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epa08647628 A general view showing families of Beirut port explosion victims carrying their pictures, during a minute of silence and prayer to mark one month of Beirut port explosion, in front the Beirut's port, Lebanon, 04 September 2020. According to Lebanese Health Ministry, at least 190 people were killed, and more than six thousand injured in the Beirut blast that devastated the port area on 04 August and believed to have been caused by an estimated 2,750 tons of ammonium nitrate stored in a warehouse.  EPA/NABIL MOUNZER

Familien halten vor dem Hafen in Beirut eine Schweigeminute ab. Die Explosion hat die Hauptnahrungsquelle des Landes zerstört Bild: keystone

Das Land, in dem es keine Zukunft gibt. Für niemanden.

Schlimmer kann es nicht mehr werden – diese Einstellung ist im Libanon verbreitet. Doch es wird immer noch schlimmer: Nach der Corona-Pandemie und der verheerenden Explosion droht nun sogar ein Bürgerkrieg.

Sophia Maier, Beirut / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Michel Hamoud sitzt auf einem klapprigen Gartenstuhl vor seinem zerstörten Haus. «Von meiner Heimat, die mir alles bedeutet, ist nichts geblieben. Politiker haben uns alles genommen. Einfach alles.» Er inhaliert langsam den Rauch seiner Shisha-Pfeife und sagt: «Ich träume von Europa. Von einem Leben in Frieden.»

Der 44-Jährige lebt mit Ehefrau Pascale und zwei Kindern, vier und fünf Jahre alt, im Stadtteil Karantina. Ein Wohnviertel am Hafen, das die Explosion am 4. August besonders hart traf. 190 Menschen starben, 6000 wurden verletzt und fast 300'000 obdachlos.

Durch die Luft geschleudert

Die Explosion schleuderte Michel Hamoud in seinem Kleiderladen durch die Luft. Glassplitter und herabfallende Steine verletzten zu Hause seine Frau und die Kinder. Vier Wochen nach der Detonation erinnern Blutspuren an den Wänden noch immer an die Tragödie.

Die Explosion hat vielen nicht nur das Zuhause genommen, sondern auch die wirtschaftliche Existenz – zumindest denen, die noch eine hatten. Büroräume, Restaurants und Geschäfte liegen in Trümmern. Auch der Laden von Michel Hamoud: «Ich habe nur noch ein paar Pfund in meiner Tasche. Ich habe alles verloren: Meine Arbeit, mein Zuhause, mein Auto. Woher soll ich Geld fürs Essen nehmen? Ich denke Tag und Nacht an nichts anderes.»

Die Detonation im Hafen von Beirut deckt auf, was vielen Libanesen bereits klar war: Korruption, Misswirtschaft und fehlende soziale Verantwortung der politischen Führung sind tödlich. Im Juli hatten libanesische Sicherheitsexperten vor den Folgen einer Explosion gewarnt. Passiert war nichts. Sechs Jahre lang lagerten die gefährlichen Chemikalien dicht neben Wohnvierteln.

epa08647624 Anti- government protesters carry torches and hangman noose as they demand the punishment of those responsible for the port explosion, during a moment of silence to mark one month of Beirut port explosion, in front the Beirut's port, Lebanon, 04 September 2020. According to Lebanese Health Ministry, at least 190 people were killed, and more than six thousand injured in the Beirut blast that devastated the port area on 04 August and believed to have been caused by an estimated 2,750 tons of ammonium nitrate stored in a warehouse.  EPA/NABIL MOUNZER

Anti-Regierungsproteste nach der Katastrophe, die mindestens 190 Menschenleben forderte. Bild: keystone

Bei Demonstrationen nach der Tragödie hiess es auf auf Plakaten: «Ihr wusstet es!» Oder: «Das war kein Unglück, das war Mord.» In Gesprächen vor Ort beklagen viele, dass Politiker aller Konfessionen das Wohlergehen der Bürger gleichgültig sei. Stattdessen raubten sie das Land seit Jahren aus, steckten Geld in die eigenen Taschen.

Landesweit gibt es stundenlange Stromausfälle, Müll verstopft die Strassen und stinkt zum Himmel. Das Gesundheitssystem ist miserabel. Hunderttausende sind arbeitslos, mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landes lebt in Armut. Fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

Hunderttausende protestieren gegen das System 

Im Oktober 2019 protestierten Hunderttausende gegen die korrupte Staatsmacht. Die Revolution vereint alle Konfessionen: Christen, Sunniten und Schiiten. Vor allem die junge Generation fordert, dass das konfessionelle Staatssystem abgeschafft wird. In ihren Augen ist es die Wurzel aller Übel. Der Konfessionalismus wurde mit dem Ende des Bürgerkriegs 1990 installiert. Ranghohe Ämter im Staatsapparat werden seitdem nach Konfessionen verteilt. Insgesamt 18 verschiedene Konfessionen zählt das Land.

Michel Hamoud ist Christ. Er träumt wie viele Landsleute von einem Libanon , in dem es egal ist, an welchen Gott man glaubt. Ein Libanon, in dem jeder unabhängig seiner Konfession gleiche Chancen hat. Und in dem sich die politische Elite nicht gegenseitig Posten zuschachert: «Wir brauchen in unserem Land keine bewaffnete Hisbollah und korrupten Politiker. Wir brauchen einen politischen Neuanfang.»

Bei dem will der französische Präsident Emanuel Macron helfen – zumindest ein bisschen. Vor ein paar Tagen reiste er nach Beirut, Forderungen inklusive: Anti-Korruptionsgesetz, Reformen des Bankensystems und Energiesektors. An dem religiös-konfessionellen Proporzsystem will er aber nicht rütteln. Also genau an dem Problem, von dem sich Leidtragende wie Michel Hamoud befreien wollen.

In seinen Laden kam seit der Wirtschaftskrise kaum noch Kundschaft. Ihr knappes Geld geben die Menschen für überlebenswichtige Güter wie Nahrung und Medikamente aus. Aber nicht nur fehlende Kundschaft treibt den Familienvater fast in den Ruin. Banken zahlen Anlegern nur noch rund 200 Dollar ihrer Ersparnisse aus, in Raten von zwei Wochen. «Bereits vor der Explosion hatten wir nur noch Geld fürs Nötigste», sagt Hamoud. Das libanesische Pfund hat in acht Monaten mehr als 80 Prozent an Wert verloren. Die libanesische Mittelklasse verarmt.

FILE - In this file photo dated Thursday Aug.6, 2020, French President Emmanuel Macron waves as he visits Beirut, Lebanon.  Frenchman Alain Cocq who suffers from a long-term and incurable degenerative illness had planned to show what he expects will be a painful end to his life, but Facebook said Saturday Sept. 5, 2020, it has blocked his live broadcasts and President Macron has said that French law forbade him for granting Cocq's request for a medically-assisted death. (AP Photo/Thibault Camus, FILE)

Emmanuel Macron in Beirut. Bild: keystone

Und dann auch noch die Pandemie

Der Ausbruch von Covid-19 verschärft Michel Hammouds wirtschaftliche Lage und die vieler Landsleute. Ein drakonischer Shutdown im März 2020 hat sie tiefer in die Perspektivlosigkeit getrieben. Geholfen hat es wenig: Der Libanon zählt so viele Covid-19-Fälle wie noch nie. Im Durchschnitt sind es etwa 600 neue Infizierte pro Tag – bei knapp sieben Millionen Einwohnern. Das marode Gesundheitssystem ist doppelt belastet: Kliniken müssen sich neben den Corona-Patienten auch um Tausende teils Schwerverletzte kümmern. Landesweit fehlt es den Krankenhäusern an Personal, Ausrüstung und medizinischem Gerät.

epa08255627 An anti-government protester wears a face mask during a protest in front of the Lebanese Ministry of Health under the slogan 'Our life is not a toy in your hands' in Beirut, Lebanon, 28 February 2020. Anti-government protesters gathered in front of the Lebanese Ministry of Health demanding to stop flights to Lebanon from Iran and other countries with widespread Covid-19 Corona virus outbreaks. According to the Lebanese Ministry of Health, there are now three people who are infected with Corona virus and they are in quarantine in Beirut Governmental Hospital.  EPA/NABIL MOUNZER

Diese Aufnahme enstand bei Protesten Anfang Jahr. Bild: EPA

Unter Einheimischen gibt es eine gängige Phrase: «Schlimmer kann es nicht mehr werden.» Aber es wird schlimmer: Nahrungsmittelpreise stiegen bereits vor der Explosion. Das Land bezieht 85 Prozent der Lebensmittel aus Exporten – der Grossteil kam über den Hafen von Beirut ins Land.

Grundnahrungsmittel wie Reis oder Milch kosten heute dreimal so viel wie im vergangenen Jahr. Für viele nicht mehr bezahlbar. Neben Armut wächst auch die Kriminalität. Perspektivlosigkeit und Wut auf die herrschende Klasse machen das Land zu einem Pulverpass.

Die Ereignisse zeigen, wie fragil die politische Lage im Land ist. Die schiitische Miliz Hisbollah, die als Staat im Staate fungiert und an der Regierung beteiligt ist, verliert an Rückhalt. Teile der Bevölkerung machen sie für die Tragödie im Hafen verantwortlich. Die Miliz kontrolliert den Hafen. Medienberichte legen ihre Verwicklung mit dem dort gelagerten Ammoniumnitrat offen, das zur Explosion führte. Sie soll grosse Lieferungen des Stoffes erhalten haben, die in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem in Beirut detonierten Material stehen.

Der französische Präsident Macron warnte vor kurzem, dass der Libanon ohne Hilfe von aussen eine Rückkehr zum Bürgerkrieg riskiert. Eine Befürchtung, die viele Libanesen teilen. Auch Michel Hamoud:

«Ich habe grosse Angst vor einem nächsten Bürgerkrieg. Ein europäisches Land muss eingreifen. Das wäre besser für uns alle.»

Die jüngsten Ereignisse schüren diese Angst. Vergangene Woche kam es südlich von Beirut zu bürgerkriegsähnlichen Szenen. Die Hisbollah-Miliz lieferte sich mit Anhängern eines lokalen, sunnitischen Clans Strassengefechte und Schiessereien. Zwei Menschen starben.

Der Auslöser: Hisbollah-Anhänger hissten anlässlich des islamischen Feiertags Aschura ein religiöses Banner, was Mitglieder des sunnitischen Clans provozierte. Gewalt auf den Strassen ist ein Hinweis auf das, was noch kommen kann. Denn sie zeigt, wie zerbrechlich das Verhältnis zwischen religiösen Gruppierungen ist. In der Krise werden interreligiöse Konflikte sichtbar, die seit langem unter der Oberfläche brodeln.

Düstere Prognose

Auch Spannungen im südlichen Grenzgebiet zum Nachbarland Israel nehmen zu. Vergangene Woche fielen Schüsse auf israelische Soldaten, die daraufhin Posten der Hisbollah attackierten. Beide Länder befinden sich offiziell im Kriegszustand. Seit Wochen verstärken die Israelis ihre Truppen im Grenzgebiet. Eine gefährliche Gemengelage, die jederzeit kippen und den Libanon ins Chaos stürzen kann. Der letzte Krieg zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz endete vor 14 Jahren. Die Angst vor einer Wiederholung ist gross – und real. Ein kleiner Fehler auf beiden Seiten könnte ihn auslösen.

Auch ohne einen Bürgerkrieg ist die Zukunftsprognose düster: Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen, Michael Fakhri, warnt vor massiven Versorgungsengpässen: «Die Explosion hat die Hauptnahrungsquelle des Landes zerstört und den Libanon weiter an den Rand einer Hungerkrise gebracht.»

Nasser Saidi, ein ehemaliger Gesundheitsminister, befürchtet, der Libanon könnte zu einem zweiten Venezuela werden. Berichten des Nachrichtensenders Al Jazeera zufolge haben im Vergleich zum Vormonat viele Einheimische das Land verlassen. Zumindest diejenigen, die noch genug Geld in der Tasche oder den richtigen Pass haben.

Vor allem die junge, gut ausgebildete Generation kehrt ihrer Heimat den Rücken zu. Auch Michel Hamoud will nur noch weg. Raus aus dem Land, in dem er aufgewachsen ist und in dem er sich mühevoll eine Existenz aufgebaut hat.

«Wenn ich könnte, würde ich sofort abhauen. Mit meinen Kindern. Was sollen sie hier für ein Leben führen? Hier gibt es keine Zukunft mehr. Für niemanden.»

Verwendete Quellen

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 06.09.2020 08:48
    Highlight Highlight Vergessen wir nicht, dass im gelobten Europa sehr viele AKW's stehen!
    EIN atomarer Super-GAU und schon sind wir gleichfalls "am Arsch"...
    Aber das Problem, dass in armen Ländern ein verschärfter Kampf um sich verknappende Ressourcen stattfindet und sich in diesem Kampf zwangsläufig mafiöse Strukturen mit "militärischen Armen" bilden, die dann einen chronischen Bürgerkrieg gegeneinander führen, haben wir im reichen Europa nur in Ansätzen in den "Randzonen".
    Diese Randzonen geben uns aber eine Vorahnung von dem, was auch hier passieren könnte, sollte sich die Einkommens-Schere weiter öffnen...
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 06.09.2020 04:39
    Highlight Highlight Wenn man unter der Hochglanzfassade aller Gesellschaften nachsieht, sieht es fast überall aussichtslos aus. Die Wahrheit ist die, dass es für die meisten Leute keine Zukunft gibt, auch wenn sie in sogenannt prosperierenden Industriestaaten mit "starker" Wirtschaft leben. Das mag ein paar Dekaden lang funktionieren, aber irgendwann knallt's ganz bestimmt.
    Ich begreif's nicht, dass Menschen auch dann noch Kinder zeugen, wenn die Aussichten für diese ganz offensichtlich schlecht bis hoffnungslos sind. Da spielt wohl eine Portion egoistische Hoffnung mit, dass die Kinder einen aus dem Dreck holen.
  • rudolf_k 05.09.2020 22:11
    Highlight Highlight Der Islam und die moderne Welt. Unvereinbar. Selbst dort, wo sie wie im Libanon eigentlich die besten Voraussetzungen dazu hätten, um wirtschaftlich erfolgreich und sozial tolerant zu sein.
    • Herr Schneebeli 06.09.2020 00:39
      Highlight Highlight Die Menschen im Libanon sind eigentlich wirtschaftlich erfolgreich und sozial tolerant. Man lässt sie einfach nicht.

      Der Islam ist nicht der einzige Faktor, welcher den Libanon zu Boden drückt. Religionen gehören per se verbannt aus politischen Gremien.
      Man nennt das Laizismus. Eingeführt wurde dieser glaubs von Kemal Atatürk. Was für eine Ironie.
    • Dageka 06.09.2020 03:07
      Highlight Highlight Stell dir vor, in den 60er und 70er liefen Frauen ohne Kopftuch in Bagdad umher. Jetzt hat sich in der Region alles ein bisschen radikalisiert wegen diversen Faktoren. Es ist nicht alles nur schwarz und weiss.
    • AndOne 06.09.2020 04:38
      Highlight Highlight Der Islam steht im Konflikt mit der Menschheit!
      Jede Religion ist ein Feind der Menschheit, leider kapieren das die Wenigsten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • De-Saint-Ex 05.09.2020 22:09
    Highlight Highlight Der Libanon ist seit den letzten paar Jahrhunderten der Spielball und zugleich -platz fremder Mächte.
    Die werden ihren Einfluss nie und nimmer aufgeben. Die Bevölkerung ist denen völlig egal. „Uns“ Europäern“ genauso... wird sich vielleicht erst ändern, wenn von dort die grosse Fluchtwelle losgeht... im nahen Osten nichts neues... und Westen genauso wenig...
    • Herr Schneebeli 05.09.2020 22:30
      Highlight Highlight Leicht zynischer Zug ... trifft aber auf den Punkt.

      Wenn man mehr als ein Buch gelesen hat, wird man hier halt zugeblitzt.
    • Rabbi Jussuf 05.09.2020 23:19
      Highlight Highlight Nö, zugeblitzt wird man, weil man Mist erzählt.

      Die Libanesen wünschen sich sogar eine starke europäische Präsenz, vorzugsweise eine französische.
  • Rabbi Jussuf 05.09.2020 21:45
    Highlight Highlight Ein"religiös-konfessionellen Proporzsystem" hatten die auch schon vor dem Bürgerkrieg (mit christlicher Dominanz). Nur haben sich seit damals die Proportionen massiv verschoben zugunsten von Shiiten. Dass das nicht gut gehen kann, wusste man schon seit Jahren, hat aber nichts unternommen um endlich die Hizbollah aus dem Land zu werfen.
    Geschichten wie die oben hörte ich schon vor 25 Jahren. Nur waren es damals u.a. die Syrer, die die Kleinen ausraubten...
    • De-Saint-Ex 05.09.2020 22:38
      Highlight Highlight Falsch. Das Parlament besteht nach wie vor zu gut 50 % aus Christen verschiedener Gruppierungen und zu je rund 20% Prozent Sunniten und Shiiten. Zudem muss der Staatspräsident zwingend maronistischer Christ, der Ministerpräsident zwingend sunnitischer Moslem sein.
    • Rabbi Jussuf 05.09.2020 23:14
      Highlight Highlight Ex
      Ruf doch nicht gleich Falsch, nur weil du etwas nicht verstehst.
      Klar haben sich die Kräfte Richtung Shiiten verschoben (und auch Sunniten). Das ist hauptsächlich dem Einfluss des Irans geschuldet.
      Dass das nicht gut gehen kann, war eben schon lange klar.
      Ich habe nur auf einen kleinen Fehler im Artikel hingewiesen.

      Interessant ist ja, dass die Libanesen wieder einen starken europäischen Staat wünschen, also quasi (wieder) kolonialisiert werden wollen.
    • De-Saint-Ex 06.09.2020 13:14
      Highlight Highlight Kenne den Libanon sehr gut. Mehrfach bereist und Bekannte dort und in der Schweiz als Expats. Dass die Schiiten (ich weiss von Deinen Kommentaren her, dass Du sie nicht besonders „magst“, Dir die Sunniten viel lieber sind, woher das wohl kommen mag?) an Einfluss gewonnen haben, ist nun mal nicht nur falsch, das Gegenteil ist der Fall (was ich persönlich gut finde). Und dass sich „DIE“ Libanesen nichts sehnlicher wünschen als eine erneute Kolonialisierung Europa‘s ist schlichter Unfug.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Noblesse 05.09.2020 21:26
    Highlight Highlight Dieses Volk wird instrumentalisiert und von allen missbraucht. Das Land ist wie ein Parkplatz für jede Macht, um im Nahen Osten alsbald weiterhin wüten zu können. Als CH könnte man hier mal mehr tun. Einfach mal humanitär intervenieren. Eine aussenpolitische Offensive. Ohne jegliche "Kampfjets!"
    • lea1 05.09.2020 22:55
      Highlight Highlight Helfen in dieser Situation = vor Verzweiflung auf
      verschiedenen Ebenen in den Tisch beissen...
      Bessere Beziehungen zu Israel, Abgrenzung gegen
      Iran und Selbstreflexion und (Selbst)Verantwortung würden helfen...
    • Herr Schneebeli 06.09.2020 01:15
      Highlight Highlight „Auf verschiedenen Ebenen in den Tisch beissen.“

      Wow. Das ist eine Sprachperle, die ich mir merken werde. Ehrlich jetzt.

      Den Rest habe ich leider nicht verstanden.
    • redeye70 06.09.2020 09:04
      Highlight Highlight @lea1
      Solange die Hisbollah so viel Macht hat im Libanon wird gar nix geschehen in Sachen politischer Öffnung. Auch kann man Korruption kaum bekämpfen wenn diese richtiggehend Teil der Kultur ist. Einmal mehr steht die eigene Mentalität den Menschen in dieser Region im Wege. Siehe libanesische Clans hier in Europa.
    Weitere Antworten anzeigen
  • du_bist_du 05.09.2020 21:13
    Highlight Highlight Ehrlichgemeintes Mitleid für die einfachen Menschen.
    Ansonsten kann man wohl nicht viel machen. Auch Macron kann das Grundproblem nicht lösen, Frankreich hat nicht die Kompetenzen und Kapazitäten dazu.
    Auch wenn, wie helfen?
    Wieder rekolonialisieren? Chinesische Hilfe a la Afrika? Oder US-Demokratie? Pest oder Cholera?
    Nix davon ergibt eine unabhängige stabile Zukunft. Nichts ist zukunftsorientiert.

    Vielleicht ist das den normalen Menschen aktuell egal, aber nicht den Machtfaktoren und ihren Anhängern und auch nicht längerfristig.

    Ich hoffe das Beste und befürchte das Schlimmste.
    • Ana64 06.09.2020 08:10
      Highlight Highlight Was haben Chinesen oder USA in Libanon zu suchen? Nichts. Aber vielleicht sollte man Iran dazu bewegen diese Unruhestifter Hisbollah aus Lebanon abzuziehen?
    • Rabbi Jussuf 06.09.2020 16:44
      Highlight Highlight Leider sind die Hizbollah-Leute mittlerweile vorwiegend Libanesen. Mit abziehen ist da nicht viel zu machen. Aber den Geldhahn könnte man denen zudrehen. Unter anderem wenn insbesondere Deutschland den Iran Boykott der USA unterstützen würde und nicht noch hintenherum Geschäfte machen würde. (Hab irgendwo gelesen, dass es um jährlich etwa 2 mia € gehen soll.)
    • Rabbi Jussuf 06.09.2020 16:49
      Highlight Highlight Ich lese grade, dass leider die Schweizer Firmen auch weiter im Iran investieren...

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