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BMW nach schwachem Jahresbeginn wieder auf festeren Füssen



FILE -  In this Jan. 20, 2015 file photo the logo of german car manufacturer BMW is pictured on a BMW i3 electric drive car at the production line in Dingolfing, Germany. BMW AG says Thursday, March 12, 2015, record sales in 2014 helped it post a solid 9.2 percent increase in full-year profit. The Munich-based maker of the 3-Series sedan and the X5 sport-utility vehicle saw net profit rise to 5.82 billion euros (US dollar 6.2 billion), with strong demand from China, Britain and the U.S. boosting earnings. (AP Photo/Matthias Schrader, File)

Bild: AP/AP

Der neue BMW-Chef bekam für seine erste Quartalsbilanz eine Steilvorlage: Absatz, Umsatz und Gewinn legten im Sommer zu. Der Autobauer sieht sich auf Kurs - allerdings auf einem steinigen Weg.

Umsatz und Gewinn haben im dritten Quartal überraschend deutlich zugelegt. Konzernchef Oliver Zipse sagte bei der Vorlage seiner ersten Zwischenbilanz am Mittwoch in München: «Wir liegen auf Kurs, um unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.»

Mit entscheidend dafür ist die Nachfrage in China, wo BMW dieses Jahr 15 Prozent mehr Autos verkaufte als im Vorjahr. Der Absatz in Europa und Amerika stagniert, «China wächst dagegen derzeit stärker als gedacht», sagte Finanzchef Nicolas Peter. Während mehrere Autobauer und Zulieferer erwarten, dass der weltweite Automarkt in den nächsten fünf Jahren schwächelt, betonte Zipse, die Nachfrage nach teuren Autos sei robust.

Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal um fast 8 Prozent auf 26.7 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern legte sogar um 23 Prozent zu auf 2.25 Milliarden Euro. Analysten hatten weniger erwartet. Finanzchef Peter erklärte, BMW habe mehr SUV- und Oberklassefahrzeuge verkauft und auch von Währungseffekten profitiert. Und im Vorjahr hatten Rückrufe und die Umstellung auf den WLTP-Abgasstandard den Quartalsgewinn belastet.

Weniger rosige Aussichten

Für das Gesamtjahr sieht es aber weniger freundlich aus. Wie der grosse Konkurrent Daimler erwartet BMW zwar ein leichtes Absatzwachstum, aber deutlich weniger Gewinn als im Vorjahr. Im vergangen Jahr war das Vorsteuerergebnis bereits auf 9.6 Milliarden Euro gesunken.

Dieses Jahr werde es noch einmal deutlich darunter liegen, sagte Peter. Und wie Daimler und Audi will BMW massiv sparen, um die enormen Investitionen in Elektromobilität stemmen zu können.

BMW stellt das Motorrad der Zukunft vor

In den ersten neun Monaten hat BMW nur 5.0 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern erwirtschaftet. Das sind 35 Prozent weniger als im Vorjahr. «Unser Anspruch ist jedoch ein anderer», sagte Peter. Nicht einmal die Hälfte des Gewinneinbruchs ist mit der Rückstellung von 1.4 Milliarden Euro für eine drohende EU-Kartellstrafe zu erklären.

Kosten steigen schneller als Einnahmen

Das Problem ist: Die Kosten steigen schneller als die Einnahmen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen im laufenden Jahr und 9 Prozent, die Investitionen um 14 Prozent. BMW hat inzwischen zehn Hybride und zwei vollelektrische Autos am Markt - der erste Elektro-Mini ist in Oxford gerade vom Band gelaufen.

Die Autoindustrie ist unter Druck

Video: srf

2021 werde BMW bereits jedes vierte seiner Autos in Europa mit Hybrid- oder Elektroantrieb verkaufen, kündigte Zipse an. Diese Autos werfen zwar weniger Gewinn ab. Doch BMW werde die CO2-Vorgaben der EU einhalten, sagte Zipse. Sonst drohen Strafzahlungen.

Bis 2022 will BMW nun 12 Milliarden Euro einsparen - auch durch «Senkung der Personalkosten», wie Peter sagte. Die grösseren Brocken bei den Einsparungen sollen aber aus dem Einkauf, der Reduzierung der Benzin- und Dieselvarianten bei vielen Modellen und Partnerschaften in und ausserhalb der Branche kommen. Weltweit ist die Zahl der BMW-Mitarbeiter binnen Jahresfrist sogar um 800 gestiegen - auf nunmehr 135 500 Beschäftigte. (aeg/sda/awp/dpa)

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