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North Carolina's District 10 Elector Glenn Pinckney Sr. speaks to the media in front of his fellow state Electors before they rehearsed for tomorrow's electoral college vote in Raleigh, North Carolina, U.S., December 18, 2016.     REUTERS/Jonathan Drake

Die republikanischen Elektoren von North Carolina üben am Tag vor der Sitzung (18.12.2016). Bild: JONATHAN DRAKE/REUTERS

Heute besiegelt das Electoral College Trumps Sieg – oder doch nicht? 



Die Amerikaner haben ihren Präsidenten gewählt, gewonnen hat mit fast drei Millionen Stimmen Vorsprung Hillary Clinton. Tja, so funktioniert das aber in Amerika nicht. Faktisch wählt die Bevölkerung keinen Kandidaten, sondern Elektoren. Und diese kommen heute zusammen, um den Präsidenten zu wählen. In einem normalen Jahr eine Pro-Forma-Übung, aber diesmal könnte es Probleme geben. Wer sind diese Elektoren und was machen sie genau? Und was passiert, wenn Trump nicht genügend Stimmen erhält? Acht Fragen und Antworten:

Was passiert heute?

Die total 538 Elektoren kommen heute (immer am ersten Montag nach dem zweiten Dienstag im Dezember) in den Hauptorten ihres jeweiligen Bundesstaats zusammen und schreiben die Namen des künftigen Präsidenten und Vizepräsidenten auf zwei separate Stimmzettel. Es gibt also 50 Elektoren-Sitzungen sowie eine im Bundesbezirk D.C. Diese werden im Anschluss in die Hauptstadt geschickt.

Was passiert dann?

Die Stimmzettel werden am 6. Januar 2017 von den versammelten Abgeordneten und Senatoren im Kongress gezählt. Der Vize-Präsident als Vorsitzender des Senats (aktuell Joe Biden) wird das endgültige Resultat bekannt geben. Derjenige Kandidat mit mindestens 270 Elektorenstimmen (538/2+1) wird der neue Präsident.

Sind die Elektoren an den Volkswillen gebunden?

Nein. Es gibt kein Bundesgesetz, das sie verpflichtet, sich an das Wahlresultat ihres Heimatstaats zu halten. 29 Staaten kennen zwar solche Gesetze, die «treulose Elektoren» bestrafen. Doch den Akt an sich können sie nicht verhindern. Viele Juristen sind sich zudem einig, dass diese Gesetze in einem konkreten Anwendungsfall und Rechtsstreit als verfassungswidrig erklärt würden.

Die Elektoren wählen den Präsidenten – aber wer wählt die Elektoren?

«Quis custodiet ipsos custodes?» («Wer wird die Wächter selbst bewachen?»), brachte schon der römische Dichter Juvenal das Dilemma auf den Punkt. Grundsätzlich nominieren die politischen Parteien ihre Elektoren. Dabei handelt es sich in der Regel um treue Parteisoldaten. Dies können lokale Parteifunktionäre und sogar Abgeordnete sein, aber sie dürfen kein politisches Amt auf Bundesebene ausüben.

Warum also die ganze Aufregung?

Da es sich bei den Elektoren um verdiente Vertreter der jeweiligen Partei handelt, kann in aller Regel davon ausgegangen werden, dass sie am Stichtag dann auch für ihren Kandidaten stimmen. Das ist dieses Jahr anders: Der siegreiche Kandidat Donald Trump polarisiert auch in der Republikanischen Partei in einem Ausmass, dass einige Elektoren mit dem Gedanken spielen, nicht für ihn zu stimmen.

Wie rechtfertigen die treulosen Elektoren ihren Vertrauensbruch?

Sie berufen sich einerseits auf ihr Recht, nach eigenem Gutdünken abzustimmen und auf ein Zitat von Verfassungsvater Alexander Hamilton. In den Federalist Papers sagte dieser sinngemäss, die Elektoren sollen darauf schauen, dass kein ungeeigneter Kandidat Präsident wird. Im Prinzip könnte man einwerfen, diese Frage sei durch den Wähler entschieden worden. Allerdings machte Hillary Clinton knapp drei Millionen Stimmen mehr als Donald Trump.

Heisst das, Trump wird doch nicht gewählt?

Es gibt bislang keinerlei Anzeichen, dass genügend republikanische Elektoren Trump die Gefolgschaft versagen. Mindestens 37 müssten dies tun, damit seine Mehrheit von 306 Elektorenstimmen unter die Schwelle von 270 fallen würde. Dann müsste das laut Verfassung das republikanisch dominierte Abgeordnetenhaus den Präsidenten wählen. Hier wäre davon auszugehen, dass Trump doch noch gewählt würde. Dennoch wäre das für ihn eine grosse Schmach.

Was würde passieren, wenn Trump nicht gewählt wird?

Für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass heute ein anderer Kandidat als Trump auf 270 Elektorenstimmen kommt, müsste mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Trump selbst und seine Anhänger würden das kaum akzeptieren. Der Druck auf die Elektoren ist entsprechend hoch. Sie erhalten seit Tagen tausende von Briefen und E-Mails, in denen ihnen von beiden Seiten ins Gewissen geredet wird. Auch Todesdrohungen befinden sich darunter.

Was passiert, wenn Trump nicht gewählt wird, mag man sich eigentlich nicht vorstellen. 

Was passiert, wenn er sein Amt antritt, eigentlich auch nicht.

Happy New Year.

Trumps Regierungsmannschaft

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59
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59Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mein Lieber 19.12.2016 13:54
    Highlight Highlight Mimimi.... immer noch nicht drüber hinweg Herr Ramezani? ;-)
    • sdv520 19.12.2016 14:13
      Highlight Highlight liest wohl nicht gerne herr chrutundchabis,ganz zu schweigen von zu verstehen versuchen mimimi
    • mein Lieber 19.12.2016 15:26
      Highlight Highlight Ich kommentiere grundsätzlich nur Artikel die ich komplett lese. Der schlechte-Verlierer-Ton schwingt jedoch mal wieder sehr deutlich mit, das ist bloss schlecht verpackter Frust-Journalismus.
    • mein Lieber 20.12.2016 07:32
      Highlight Highlight Danke für Ihren fast lesenswerten Wortschwall. An der Analyse der konsumierten Medien müssen wir noch etwas arbeiten, aber im Ansatz gefällt mir der freche Ton.
  • Beobachter24 19.12.2016 13:54
    Highlight Highlight @Kian
    Mit dem Eingangsatz des Artikels offenbarst Du stellvertretend für das ganze watson Team einen Mangel an Demokratieverständnis, der sich durch die ganzen Wahl-News wie ein roter Faden zieht.

    Das hat begonnen mit der einseitigen, verzerrenden Berichterstattung und wurde fortgesetzt mit dem "Nachtreten" nach der Wahl - oft genug in populistischer oder boulevardesker Art.

    Dass ein guter Teil der Artikel abgeschrieben wurde von gewissen US Leitmedien macht es nicht besser. Viel eher wirft es die Frage auf, nach welcher Agenda watson sich eigentlich richtet.
    • Kian 19.12.2016 14:03
      Highlight Highlight Wir versuchen hier lediglich den Ablauf des Electoral College zu erklären, mehr nicht.
    • phreko 19.12.2016 14:09
      Highlight Highlight Don't feed the troll!
    • Calvinandboby 19.12.2016 14:58
      Highlight Highlight Ich liebe es wenn jemand sagt " du bist falsch" dann jedoch nicht erklärt was genau daran fehlerhaft ist weil er zu sehr damit beschäftigt ist zu sagen das jemand anderes Falsch ist. Fast wir Trump und sein dummes "crooked Hillary'.
  • TanookiStormtrooper 19.12.2016 13:46
    Highlight Highlight Derweil bei den Clintons:
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  • Karl Müller 19.12.2016 12:56
    Highlight Highlight "Allerdings machte Hillary Clinton knapp drei Millionen Stimmen mehr als Donald Trump"

    Das stimmt natürlich schon. Dass Problem ist aber, dass sich mit diesem System der Volkswille der Gesamt-USA gar nicht ermitteln lässt. Wenn jede Stimme direkt entscheiden könnte, wäre eventuell das Wahlverhalten auch ganz anders.
    • bcZcity 19.12.2016 15:32
      Highlight Highlight Daher sind die USA auch nur eine Schein-Demokratie.
  • Wilhelm Dingo 19.12.2016 12:55
    Highlight Highlight Ist übrigens auch in der Schweiz so, dass nicht immer die Mehrheit bestimmt, wir haben das Ständermehr welches das Volksmehr bodigen kann.
    • loplop717 19.12.2016 13:10
      Highlight Highlight Aber das Volksmehr kann hier eben auch das Ständemehr bodigen im gegensatz zu den USA
    • Karl Marx 19.12.2016 13:14
      Highlight Highlight Bei uns wird der Bundesrat/Bundespräsident aber auch nicht direkt gewählt.
    • Karl Müller 19.12.2016 13:16
      Highlight Highlight @Wilhelm Dingo: Das Ständermehr wurde nach Protesten von Impotenten und Frauen längst abgeschafft!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 19.12.2016 12:33
    Highlight Highlight Das Trump nicht präsident wird muss viel passieren.

    1. müssten genügend stimmen so wählen das Trump nicht die Mehrheit bekommt
    2. Wenn 1 zutrifft und die Clinton ebenfalls nicht die Mehrheit hat muss das Representatenhaus abstimmen
    3. Würde das Representantenhaus nicht Trump wählen sondern die Clinton

    JA DANN!!! wäre Trump nicht präsident. Insofern ist es unmöglich das er nicht gewählt wird. Zu viele "Wenns" "Falls" etc.
    • Cachesito 19.12.2016 12:56
      Highlight Highlight Danke für die präzise Ausführung. Hab mir diese Frage auch schon gestellt
    • JoeyOnewood 19.12.2016 14:08
      Highlight Highlight So wie ich das Verstanden habe, könnte das Räpresentanten Haus auch Mister/Misses X als Präsidenten wählen, oder nicht? Und das wäre im Republikanisch geprägten Haus dann doch eher wahrscheinlich, dass man dann zum Beispiel Mitt Romney oder Marco Rubio zum Sieg verhilft, statt Hillary Clinton.
    • Kian 19.12.2016 14:16
      Highlight Highlight Sie müssen laut Verfassung aus den drei Kandidaten auswählen, welche die meisten Elektorenstimmen erhalten haben. Das wären höchstwahrscheinlich Donald Trump, Hillary Clinton und vielleicht irgendein republikanischer Sprengkandidat (z.B. Gouverneur John Kasich).
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 19.12.2016 12:29
    Highlight Highlight Die Elektoren wählen heute, ausgezählt wird aber erst am 6.1.? Wie transportieren die die Wahlzettel nach Washington, zu Fuss? Die können doch das Ergebnis bekannt geben, sobald der letzte Wahlzettel eingetroffen ist...
  • Luis Cypher 19.12.2016 12:22
    Highlight Highlight Hilary hatte knapp 3 Mio. Stimmen mehr und verliert trotzdem. Das muss man sich mal vorstellen. Der Milchbüechli-Vetternwirtschaft-Approach von Trump wird wenige Amis ganz ganz reich und einflussreich machen. Immerhin hat er einen guten Coach und Mentor mit viel Erfahrung auf dem Gebiet.
    • Hiroto Inugami 19.12.2016 12:43
      Highlight Highlight Bei Hilary wär das bestimmt ganz anders, sie ist dem Establishment ja Lichtjahre entfernt?!
    • Luis Cypher 19.12.2016 14:09
      Highlight Highlight Immerhin war sie Senatorin und Aussenministerin. Kann nicht schaden, so als Präsidentin auch was von Politik zu verstehen. Aber viel Geld erben und einen schönen Teil davon verbrennen ist sicher auch keine schlechte Qualifikation für den Job. Und dann einen Duzfreund von Putin zum Aussenminister machen. Das schreit ja fast schon nach einem weiteren 'great investment'.
    • phreko 19.12.2016 14:12
      Highlight Highlight Hillary hätte sich nicht gleich PERSÖNLICH bereichert. Da ist schon ziemlich win Unterschied auszumachen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hiroto Inugami 19.12.2016 12:17
    Highlight Highlight Trump wird locker durch gewunken, das ist doch keinen Artikel wert?!?
    • Calvinandboby 19.12.2016 15:04
      Highlight Highlight Bedauerlicher Weise ja. Stell dir mal die ganzen Witze vor wenn es anders wäre. Ein Meer neuer Memes. HERRLICH
  • malu 64 19.12.2016 12:16
    Highlight Highlight Der schlimmste Albtraum wird weitergehen!
    • Hiroto Inugami 19.12.2016 12:49
      Highlight Highlight Welcher Alptraum, deiner?
    • René Obi 19.12.2016 15:36
      Highlight Highlight Mit Trump der Albtraum für unsere künftigen Generationen. Wichtigstes Thema: Klima. Mit Trump eine 180 Grad falsche Politik. Ausserdem hat der Irre den Finger am Abzug. Wenn ihm Putin dann doch etwas frech kommt, oder die Chinesen sich ihm widersetzen... nicht auszudenken, wozu der fähig wäre...
    • Hiroto Inugami 19.12.2016 15:58
      Highlight Highlight Dir ist aber schon klar, dass unser Klima nicht mit der Verschmutzung unsererseits zu tun hat oder lediglich gering? Und bitte mach mir einen Gefallen, bilde dir deine eigene Meinung und hör auf den Teufel an die Wand zu malen, danke!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lii 19.12.2016 12:06
    Highlight Highlight My name is Alexander Hamilton and there's a million things I haven't done, but just you wait... ♫
    • Lii 19.12.2016 15:18
      Highlight Highlight Mein Handystartbild passt ja auch ganz wunderbar 😄
      Benutzer Bild
  • Tom Garret 19.12.2016 11:53
    Highlight Highlight Ich bin mir sicher die Wahl wird ganz normal durchgeführt und Trump durchgewunken. Es ist viel zu späht da noch was zu machen, das hätte man vorher tun sollen... Ich würde fast wetten es wird kein einziger anders stimmen als er soll. Es wäre für die meisten Amis auch ein Verrat an der Demokratie, welche die USA immer so hochhält und das will sich doch keiner aufstempeln lassen denke ich...
    • RatioRegat 19.12.2016 12:51
      Highlight Highlight Nun, der einzige Zweck des Electoral Colleges besteht darin als Korrektiv zu dienen, um völlig ungeeignete Präsidenten zu verhindern.
      Wollte man ein solches Korrektiv nicht, so würde man den Präsidenten direkt wählen - und dann hätte Hillary gewonnen.

      Es darf also vom Electoral College erwartet werden, dass es seine einzige Aufgabe wahrnimmt und verhindert, dass jemand wie Trump Präsident wird.
  • dnsd 19.12.2016 11:50
    Highlight Highlight Bisher hat er vieles richtig gemacht. Ich hoffe er hört weiterhin auf Peter Thiel...
  • dmark 19.12.2016 11:41
    Highlight Highlight Es müsste schon viel geschehen, dass ein Elektor der Republikaner für eine(n) Demokraten abstimmt. Da fällt vorher schon eher die Hand ab.
    • dunou 19.12.2016 11:53
      Highlight Highlight Muss er auch nicht. Er kann für einen anderen republikanischen Kandidaten abstimmen, z.B. John Kasich
    • Duscholux 19.12.2016 11:54
      Highlight Highlight Einige Elektoren wollen deshalb einem anderen Republikaner die Stimme geben.
    • Hayek1902 19.12.2016 12:22
      Highlight Highlight Einige demokratische Elektoren wollen einen Republikaner wählen. Da wäre es nicht unwahrscheinlich, dass ein paar Republikaner abspringen und sich anschliesseb. Allerdings wohl kaum genug, dass es für das absolute Mehr nicht mehr reicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • René Obi (1) 19.12.2016 11:17
    Highlight Highlight Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    • Tom Garret 19.12.2016 11:56
      Highlight Highlight Was ist denn die Hoffnung? Stelle sich mal vor Hillary würde nun so gewählt. Was da los wäre. Die hätte ja nicht wirklich die Legitimation Präsidentin zu sein. Auch mit 2.5Mio Stimmen mehr nicht, denn das System funktioniert nun mal anders... Und Trump und seine Anhänger würden das ja nicht akzeptieren, es wäre am Ende schlimmer als ein Präsident Trump. Und ich denke die Elektoren sind sich das schon bewusst...
    • Calvinandboby 19.12.2016 15:12
      Highlight Highlight Warte erstmal bis Trumps Anhänger aus dem Volk bemerken das "Verbesserung der US-AMERIKANISCHEN Wirtschaft auf ein nie dagewesenes.." nicht bedeutet das sie profitieren sondern lediglich die Elite reicher und mächtiger wird. Dann bricht auch die Hölle aus.
    • René Obi 19.12.2016 15:14
      Highlight Highlight Tja, Tom. Hillary ist aus dem Spiel. Es wird auch nie 40 Elektoren geben, die Hillary wählen. Aber... und das ist die Hoffnung... vielleicht gibt es genügend Republikanische Elektoren, die zusammen mit den Demokraten einen gemässigteren Republikaner, z.b. Kasich, wählen.

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