Kamloops war nach Angaben von Casimir die grösste in Kanada. Sie wurde zunächst von der katholischen Kirche betrieben, später von der Regierung. Bis zu 500 Jungen und Mädchen hätten dort gelebt – unter schlimmen Bedingungen.

Viele von ihnen litten laut Casimir unter Hunger, weil die Regierung nicht ausreichend Geld für die Verpflegung zur Verfügung stellte. Der Tod der Kinder, deren Überreste nun gefunden wurden, sei von der Schulleitung nie dokumentiert worden.

Im Jahr 2015 veröffentlichte eine kanadische Regierungskommission einen Bericht, der das Leid in den berüchtigten Internaten detailliert beschrieb. Darin finden sich auch Erfahrungsberichte aus Kamloops. «Jeder Schüler roch nach Hunger», so ein Überlebender. Zudem wird die Einrichtung als extrem unhygienisch beschrieben. Viele Kinder, heisst es, seien an Masern, Tuberkulose und Grippe gestorben. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Trotz Armutsgelübde: Spielsüchtige Nonne (79) veruntreut Hunderttausende Dollar

Eine spielsüchtige Nonne in Kalifornien soll über Jahre hinweg Hunderttausende Dollar veruntreut haben, um damit Kasino-Besuche und andere Privatausgaben zu bestreiten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Los Angeles wurde die 79-Jährige diese Wochen wegen Geldwäsche und Betrugs angeklagt. Demnach habe sie gestanden, mehr als 835'000 Dollar in die eigene Tasche gesteckt zu haben.

Die langjährige Rektorin einer katholischen Grundschule in der Stadt Torrance (US-Staat Kalifornien) unterschlug …

Artikel lesen
Link zum Artikel