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Opossum-Art wurde für ausgestorben gehalten und taucht wieder auf

In Westpapua wurden die knuffigen Ringelschwanzbeutler wiederentdeckt.
In Westpapua wurden die knuffigen Ringelschwanzbeutler wiederentdeckt. Bild: Australian Museum: Carlos Bocos

Winzige Opossum-Art galt 6000 Jahre als ausgestorben – nun ist sie wieder aufgetaucht

Totgeglaubt lebt länger: In Westpapua haben Forschende gleich zwei Opossum-Arten wiederentdeckt, die lange als ausgestorben galten.
08.03.2026, 17:0608.03.2026, 17:06
Tim Kröplin / watson.de

Wenn Tiere aussterben, ist das tragisch. Widerlegen sie jedoch die Annahme ihres Aussterbens, ist das ein Erfolg für den weltweiten Artenschutz. Genau das trifft jetzt auf zwei winzige Opossum-Arten zu.

Bei der einen handelt es sich um die Zwerglangfingerbeutelratte. Ihr auffälligstes Merkmal: ein besonders langer Finger an jeder Hand. Lange galt die Art als ausgestorben. Nun ist sie in Westpapua wieder aufgetaucht.

Zweite Entdeckung sorgt für ordentliche Überraschung

Fast zeitgleich wurde in derselben Region eine weitere Opossum-Art entdeckt, von der man ebenfalls sicher glaubte, sie sei längst verschwunden: der Ringelschwanzbeutler. Er besitzt einen langen, greiffähigen Schwanz, mit dem er sich an Ästen festhalten kann.

Schon ein lebendes Exemplar einer vermeintlich ausgestorbenen Art zu finden, ist selten. Gleich zwei wiederzuentdecken, sei dagegen «bemerkenswert», schreiben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einer Studie, die in der Zeitschrift «Records of the Australian Museum» erschienen ist.

Tauchen tot geglaubte Lebewesen plötzlich wieder auf, hat das fast etwas Biblisches. Genau deshalb sprechen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in solchen Fällen von einem sogenannten «Lazarus-Taxon». Der Begriff bezieht sich auf die biblische Figur Lazarus, die Jesus nach seinem Tod wieder zum Leben erweckt haben soll.

Wie die Wiederentdeckung gelang

«Die Entdeckung eines Lazarus-Taxons ist aussergewöhnlich», sagte der australische Wissenschaftler Tim Flannery. Den Forschenden gelang die Wiederentdeckung, indem sie Teile eines wissenschaftlichen Puzzles zusammensetzten.

Sie durchsuchten jahrzehntealte Fossilien, seltene Fotografien und Museumsstücke nach Hinweisen, bevor sie schliesslich abgelegene Regionen Neuguineas aufsuchten. Flannery sprach mit lokalen Ältesten der Clans Tambrauw und Maybrat – Gemeinschaften, die teilweise erst seit den 1960er-Jahren in engerem Kontakt mit der Aussenwelt stehen.

Ohne deren Hilfe, heisst es in der Studie, wäre die Identifizierung der Tiere nicht möglich gewesen. «Sie sind sehr traditionsbewusste Leute», sagte Flannery. «Und sie betrachten unter anderem das Gleithörnchen als so heilig, dass sie es nicht nur nicht jagen, sondern sogar vermeiden, seinen Namen auszusprechen.»

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