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«Lügen und Verschwörungstheorien»: China warnt vor «neuem Kalten Krieg» mit USA

28.05.2020, 14:5228.05.2020, 15:58
Harsche Töne beim Volkskongress in Peking
Harsche Töne beim Volkskongress in PekingBild: keystone

China hat vor einem «neuen Kalten Krieg» mit den USA gewarnt. In der Pandemie mit dem neuen Coronavirus verbreite sich auch noch ein «politisches Virus» in den USA, jede Gelegenheit zu ergreifen, «China anzugreifen und zu verunglimpfen», sagte der chinesische Aussenminister Wang Yi am Sonntag auf einer Pressekonferenz am Rande der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. Der Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 war zuerst in China aufgetreten und hat sich inzwischen in der ganzen Welt verbreitet.

«Einige politische Kräfte in den USA nehmen die Beziehungen zwischen China und den USA als Geisel und drängen das Verhältnis an den Rand eines neuen Kalten Krieges», sagte Wang Yi. «Das ist gefährlich und gefährdet den Weltfrieden.» Die Liste der «Lügen und Verschwörungstheorien» in den USA gegen China werde immer länger.

Wang Yi
Wang YiBild: EPA

Die Lungenkrankheit Covid-19 habe die Welt überrascht. China sei wie andere Länder selbst ein «Opfer», sagte der Aussenminister. Es habe umgehend und verantwortlich auf den Sars-CoV-2-Erreger reagiert und schnell Informationen geteilt. Auch sei das Genmaterial des Virus entschlüsselt und rasch anderen Ländern zur Verfügung gestellt worden, sagte Wang Yi. Er wies damit Vorwürfe zurück, dass China die Epidemie anfangs vertuscht, zu langsam reagiert und international zu wenig kooperiert habe.

Auf Forderungen nach einer internationalen Untersuchung sagte Wang Yi, der Ursprung des Virus müsse von Wissenschaftlern und medizinischen Experten erforscht werden. China stehe einer solchen Untersuchung der wissenschaftlichen Gemeinschaft «offen» gegenüber. Sie dürfe aber nicht politisiert werden, sondern müsse professionell und unter Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfolgen. Auch müsse die Untersuchung «unparteiisch» sein.

Wang Yi wies Schuldvorwürfe wegen Chinas Umgang mit dem Ausbruch des neuen Coronavirus scharf zurück. Gerichtliche Klagen in den USA und Forderungen nach etwaiger Entschädigung durch China seien irrwitzig und fussten weder auf Fakten noch auf Rechtsgrundlagen oder internationalen Präzedenzfällen.

Die USA und China trügen grosse Verantwortung für Frieden und Entwicklung in der Welt, sagte Wang Yi. Beide Seiten sollten auch im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 zusammenarbeiten. China und die USA könnten von Kooperation nur profitieren, bei Konfrontation aber nur verlieren. China werde aber seine Souveränität, territoriale Integrität und sein Recht auf Entwicklung verteidigen.

Unter Hinweis auf amerikanische Politiker, die von einem «chinesischen Virus» sprechen, sagte Wang Yi, mit einer solchen geografischen Bezeichnung werde China «stigmatisiert». Die wissenschaftliche Untersuchung dürfe nicht «unter der Annahme von Schuld» erfolgen. Auch müsse sie sich auf alle Länder erstrecken. Die Rolle der WHO dürfe dabei auch nicht untergraben werden, sagte Wang Yi. Sie habe in der Corona-Krise «gute Arbeit geleistet».

US-Präsident Donald Trump hatte die WHO als zu chinafreundlich angegriffen und droht ihr damit, die finanzielle Unterstützung langfristig zu streichen. Ohne direkt auf die hohe Zahl der Opfer der Pandemie in den USA einzugehen, sagte Chinas Aussenminister, jene, die nicht auf den Rat der WHO hörten, «zahlen einen hohen Preis».

Zu Beginn der Pressekonferenz hatte Wang Yi noch sein «tiefes Mitleid» dafür ausgedrückt, was die USA in der Pandemie durchzumachen hätten. Das Virus kenne keine Grenzen und sei eine Herausforderung für alle Völker.

«Politische Manipulation wird dem Virus Schlupflöcher bieten», sagte Wang Yi. «Ein Vorgehen, seinen Nachbarn arm zu machen, wird uns alle noch verletzlicher machen. Die Wissenschaft zurückzuweisen, wird dem Virus erlauben, noch grösseren Schaden anzurichten.» (aeg/sda/dpa)

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Smog in China

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11 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Wolfgang Hürlimann
28.05.2020 15:02registriert April 2020
Sorry aber alles was dem Plan der Partei nicht entspricht, wird als nicht existent notorisch geleugnet, verfolgt, bestraft und durch Propaganda zunichte gemacht. China weicht keinen Millimeter von seinen Zielen ab, egal was andere sagen und denken, siehe die Massnahmen gegen Hongkong oder die Drohungen zu Taiwan. Es ist naiv, zu glauben dass China mit dem Ausbau der Seidenstrasse und seinen Rohstoffen keinen politischen Einfluss auf die Welt ausüben will, so geschehen in den letzten Wochen zum Statement der EU gegenüber dem WHO Bericht zu Covid19. Mehr Skepsis gegenüber China ist angebracht.
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Varanasi
28.05.2020 16:08registriert August 2017
Die gestrige Folge des Auslandsjournals beschäftigte sich nur mit China.
Es sieht dort nicht rosig aus. Die Kritik am System wird offener (habe mich gewundert, dass so manches überhaupt gesagt werden durfte), der Wirtschaft geht es schlecht, die Regierung reagiert nervös und aggressiv.
Interessant, dass so mancher dort sagte, dass das Virus von den USA nach China eingeschleppt wurde. Spielt man da nicht ein wenig das gleiche Spiel wie die USA?

Der Beitrag über den Schlangenzüchter: ohne Worte.


https://www.zdf.de/politik/auslandsjournal/die-doku-vom-27-mai-2020-100.html
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Cirrum
28.05.2020 15:15registriert August 2019
Es wird vergessen, wie schon immer in der Geschichte, dass hinter den fiktiven Machtwesen wie China, USA, Europa usw. Menschen sind die Gefühle haben. Die jedoch nichts zu melden haben und das ganze Machtgehabetheater schlussendlich ausbaden müssen.
Ein Beispiel: China erlebt einen Wirtschaftsboom (1950-1970). Ja tönt gut, jedoch werden die Bedürfnisse der Einwohner vernachlässigt und es sterben Millionen an Hunger... Wir sollten die Geschehnisse aus Sicht der Betroffenen sehen und nicht aus der Sicht einer fiktionalen Macht....
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