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Deutschland macht 2,9 Milliarden Gewinn mit Griechenland-Hilfe

21.06.18, 11:05 21.06.18, 11:23


Bild: EPA/DPA

Deutschland ist einer der grössten Profiteure der Milliardenhilfen zur Rettung Griechenlands und hat seit dem Jahr 2010 insgesamt mindestens 2.9 Milliarden Euro an Zinsgewinnen verdient. Das geht aus einer Antwort der deutschen Regierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Der Regierungsantwort zufolge gab es seit 2010 vor allem Gewinne aus Ankäufen griechischer Staatsanleihen im Rahmen des «Securities Market Programme» (SMP) der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei der Bundesbank anfielen und dem Bundeshaushalt überwiesen wurden. Auch die Bundesbank kaufte die Staatspapiere. Die Gewinne ergeben sich vor allem aus den Zinszahlungen für das Halten der Anleihen.

Die Ankäufe über den Sekundärmarkt waren wichtig, damit Griechenland sich weiter finanzieren konnte, zusätzlich wurden Rettungsschirme aufgespannt, erst der vorläufige EFSF, dann der permanente Rettungsschirm ESM. Knapp 274 Milliarden Euro an Hilfskrediten hat Griechenland von den Geldgebern erhalten.

Schuldennachlässe gefordert

Der Grünen-Haushaltsexperte Sven-Christian Kindler forderte wegen der deutschen Gewinne umfassende Schuldennachlässe für Athen. «Entgegen allen rechten Mythen hat Deutschland massiv von der Krise in Griechenland profitiert», sagte Kindler.

«Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung mit Milliarden an griechischen Zinsgewinnen den deutschen Haushalt saniert», kritisierte er. Griechenland habe hart gespart und seine Verpflichtungen eingehalten: «Jetzt muss die Eurogruppe ihr Versprechen auch einhalten.» Deutschland und Europa stünden im Wort, um Athen unter die Arme zu greifen, sagte Kindler.

Rückkehr an den Kapitalmarkt geplant

Das dritte Kredit-Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro läuft im August aus. Zuletzt war der Druck auch auf den deutschen Finanzminister Olaf Scholz (SPD) gewachsen, Erleichterungen für Athen zuzustimmen, damit das Land sich wieder selbst finanzieren kann.

Ziel ist, dass Griechenland in den nächsten Jahren alle weiteren Raten an die Euro-Staaten und den Internationalen Währungsfonds (IWF) bedienen kann. «Die jahrelangen Anstrengungen des griechischen Volkes werden bald Früchte tragen», betonte zuletzt Premier Alexis Tsipras.

Ausbezahlung der Zinsgewinne an Griechenland vorgesehen

Frühere Vereinbarungen sahen vor, dass Griechenland bei Erfüllung aller Spar- und Reformauflagen die SMP-Gewinne aus den Anleihekäufen anderer Staaten ausbezahlt werden sollen. Der Antwort zufolge wurde aber nur 2013 ein Gesamtbetrag von zwei Milliarden Euro an Griechenland transferiert. 2014 gingen rund 1.8 Milliarden Euro auf ein Sperrkonto des Euro-Rettungsschirms ESM – der Grünen-Politiker Kindler sieht daher erhebliche Spielräume, um Athen zu entlasten.

Für dieses Jahr erwartet Griechenland immerhin wieder ein Wirtschaftswachstum von 1.9 Prozent und einen Überschuss von 0.8 Prozent, ohne Schuldendienst gar von 4.2 Prozent.

Am Donnerstag sollte beim Treffen der Euro-Finanzminister in Luxemburg eine Vorentscheidung über Erleichterungen fallen. (awp/sda/dpa)

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • henkos 21.06.2018 15:37
    Highlight Bevor hier wieder alle in Schnappatmung verfallen: Die Mehrheit der Deutschen war gegen den ESM und für einen Schuldenschnitt. Und das trotz der massiven Kampagne der Springer-Presse („Pleite-Griechen“ usw.). Es gab sogar Demonstrationen gegen die „Rettung“ von Griechenland.
    12 0 Melden
  • Hierundjetzt 21.06.2018 15:24
    Highlight An alle Wutbürger, die es imfal schon immer wussten und bla und bli:

    Griechenland hat seine ZINSEN bezahlt.

    Von einer RÜCKZAHLUNG des Darlehens ist noch lange keine Rede.
    10 3 Melden
  • Waedliman 21.06.2018 14:19
    Highlight Deutschland hat das Risiko auf sich genommen, den Griechen durch riskante Kredite zu helfen. Nun werden die Zinsen den Griechen ausgezahlt. Wieso gibt es hier einen, der den Deutschen vorwirft, dass sie sich nicht richtig verhalten? Ich bitte doch um mehr Sachlichkeit.
    16 21 Melden
  • saukaibli 21.06.2018 14:03
    Highlight Nicht umsonst hat Deutschland dafür geschaut, dass es Griechenland möglichst schlecht geht, die wussten genau, dass Deutschland profitieren kann. Es sind ja nicht nur diese Gewinne auf Anleihenkäufe, man muss auch dazu rechnen, wie viel an Kreditzinsen DE gespart hat dadurch, dass sie praktisch zinslos Darlehen ausnehmen konnten. Ausserdem haben sie die Griechen gezwungen ihre rentablen (die unrentablen durften sie behalten) Häfen und Flughäfen an Fraport zu verkaufen, eine Firma mit Staatsbeteiligung. Wenn man das alles einrechnet, hat DE noch viel mehr abgesahnt.
    28 10 Melden
  • Moudi 21.06.2018 13:48
    Highlight Man hat damals nicht Griechenland "gerettet" sondern ganz klar die Deutsche Bank.. Wie ja in diesem Artikel jetzt bestätigt ist..
    29 5 Melden
  • walsi 21.06.2018 13:42
    Highlight So überraschend ist das jetzt nicht wirklich. Bei der Rettung Griechenlands ging es in erster Linie um die Rettung der Banken. Allen voran die deutschen Banken. Die waren in Griechenland stark engagiert
    28 4 Melden
  • amore 21.06.2018 13:19
    Highlight Ja D macht eine schlechte Falle in der EU-Wertegemeinschaft. Immer nur profitieren und über die anderen Mitglieder motzen. Und dann meint D, es hätte eine Führungsrolle. Es ist aber einzig eine Abzocker- und Vorteilsrolle. Darum kann sich die EU nicht zu einer Wertegeneinschafz entwickeln. D zügle dich!
    15 4 Melden
    • henkos 21.06.2018 15:28
      Highlight Wenn, dann ist es nicht „Deutschland“, sondern die Banken-Lobby. Und die ist hüben ebenso einflussreich wie drüben.
      3 0 Melden
  • TheGreenOne 21.06.2018 13:11
    Highlight Das ist ja ziemlich mies.
    Wenn man auf dem Boden liegt nochmal schön nachtreten um eigenen Profit generieren zu können, Deutschland kanns.
    23 4 Melden
    • Waedliman 21.06.2018 14:18
      Highlight Dafür trägt Deutschland auch das Risiko. Bitte die Zusammenhänge nicht übersehen. Ausserdem gibt Deutschland den Griechen die Zinsen, somit ist also doppelte Hilfe vorhanden. Man sollte schon richtig lesen ;-)
      8 21 Melden
    • swisskiss 21.06.2018 14:28
      Highlight Unglaublich! Das übernimmt Deutschland Bürgschaften von mehr als 400 Milliarden von strauchelnden EULändern, steht mit seinem Rating für tiefe Zinsen ein, überniimmt von Privatbanken und Hedgefonds Kredite die Griechenland nicht tiefere Zinsschulden bescheren, sondern auch die Laufzeiten von Krediten verdoppeln, und Du inkompetenter Laferi , schwafelstt
      6 8 Melden
    • Oberon 21.06.2018 14:32
      Highlight Waedliman, dass normale Volk versteht sowas doch gar nicht. ;)
      4 5 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 21.06.2018 14:40
      Highlight @Waedli

      Welches Risiko? Das der Steuerzahler getragen hätte?
      10 5 Melden
    • TheGreenOne 21.06.2018 15:12
      Highlight 1. Warum sind die EU-Länder denn ins straucheln gekommen?
      - Weil das wirtschaftsstarke Deutschland auf Kosten der anderen Staaten skrupellos gewachsen ist.

      2. Welche Verantwortung?
      - Die Verantwortung finanzielle
      tragen die Deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler!
      9 5 Melden
    • swisskiss 22.06.2018 12:51
      Highlight Schon mal was von subprime Krise gelesen? Was CBOs sind und wieso mehr als 2 Dutzend der grössten Banken in Europa mit Staatsgeldern gerettet werden mussten? Bad Banks zur Uebernahme fauler Hypokredite gegründet werden mussten? 6 Staaten durch EZB Gelder unterstützt werden mussten um eine Zahlungsunfähigkeit abzuwenden? Das die einzige Belastung für den Deutschen Steuerzahler eine Zahlung der Bürgschaften wäre, die durch Bund und nicht durch Zentralbank gedeckt sind? Das nicht Deutschland, sondern der EURO an der immer stärker werdenden Schieflage europäische Volkswirtschaften schuld ist?
      1 0 Melden
  • aglio e olio 21.06.2018 13:03
    Highlight Leider wird (will?) sich kaum jemand daran erinnern dass er/sie vor einigen Jahren schwer am Griechenlandbashing teilgenommen hat.
    "Faule Griechen, wir bezahlen deren Lotterleben" und ähnliche Ausfälle.
    Obwohl damals schon von einigen gesagt wurde, dass das ganze ein lukratives Geschäft für die Staatskasse werden wird.
    21 4 Melden
    • swisskiss 22.06.2018 13:03
      Highlight aglio e olio: Massiv zu hoher Staatsanteil mit demensprechender Mitarbeiterzahl, Verrentung mit 48, Mangelnde Steuererhebung, Schattenwirtschaft und Korruption von über 20% des BIP, gefälsche Zahlen zur Kreditbelastung bei Beititt zum EURO etc. ist NICHT Griechen Bashing, sondern die Grundlage der Krise die durch die subprime und Bankenkrise sich so massiv verschärfte, dass GRE nicht mehr fähig war aus eigener Kraft die Schuldzinsen zu bedienen.

      Man sollte schon die Schuldigen benennen (da ist GRE in guter Gesellschaft) die den EU Rettungsschirm und EU-Fazilität provozierten.
      1 0 Melden
    • aglio e olio 22.06.2018 15:57
      Highlight 1/2 Das da einiges im Argen war und ist steht ausser Frage.
      Letzendlich ging ein Grossteil der Kredite direkt an die (selbstverschuldet) verschuldeten Banken. Die Griechen haben da nicht viel von gesehen.
      Ohne die von dir angeführten Punkte, welche einer Überprüfung im Detail nur teilweise standhalten würden, hätte Griechenland die Privatschulden der Banken vielleicht direkt selber sozialisieren können. Aber so sind andere eingesprungen und haben letzten Endes noch Geld damit verdient. Unterm Strich zahlen dennoch die Griechen die Zeche. Stichworte Troika Sparpakete.
      0 0 Melden
    • aglio e olio 22.06.2018 15:59
      Highlight 2/2 Rente mit 48? Wo hast du die Zahl her? Ich finde nichts dazu. Das ist es was ich u.a. mit Bashing meinte. Die Stammtischparolen der Bildzeitung und deren Echos waren zum fremdschämen...
      https://m.tagesspiegel.de/politik/die-schuldenkrise-in-griechenland-gehen-die-griechen-wirklich-mit-56-in-rente/11939572.html
      http://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-was-rentner-im-vergleich-zu-deutschland-wirklich-kriegen-a-1039256.html
      0 0 Melden
    • swisskiss 23.06.2018 17:55
      Highlight Frühverntungssystem Griechenland bis 2010 und2011: Frühverentung allgemein mit 55 Frauen, Männer 60.
      Frühverentung in " gefährlichen Berufen"(über 500 Berufe in 81 Sparten, Frauen 50, Männer 55.

      Frühverentung in Staatlichen Betrieben: Generell 48.

      Frühverentung bei Angestellen gemeindeautonomer Verwaltungen 45 bis 52 je nach Verwaltungsbezirk!
      0 0 Melden
  • rodman 21.06.2018 12:55
    Highlight Griechenland hat - als es nicht mehr kreditwürdig war - in 3 Paketen rund 350 Milliarden Euro erhalten (ca. 1 jahres-BIP von Österreich). Deutschland hat einen grossen Anteil hierzu geleistet, mit dem Wissen, dass es sich um eine Hochrisikoanleihe handelt, bei deren Verlust Deutschlands Einwohner die Zeche zahlen müssten (ca. 4,500 EUR pro Person). Ein Politiker hätte dieses Investment wohl den Bürgern nicht vermitteln können, wenn man einen allfällige Zinsertrag gleich zurückschenken würde.
    7 8 Melden
    • Moudi 21.06.2018 15:07
      Highlight Nicht Griechenland hat das Geld erhalten sondern die deutsche bank!
      14 4 Melden
    • rodman 22.06.2018 00:51
      Highlight Moudi, Du verstehst aber schon, dass Griechenland der Schuldner war?
      4 2 Melden
  • manhunt 21.06.2018 12:29
    Highlight erst wollte man von den friesierten griechischen bilanzen nichts gewusst haben und nun verdient man sich am schlamassel eine goldene nase.
    17 3 Melden
  • Ökonometriker 21.06.2018 12:16
    Highlight Nunja Deutschland hat auch ein extremes Risiko auf sich genommen - bei einem Grexit oder Schuldenschnitt wäre wohl ein fettes Minus resultiert.
    29 44 Melden
    • walsi 21.06.2018 13:45
      Highlight Für die deutschen Banken, nicht den Staat. Griechenland hat sich Geld bei Banken geliehen, nicht bei Staaten. Der grösste Teil der Retungsmilliarden floss zu den Banken, sie machten einfach einen Umweg über Griechenland.
      19 1 Melden
  • Knety 21.06.2018 12:11
    Highlight So sieht also Deutsche Solidarität aus.
    #Wertegemeinschaft
    88 31 Melden
    • dan2016 21.06.2018 13:40
      Highlight ich denke, dass die Deutschen froh wären, wenn wir Schweizer den Italienern unser Geld auslehnen und - falls wir es zurückbekommen - uns auch die Zinsen herzlich gönnen würden. Und Knety, auch Du konntest griechische Staatsanleihen kaufen (kannst Du auch jetzt). Und Du darfst die Zinsen einstreichen. Oder darfst sie, sofern du das Geld wiederbekommst, diese auch verschenken.
      Ich jedenfalls bevorzuge es, dass das Geld am Schluss nicht durch meine PK abgesichert wurde, sondern durch den Deutschen Steuerzahler
      5 10 Melden
    • Knety 21.06.2018 16:19
      Highlight Bei einem normalen Investmentgeschäft würde es mich auch nicht stören. Schliesslich war das Risiko hoch, also soll es auch einen entsprechenden Gewinn geben.
      Hier wurde aber immer von Solidarität und Zusammenhalt geschwafelt.
      Ich bin eben kein Freund von Doppelstandarts.
      Hinzu kam noch dieses oberlehrerhafte und gönnerhafte Auftreten.
      Einfach nur schäbig!
      3 1 Melden
    • Erba 22.06.2018 11:38
      Highlight Na wer hat denn den Griechen aus der Patsche geholfen? Ohne diese Hilfe wäre GR am Boden.
      0 4 Melden
  • Blutgrätscher 21.06.2018 11:53
    Highlight Also haben die jahrelang lamentiert, dass sie nicht das Sozialamt der EU sind und die Griechen deshalb magere Jahre erdulden müssen, während sie Milliardengewinne eingestrichen haben?

    Krass solidarisch, Deutschland.
    134 33 Melden
    • Waedliman 21.06.2018 12:12
      Highlight Ach, da muss man als Schweizer nicht jammern, die machen doch am besten vor, wie man das Geld vor die Moral stellt ;-)
      46 23 Melden
  • pamayer 21.06.2018 11:48
    Highlight so läuft's in der hochfinanz: wer hat, dem wird gegeben, egal wohin das geld vordergründig fliesst.
    79 13 Melden

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