DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Kein klares Mandat für Verhandlungen über Ächtung von «Killerroboter»

17.12.2021, 21:31
Diese Waffe ist nicht autonom.
Diese Waffe ist nicht autonom.Bild: keystone

Das Ringen um klare Schranken für autonome Waffensysteme - so genannte Killerroboter - geht nächstes Jahr weiter. Gegen den Widerstand von Russland und anderen Ländern gelang es am Freitag in Genf nicht, ein Mandat für Verhandlungen über einen Vertrag oder ein anderes rechtlich bindendes Instrument zu erteilen. Die Diskussionen führten die 125 Vertragsstaaten der Konvention über bestimmte konventionelle Waffen (CCW). Sie können nur einstimmig entscheiden.

Sie beschlossen lediglich, die schon 2014 eingerichtete Expertenarbeitsgruppe weiter arbeiten zu lassen. Ein konkretes Ziel für die Gespräche gibt es nicht. «Dieses Ergebnis ist natürlich ein Kompromiss, der nicht alle, auch uns nicht, vollkommen zufriedenstellen kann», sagte der deutsche Abrüstungsbotschafter Thomas Göbel. «Wir verstehen die Entscheidung als Auftrag an die Regierungsexpertengruppe, im nächsten Jahr konkrete Massnahmen im Umgang mit solchen Waffensystemen zu vereinbaren.»

Dutzende Länder wollen ein Verbot autonomer Waffen. Dabei geht es um Systeme - Raketen oder Drohnen zum Beispiel -, die nicht entscheidend von menschlicher Hand gesteuert werden und mithilfe künstlicher Intelligenz lernen, ihre Ziele selbst ins Visier zu nehmen und zu attackieren. Länder mit grossen Waffenherstellern sind gegen Schranken, darunter neben Russland auch die USA und Israel. Die neue Bundesregierung strebt laut Koalitionsvertrag die verbindliche internationale Ächtung solcher Waffen an.

Die Koalition «Stop Killer Robots» zeigte sich schockiert. Die Hoffnung, innerhalb der CCW voranzukommen, sei geschwunden. Alles laufe darauf hinaus, einen separaten Verbotsprozess zu beginnen. So etwas hatten Aktivisten bei Landminen und Streumunition erfolgreich gemacht. Sie sind heute praktisch weltweit geächtet. Diplomaten warnen, dass es wenig bringe, wenn Dutzende Länder autonome Waffen verböten, die selbst gar keine herstellten. So lange Länder, die daran arbeiten, nicht dabei seien, bringe das wenig. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Russland soll Wale als Waffe benutzen

1 / 8
Russland soll Wale als Waffe benutzen
quelle: ap/norwegian direcorate of fisheries sea surveillance unit / joergen ree wiig
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Achtjährige besitzt 23 Waffen – und schiesst scharf

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ukraine: Mögliche Kriegsszenarien in 7 Karten

Besorgt schaut die Welt nach Osteuropa: Russland zieht Truppen an der ukrainischen Grenze zusammen, eine Eskalation scheint nur eine Frage der Zeit. Diplomatische Versuche, die Situation zu entschärfen, haben bisher wenig gefruchtet. Sollten die russischen Truppen tatsächlich angreifen, dann könnte eines der folgenden Szenarien eintreten.

Zur Story