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E-Autos könnten sich in Afrika rasch durchsetzen

Autos fahren auf einer belebten Stra
Schneller als Europa: In Äthiopien wurde der Import von Verbrenner-Autos verboten.Bild: www.imago-images.de

ETH-Studie zeigt: Darum könnten sich E-Autos in Afrika rasch durchsetzen

Eine neue Studie von Schweizer und afrikanischen Forschern zeigt: Dank Solarstrom könnten Elektroautos in Afrika viel früher rentabel werden als bislang erwartet.
13.01.2026, 13:1813.01.2026, 13:43

Der Fahrzeugbestand in Afrika dürfte sich bis 2050 verdoppeln. Laut einer neuen Studie könnten Elektrofahrzeuge dabei eine grössere Rolle spielen als bisher angenommen.

Die Frage sei nicht, ob Mobilität zunehme, sondern wie, schrieb die ETH Zürich in einer Mitteilung vom Dienstag.

Dank Solarstrom könnten Elektroautos dabei in vielen Ländern Afrikas viel früher rentabel werden als bislang erwartet. Dies berichten Forschende der ETH Zürich, des Paul Scherrer Instituts (PSI) und der afrikanischen Universitäten Makerere University, University of Port Harcourt und Stellenbosch Universit im Fachmagazin «Nature Energy».

Laut der Studie könnten Elektroautos vor 2040 günstiger sein als Verbrenner. Bisherige Modelle gingen davon aus, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor in Afrika bis Mitte des Jahrhunderts dominieren würden.

Voraussetzung ist, dass die Elektroautos mit Solarstrom aus einer eigenen kleinen Anlage geladen werden, unabhängig von oft unzuverlässigen oder nicht vorhandenen Stromnetzen.

Was die Studie untersucht hat

Für ihre Analyse verglichen die Forschenden die Gesamtbetriebskosten und die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus. Sie untersuchten drei Antriebsarten: Verbrenner mit fossilen Treibstoffen, Verbrenner mit synthetischen Treibstoffen (E-Fuels) und Elektroautos, die über eine vom Stromnetz unabhängige Solaranlage geladen werden.

Die Untersuchung umfasste 52 afrikanische Länder, sechs verschiedene Fahrzeugsegmente – von Zweirädern bis zu Kleinbussen – und die Zeithorizonte 2025, 2030 und 2040.

Die Ergebnisse zeigen, dass mit Solaranlagen geladene Zweiräder bereits 2030 wirtschaftlich konkurrenzfähig sind. Bis 2040 sollen Elektroautos in allen untersuchten Fahrzeugklassen und in den meisten Ländern die günstigere Variante sein.

Hohe Finanzierungskosten

Als grösstes Hindernis für eine rasche Elektrifizierung des Personenverkehrs in Afrika identifiziert die Studie die hohen Finanzierungskosten. In vielen afrikanischen Ländern sind Kredite teuer, weil Investitionen als riskant gelten, wie die ETH in der Mitteilung erklärt. Das trifft Elektrofahrzeuge besonders, da sie höhere Anfangskosten haben.

Elektroauto

Die Studienautoren leiten daraus politische Empfehlungen ab. Anstatt auf Subventionen für den Fahrzeugkauf zu setzen, sollten Regierungen und Finanzinstitutionen Massnahmen zur Risikominderung bei der Finanzierung ergreifen, forderten sie in der Studie. Dazu gehören Garantien oder Mischfinanzierungen. Dies würde die Kapitalkosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit von E-Autos direkt verbessern.

(sda)

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Die beliebtesten Kommentare
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Okay, Boomer
13.01.2026 14:01registriert Juli 2022
Sogar Afrika ist innovativer als die USA des orangefarbenen Kindergärtners im Weissen Haus.
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SBRUN
13.01.2026 14:31registriert September 2019
Wenn man all die Assistenten wieder weglässt, das Auto so ausgereift ausliefert dass ständige SW Updates kein Thema sind, die unsinnig teuren LED Scheinwerfer weglässt, dito Heckbeleuchtung, dann könnte das für Afrika in Kombination mit Solarstrom eine sinnvolle Sache werden. Einfach ein Auto ohne Schnickschnack, das einfach nur zuverlässig fährt, Es braucht auch keine versenkten Türgriffe und Handy APP basierende Zentralverriegelung,
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