International
Wirtschaft

BMW nach schwachem Jahresbeginn wieder auf festeren Füssen

BMW nach schwachem Jahresbeginn wieder auf festeren Füssen

06.11.2019, 13:54
Mehr «International»
FILE - In this Jan. 20, 2015 file photo the logo of german car manufacturer BMW is pictured on a BMW i3 electric drive car at the production line in Dingolfing, Germany. BMW AG says Thursday, March 12 ...
Bild: AP/AP

Der neue BMW-Chef bekam für seine erste Quartalsbilanz eine Steilvorlage: Absatz, Umsatz und Gewinn legten im Sommer zu. Der Autobauer sieht sich auf Kurs - allerdings auf einem steinigen Weg.

Umsatz und Gewinn haben im dritten Quartal überraschend deutlich zugelegt. Konzernchef Oliver Zipse sagte bei der Vorlage seiner ersten Zwischenbilanz am Mittwoch in München: «Wir liegen auf Kurs, um unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.»

Mit entscheidend dafür ist die Nachfrage in China, wo BMW dieses Jahr 15 Prozent mehr Autos verkaufte als im Vorjahr. Der Absatz in Europa und Amerika stagniert, «China wächst dagegen derzeit stärker als gedacht», sagte Finanzchef Nicolas Peter. Während mehrere Autobauer und Zulieferer erwarten, dass der weltweite Automarkt in den nächsten fünf Jahren schwächelt, betonte Zipse, die Nachfrage nach teuren Autos sei robust.

Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal um fast 8 Prozent auf 26.7 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern legte sogar um 23 Prozent zu auf 2.25 Milliarden Euro. Analysten hatten weniger erwartet. Finanzchef Peter erklärte, BMW habe mehr SUV- und Oberklassefahrzeuge verkauft und auch von Währungseffekten profitiert. Und im Vorjahr hatten Rückrufe und die Umstellung auf den WLTP-Abgasstandard den Quartalsgewinn belastet.

Weniger rosige Aussichten

Für das Gesamtjahr sieht es aber weniger freundlich aus. Wie der grosse Konkurrent Daimler erwartet BMW zwar ein leichtes Absatzwachstum, aber deutlich weniger Gewinn als im Vorjahr. Im vergangen Jahr war das Vorsteuerergebnis bereits auf 9.6 Milliarden Euro gesunken.

Dieses Jahr werde es noch einmal deutlich darunter liegen, sagte Peter. Und wie Daimler und Audi will BMW massiv sparen, um die enormen Investitionen in Elektromobilität stemmen zu können.

BMW stellt das Motorrad der Zukunft vor

1 / 19
BMW stellt das Motorrad der Zukunft vor
Anlässlich des 100. Geburtstags der Marke tourt BMW aktuell mit spektakulären Studien durch die Megacitys dieser Welt. In Los Angeles zeigte die Motorradsparte der Bayern die Vision Next 100 «The Great Escape». Der Antrieb: Noch nicht näher definiert, aber natürlich kein Verbrenner. (Bild: Jochen Vorfelder)
Auf Facebook teilenAuf X teilen

In den ersten neun Monaten hat BMW nur 5.0 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern erwirtschaftet. Das sind 35 Prozent weniger als im Vorjahr. «Unser Anspruch ist jedoch ein anderer», sagte Peter. Nicht einmal die Hälfte des Gewinneinbruchs ist mit der Rückstellung von 1.4 Milliarden Euro für eine drohende EU-Kartellstrafe zu erklären.

Kosten steigen schneller als Einnahmen

Das Problem ist: Die Kosten steigen schneller als die Einnahmen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen im laufenden Jahr und 9 Prozent, die Investitionen um 14 Prozent. BMW hat inzwischen zehn Hybride und zwei vollelektrische Autos am Markt - der erste Elektro-Mini ist in Oxford gerade vom Band gelaufen.

Die Autoindustrie ist unter Druck

Video: srf

2021 werde BMW bereits jedes vierte seiner Autos in Europa mit Hybrid- oder Elektroantrieb verkaufen, kündigte Zipse an. Diese Autos werfen zwar weniger Gewinn ab. Doch BMW werde die CO2-Vorgaben der EU einhalten, sagte Zipse. Sonst drohen Strafzahlungen.

Bis 2022 will BMW nun 12 Milliarden Euro einsparen - auch durch «Senkung der Personalkosten», wie Peter sagte. Die grösseren Brocken bei den Einsparungen sollen aber aus dem Einkauf, der Reduzierung der Benzin- und Dieselvarianten bei vielen Modellen und Partnerschaften in und ausserhalb der Branche kommen. Weltweit ist die Zahl der BMW-Mitarbeiter binnen Jahresfrist sogar um 800 gestiegen - auf nunmehr 135 500 Beschäftigte. (aeg/sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Schweizer Uhrenexporte im Halbjahr deutlich rückläufig

Die Schweizer Uhrenhersteller haben im Juni erneut weniger ins Ausland exportiert. Und auch das Halbjahr war klar rückläufig. Vor allem die beiden wichtigen asiatischen Märkte Hongkong und China schwächeln deutlich. Dagegen erlebt die Branche in Japan einen Aufschwung.

Zur Story