International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Lügen und Verschwörungstheorien»: China warnt vor «neuem Kalten Krieg» mit USA



epa08449407 Delegates attend the closing ceremony of the third session of the 13th National People's Congress (NPC) at the Great Hall of the People in Beijing, China, 28 May 2020. The NPC runs parallel to the annual plenary meetings of the Chinese People's Political Consultative Conference (CPPCC); they are together known as 'Lianghui' ('Two Meetings'). This year, both major political events ? which were initially scheduled to be held in March ? were postponed due to the ongoing pandemic of the COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus.  EPA/ROMAN PILIPEY

Harsche Töne beim Volkskongress in Peking Bild: keystone

China hat vor einem «neuen Kalten Krieg» mit den USA gewarnt. In der Pandemie mit dem neuen Coronavirus verbreite sich auch noch ein «politisches Virus» in den USA, jede Gelegenheit zu ergreifen, «China anzugreifen und zu verunglimpfen», sagte der chinesische Aussenminister Wang Yi am Sonntag auf einer Pressekonferenz am Rande der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. Der Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 war zuerst in China aufgetreten und hat sich inzwischen in der ganzen Welt verbreitet.

«Einige politische Kräfte in den USA nehmen die Beziehungen zwischen China und den USA als Geisel und drängen das Verhältnis an den Rand eines neuen Kalten Krieges», sagte Wang Yi. «Das ist gefährlich und gefährdet den Weltfrieden.» Die Liste der «Lügen und Verschwörungstheorien» in den USA gegen China werde immer länger.

epa08440680 Chinese Foreign Minister Wang Yi is seen on a screen as he speaks to reporters during an online press conference in Beijing, China, 24 May 2020. China held the Chinese People's Political Consultative Conference (CPPCC) on 21 May and the National People's Congress (NPC) on 22 May, after the two major political meetings initially planned to be held in March 2020 were postponed amid the ongoing coronavirus and COVID-19 disease pandemic.  EPA/ROMAN PILIPEY

Wang Yi Bild: EPA

Die Lungenkrankheit Covid-19 habe die Welt überrascht. China sei wie andere Länder selbst ein «Opfer», sagte der Aussenminister. Es habe umgehend und verantwortlich auf den Sars-CoV-2-Erreger reagiert und schnell Informationen geteilt. Auch sei das Genmaterial des Virus entschlüsselt und rasch anderen Ländern zur Verfügung gestellt worden, sagte Wang Yi. Er wies damit Vorwürfe zurück, dass China die Epidemie anfangs vertuscht, zu langsam reagiert und international zu wenig kooperiert habe.

Auf Forderungen nach einer internationalen Untersuchung sagte Wang Yi, der Ursprung des Virus müsse von Wissenschaftlern und medizinischen Experten erforscht werden. China stehe einer solchen Untersuchung der wissenschaftlichen Gemeinschaft «offen» gegenüber. Sie dürfe aber nicht politisiert werden, sondern müsse professionell und unter Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfolgen. Auch müsse die Untersuchung «unparteiisch» sein.

Wang Yi wies Schuldvorwürfe wegen Chinas Umgang mit dem Ausbruch des neuen Coronavirus scharf zurück. Gerichtliche Klagen in den USA und Forderungen nach etwaiger Entschädigung durch China seien irrwitzig und fussten weder auf Fakten noch auf Rechtsgrundlagen oder internationalen Präzedenzfällen.

Die USA und China trügen grosse Verantwortung für Frieden und Entwicklung in der Welt, sagte Wang Yi. Beide Seiten sollten auch im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 zusammenarbeiten. China und die USA könnten von Kooperation nur profitieren, bei Konfrontation aber nur verlieren. China werde aber seine Souveränität, territoriale Integrität und sein Recht auf Entwicklung verteidigen.

Unter Hinweis auf amerikanische Politiker, die von einem «chinesischen Virus» sprechen, sagte Wang Yi, mit einer solchen geografischen Bezeichnung werde China «stigmatisiert». Die wissenschaftliche Untersuchung dürfe nicht «unter der Annahme von Schuld» erfolgen. Auch müsse sie sich auf alle Länder erstrecken. Die Rolle der WHO dürfe dabei auch nicht untergraben werden, sagte Wang Yi. Sie habe in der Corona-Krise «gute Arbeit geleistet».

US-Präsident Donald Trump hatte die WHO als zu chinafreundlich angegriffen und droht ihr damit, die finanzielle Unterstützung langfristig zu streichen. Ohne direkt auf die hohe Zahl der Opfer der Pandemie in den USA einzugehen, sagte Chinas Aussenminister, jene, die nicht auf den Rat der WHO hörten, «zahlen einen hohen Preis».

Zu Beginn der Pressekonferenz hatte Wang Yi noch sein «tiefes Mitleid» dafür ausgedrückt, was die USA in der Pandemie durchzumachen hätten. Das Virus kenne keine Grenzen und sei eine Herausforderung für alle Völker.

«Politische Manipulation wird dem Virus Schlupflöcher bieten», sagte Wang Yi. «Ein Vorgehen, seinen Nachbarn arm zu machen, wird uns alle noch verletzlicher machen. Die Wissenschaft zurückzuweisen, wird dem Virus erlauben, noch grösseren Schaden anzurichten.» (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Smog in China

Scheisse, Peking geht WC-Papier Dieben an den Kragen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 29.05.2020 05:41
    Highlight Highlight 5G ist schuld. Aber kein Problem, hier kommt der ultimative Superschutz gegen alles, wirklich alles Böse.

    https://5gbioshield.com/

    Glaubsch nöd? 😁

  • Eidi 28.05.2020 19:48
    Highlight Highlight Wenn die Chinesischen Politiker plötzlich glaubwürdiger wirken als die Amerikanischen..
  • KnolleBolle 28.05.2020 18:00
    Highlight Highlight China wird mit links den kalten Krieg gegen die USA gewinnen, und Russland provitiert davon, wir in Europa versinken unter ferner...
  • _andreas 28.05.2020 17:46
    Highlight Highlight Kalter Krieg?
    Der 3. Weltktieg ist schon seit jahren im vollen gange. Es ist aber kein Krieg wie der 1. oder 2. Weltkrieg sondern ein Wirtschaftskrieg. Was meint ihr denn, warum China seit jahren Städte aus dem Boden stmpft, die Bevölkerung in die Städte holt und Weltweit massemhaft Firmen aufkauft?
  • Robba 28.05.2020 16:59
    Highlight Highlight Ich habe den Eindruck dass Nachrichten in Europa und Schweiz zurückgehalten werden.
    Scheinbar ist die Abhängigkeit von China zu gross.
    Die Engländer sagen sogar, dass Italien eher zu China als zu Amerika steht.
    Wenn Europa sich nicht zusammenfindet und die eigene Wirtschaft zuerst berücksichtigt, bevor irgendetwas mit China zusammen gemacht wird, dann weiss ich nicht wofür wir Europa brauchen.
    Den Chinesen kann und sollte man nicht glauben.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 29.05.2020 15:14
      Highlight Highlight ...waren es doch die Europäer, die vor 3 Jahrhunderten in China eingewandert sind und nichts anderes getan haben, als was die Chinesen heute machen. Du bist ein Haudrauf-Heini, der sich keine Minute mit der Geschichte Chinas befasst hat.
      Falls dir gerade nach Bildung sein sollte: Chinesische Geschichte ab 1700 bis heute. Dann wirst auch du den Chinesen nicht verübeln, dass sie das tun, was die Europäer vor 200 Jahren auch auf noch viel hinterhältigere Art und Weise getan haben. Wenn man jemandem nicht trauen und glauben kann, dann dem weissen Menschen. Soviel Selbstrefexion sollte man haben.
  • Varanasi 28.05.2020 16:08
    Highlight Highlight Die gestrige Folge des Auslandsjournals beschäftigte sich nur mit China.
    Es sieht dort nicht rosig aus. Die Kritik am System wird offener (habe mich gewundert, dass so manches überhaupt gesagt werden durfte), der Wirtschaft geht es schlecht, die Regierung reagiert nervös und aggressiv.
    Interessant, dass so mancher dort sagte, dass das Virus von den USA nach China eingeschleppt wurde. Spielt man da nicht ein wenig das gleiche Spiel wie die USA?

    Der Beitrag über den Schlangenzüchter: ohne Worte.


    https://www.zdf.de/politik/auslandsjournal/die-doku-vom-27-mai-2020-100.html
    • larssagesser 28.05.2020 18:40
      Highlight Highlight Ich sage es hier nochmals: Trump bezeichnet das Virus erst seit dann als „Chinese Virus“, seit China behauptet hat (der Aussenminister auf Twitter, welches ja in China eigentlich gesperrt ist), dass das Virus von US-Soldaten nach Wuhan eingeschleppt worden ist. Auch wenn dir die Medien das nicht sagen: China hat begonnen Fake News über den Ursprung zu verteilen. Übrigens nicht nur die USA sollten Ursprungsland gewesen sein, später hat die chinesische Propagandamaschine auch Italien beschuldigt.
    • Qing Dragon 29.05.2020 08:59
      Highlight Highlight das erste Mal von den Unruhen habe ich im Podcast Denkatelier gehört. Der Gast war ein China-Kenner und machte ein Prognose, dass die jetztige chinesische Regierung in 10 Jahren nicht mehr gibt. Genau wegen den öffentlichen Kritik an die Regierung.

      Für alle die sich die Folge selber anhören wollen
      https://www.listennotes.com/podcasts/denkatelier-marko-kovic-XsnHGjLowv7/ oder auf Spotify under "Denkatelier"
  • Silent_Revolution 28.05.2020 15:41
    Highlight Highlight Als ob der kalte Krieg je aufgehört hat.

    Was denkt man denn, was all die Grossmächte in Syrien, Libyen, im Irak oder Afghanistan tun? Diktatoren beseitigen, Massenvernichtungswaffen suchen und Terror bekämpfen?

    Es sind schlicht und einfach geostrategische Stellvertreterkriege wie damals schon in Afghanistan, Nicaragua, sowieso in ganz Südamerika.

    Aber bei jedem neuen Konflikt präsentieren etablierte Medien erst mal 2-3 Jahre lang die übliche Propaganda, überliefert von korrupten Nachrichtenagenturen. Die erste Kritik fällt erst dann, wenn das Geschehene sowieso keinen mehr interessiert.
  • Cirrum 28.05.2020 15:15
    Highlight Highlight Es wird vergessen, wie schon immer in der Geschichte, dass hinter den fiktiven Machtwesen wie China, USA, Europa usw. Menschen sind die Gefühle haben. Die jedoch nichts zu melden haben und das ganze Machtgehabetheater schlussendlich ausbaden müssen.
    Ein Beispiel: China erlebt einen Wirtschaftsboom (1950-1970). Ja tönt gut, jedoch werden die Bedürfnisse der Einwohner vernachlässigt und es sterben Millionen an Hunger... Wir sollten die Geschehnisse aus Sicht der Betroffenen sehen und nicht aus der Sicht einer fiktionalen Macht....
  • Wolfgang Hürlimann 28.05.2020 15:02
    Highlight Highlight Sorry aber alles was dem Plan der Partei nicht entspricht, wird als nicht existent notorisch geleugnet, verfolgt, bestraft und durch Propaganda zunichte gemacht. China weicht keinen Millimeter von seinen Zielen ab, egal was andere sagen und denken, siehe die Massnahmen gegen Hongkong oder die Drohungen zu Taiwan. Es ist naiv, zu glauben dass China mit dem Ausbau der Seidenstrasse und seinen Rohstoffen keinen politischen Einfluss auf die Welt ausüben will, so geschehen in den letzten Wochen zum Statement der EU gegenüber dem WHO Bericht zu Covid19. Mehr Skepsis gegenüber China ist angebracht.
    • mrmikech 28.05.2020 18:58
      Highlight Highlight @Wolfgang Hürlimann: Ach, China macht einfach was Europa und USA die letzte paar hundert Jahr gemacht haben, und immer noch machen. China hat - bis jetzt - auf Kriege verzichtet, lass uns hoffen das bleibt so.

Analyse

Trio infernal: Trump, Putin – und die Deutsche Bank

Der russische Geheimdienst hat in Afghanistan ein Kopfgeld auf amerikanische Soldaten ausgesetzt. Warum reagiert der US-Präsident nicht? Und welche Rolle spielt die Deutsche Bank?

Am vergangenen Freitag hat die «New York Times» einmal mehr eine News-Bombe platzen lassen: Gemäss einer streng vertraulichen Einschätzung sind die amerikanischen Geheimdienste zur Überzeugung gelangt, dass eine russische Spionageeinheit den Taliban ein Kopfgeld für getötete amerikanische Soldaten und andere Nato-Militärs versprochen hat.

Präsident Donald Trump soll bereits im März darüber informiert worden sein. In den vergangenen drei Jahren sind gegen 30 US-Soldaten getötet worden. Ob …

Artikel lesen
Link zum Artikel