Digital
Elektroauto

Verschwinden Benzin-Autos schon bald? Diese Grafiken zeigen es

Der Automarkt ist im Umbruch.
Der Automarkt ist im Umbruch.Bild: Shutterstock

Werden Benzin-Autos wirklich verschwinden? Diese Grafiken zeigen es auf einen Blick

Die Verkäufe von Benzin- und Dieselautos brechen ein. Dafür kaufen Schweizer mehr Elektroautos. Der frühere Überflieger Tesla profitiert nicht davon, andere Marken umso mehr.
12.01.2026, 13:5412.01.2026, 20:22

Die Autoverkäufe in der Schweiz fallen auf den tiefsten Stand seit über 25 Jahren, wenn man die Pandemiezeit ausklammert – und der Markt wandelt sich rapide: E-Autos legen wieder zu, Hybrid-Autos sind am beliebtesten und klassische Benziner und Diesel werden zu Auslaufmodellen.

Auf Herstellerebene gilt: Tesla verliert, Skoda profitiert und die Chinesen bringen sich in Stellung. Aber natürlich gibt es noch andere spannende Entwicklungen.

Schweizer kaufen mehr E-Autos, aber …

53’250 neue Elektroautos kamen 2025 auf Schweizer Strassen, knapp 6700 mehr als ein Jahr zuvor. Damit sind deutlich über 250'000 reine E-Autos eingelöst, was einem Anteil am Bestand der Personenwagen von mehr als 5 Prozent entspricht. Mit dem erneuten Wachstum erobern batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) einen Marktanteil von 22,8 Prozent an den Neuzulassungen. Aber: Mit 15 Prozent ist die Wachstumsquote nur halb so gross wie in Europa. Selbst mehrere Schwellenländer in Asien und Südamerika sind drauf und dran, die Schweiz bei der Elektromobilität zu überflügeln.

Auch wenn teilelektrische Plug-in-Hybrid-Autos dazugenommen werden, kommen elektrifizierte Autos auf nur 34 Prozent an den Neuzulassungen (+6 Prozentpunkte). Rund jeder dritte Neuwagen von 2025 fährt also zumindest teilweise mit Strom. Bund und Wirtschaft verfehlen aber ihre eigene Zielvorgabe von 50 Prozent elektrifizierten Autos bis Ende 2025 deutlich.

23 Prozent der 2025 gekauften Neuwagen sind vollelektrische E-Autos (BEV). Aber E-Autos setzen sich in der Schweiz langsamer durch als in vielen anderen Ländern.

Benziner und Diesel brechen ein

Auch klassische Hybridautos ohne Ladeanschluss, die allerdings kaum CO₂ einsparen, legten nochmals leicht zu. Hybride machen inzwischen ein gutes Drittel, konkret 35 Prozent der Neuzulassungen, aus.

Die Verkäufe von herkömmlichen Benzin-Autos gingen um 20 Prozent zurück, Diesel-Autos brachen um 29 Prozent ein. Der Marktanteil von Benzinern ist in wenigen Jahren von 60 auf 24 Prozent gefallen, jener von Diesel-Autos von 40 auf 7 Prozent. Zusammen erreichen sie weniger als ein Drittel der Neuzulassungen.

Swiss eMobility-Direktor Krispin Romang bilanziert: «Nach der Stagnation der vergangenen Jahre stellen wir wieder einen Aufwärtstrend fest. Doch der Markt wächst langsamer als nötig. Die CO₂-Zielwerte 2025 wurden nicht erreicht.» Da zu wenig Stromer verkauft wurden, drohen den Autoimporteuren laut dem Verband Auto Schweiz dieses Jahr Strafen in dreistelliger Millionenhöhe.

Der VW-Konzern fährt allen davon

Der VW-Konzern baut seine Führung im Schweizer Stromer-Markt aus. Mit einem E-Auto-Wachstum von rund 35 Prozent – weit über dem Marktdurchschnitt von 15 Prozent – kontrollieren die VW-Marken ein Drittel des Elektroauto-Marktes. Der frühere Dominator Tesla schrumpft und hält noch rund 12 Prozent am E-Auto-Segment. Geely aus China mit Marken wie Volvo und Polestar, BMW inklusive Mini und Hyundai-Kia folgen knapp dahinter.

Der VW-Konzern mit den Marken Skoda, Audi, Cupra und Porsche baut die Führung aus.

Beim VW-Konzern konnten alle Marken – VW, Audi, Cupra und Porsche – mehr E-Autos absetzen. Die Deutschen profitieren primär davon, dass die Tochtermarke Skoda ihre E-Auto-Verkäufe verdoppelte.

Weitere Autokonzerne mit nennenswerten Anteilen am E-Auto-Markt sind Renault-Nissan sowie Stellantis mit Marken wie Peugeot, Citroën, Opel und Fiat.

Tesla bricht ein …

2025 verkaufte Tesla bei uns 28 Prozent weniger Autos als im Vorjahr, obwohl insgesamt 15 Prozent mehr Elektroautos gekauft wurden.

Tesla-Verkäufe in der Schweiz von 2020 bis 2025

Mit dem Einbruch im Jahr 2025 ist Tesla auf das Verkaufsniveau von 2021 zurückgefallen.
Mit dem Einbruch im Jahr 2025 ist Tesla auf das Verkaufsniveau von 2021 zurückgefallen.bild: @piloly

Für das schwache Ergebnis dürfte Teslas kleine und zunehmend überalterte Modellpalette, Elon Musks politische Aktivitäten und zahlreiche neue E-Modelle von Rivalen gleichermassen von Bedeutung sein.

Tesla war in den letzten zehn Jahren fast durchgängig die populärste E-Auto-Marke der Schweiz. Doch die Absatzprobleme in anderen Ländern zeigen sich auch hierzulande: Konnten die US-Amerikaner 2024 bei uns 8936 E-Fahrzeuge verkaufen, waren es 2025 noch 6448.

In der Schweiz wurden 2025 15 % mehr E-Autos gekauft, aber 28 % weniger Teslas.
In der Schweiz wurden 2025 15 % mehr E-Autos gekauft, aber 28 % weniger Teslas.

Im vergangenen Jahr ist Teslas Anteil an allen Pkw-Verkäufen auf unter 3 Prozent gefallen. Mit einer aussergewöhnlich grossen Auslieferungsmenge im Dezember verhinderte Elon Musks Autokonzern einen noch grösser Absturz. Dies sollte aber nicht mit einer nachhaltigen Erholung verwechselt werden. Auch 2026 dürfte für Tesla ein schwieriges Jahr werden, da die Konkurrenz immer schneller neue E-Modelle auf den Markt bringt.

… bleibt aber knapp die beliebteste E-Auto-Marke

Tesla blieb 2025 trotz Reputationsverlust mit einem winzigen Vorsprung die meistverkaufte E-Auto-Marke der Schweiz. Mit einem Schlussspurt im Dezember fingen die US-Amerikaner den Rivalen Skoda auf der Ziellinie ab. Ende Jahr standen 6448 Teslas 6307 elektrische Skodas gegenüber, eine Differenz von gerade mal 141 Fahrzeugen.

Tesla fing Skoda in der letzten Dezemberwoche noch ab und ist erneut die meistverkaufte E-Auto-Marke.

Noch im November sah es so aus, als würde der tschechische Autohersteller Skoda, der zum VW-Konzern gehört, erstmals die populärste E-Auto-Marke der Schweiz werden.

Zwar erzielte Skoda auch im Dezember rekordverdächtige E-Auto-Auslieferungen, aber Tesla konnte sich mit einem extrem starken Finish doch noch die E-Auto-Krone sichern. Anders als in den Vorjahren war es für Musks Autokonzern kein Start-Ziel-Sieg mehr, sondern ein hart umkämpftes Rennen.

Skodas E-Auto-Verkäufe gehen durch die Decke

Tesla und Skoda liegen in der Schweiz fast gleichauf in Führung – allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen: Während Tesla im Rückwärtsgang fährt, konnte Skoda seinen Stromer-Absatz nahezu verdoppeln (+97 % gegenüber 2024).

Skoda legte von 3204 E-Autos im Jahr 2024 auf 6307 Stück im abgelaufenen Jahr zu. Den Tschechen scheint es von allen Marken am besten zu gelingen, Verbrenner-Umsteiger und potenzielle Tesla-Kunden für sich zu gewinnen.

Skoda profitiert mutmasslich von Teslas Absatzproblemen.
Skoda profitiert mutmasslich von Teslas Absatzproblemen.

Mit gebührendem Abstand folgen Audi, VW, Volvo und BMW auf den Rängen drei bis sechs der meistverkauften E-Auto-Marken. Dahinter zeigt Renault einen Aufwärtstrend, der primär dem Erfolg des Elektrokleinwagens Renault 5 geschuldet ist.

Der Renault 5 ist der beliebteste Elektro-Kleinwagen

Der kleine Retro-Stromer aus Frankreich fährt im ersten Verkaufsjahr auf Rang 7 der meistverkauften E-Autos der Schweiz. In den Top 20 ist kein weiterer Elektrokleinwagen zu finden. Die vordersten Plätze werden von mittelgrossen und grossen Stromern dominiert.

Elektroauto Renault 5: Das E-Auto kostet in der Schweiz 25'000 Franken.
Die Nr. 7 bei den E-Autos in der Schweiz: Der kleine Renault 5 ist ab 24'900 Franken verfügbar.Bild: watson

Teslas Model Y bleibt das meistverkaufte E-Auto

Musk hin oder her: Tesla hat weiterhin eine grosse Fangemeinde in der Schweiz und das Model Y war im vergangenen Jahr trotz eines Verkaufsrückgangs um 23 Prozent einmal mehr das meistverkaufte E-Auto.

Auch eine günstigere Version des Model 3, die seit Dezember angeboten wird, könnte Tesla in diesem Jahr helfen, den früheren Verkaufsschlager zurück in die Top 10 zu bringen. Ob dies gelingt, wird stark davon abhängen, wie rasch die Rivalen ihre teils deutlich günstigeren E-Autos auf den Markt bringen.

Das im Frühjahr 2025 aufgefrischte Model Y bleibt das meistverkaufte E-Auto der Schweiz.

Das Model Y grüsst von Rang 1. Aber acht Modelle aus den Top 15 stammen aus dem VW-Konzern und zehn Modelle aus den Top 15 kommen von deutschen Herstellern.

Der Elektro-Neuling des Jahres kommt von Skoda

Die Nr. 2 bei den E-Autos in der Schweiz: Der Skoda Elroq wird in Tschechien gebaut und seit Februar 2025 ausgeliefert.
Die Nr. 2 bei den E-Autos in der Schweiz: Der Skoda Elroq wird in Tschechien gebaut und seit Februar 2025 ausgeliefert.

Skodas neuer Elektro-SUV Elroq schlägt in der Schweiz voll ein. Der mittelgrosse SUV fuhr 2025 aus dem Stand auf Rang 2 der beliebtesten Elektroautos.

In diesem Jahr haben die Tschechen mit dem kleineren und günstigeren Skoda Epiq den nächsten potenziellen Verkaufshit in den Startlöchern. Der Elektro-SUV wird bei rund 25'000 Euro starten (Schweizer Preise sind noch nicht bekannt), während das günstigste Tesla-Modell mindestens 37'000 Franken kostet.

Mehr Infos zu Skodas Elektro-Kleinwagen:

Die China-Hersteller legen los

2025 sind die chinesischen Marken in der Schweiz angekommen. Prozentual deutliche Zuwächse erreichten MG, Leapmotor und BYD, allerdings auf noch niedrigem Niveau. Das Trio belegt mit jeweils weniger als 1000 E-Auto-Verkäufen die Ränge 20, 21 und 25. Ein Blick auf andere europäische Länder, wo die Chinesen ein, zwei Jahre früher losgelegt haben, lässt erahnen, dass sich dies bald ändern könnte. In mehreren europäischen Ländern verkauft BYD bereits mehr E-Autos als Tesla.

Elektroauto
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Es wird mir schlecht» – Toggi und Baroni im Polestar-Testdrive
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
249 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Fondue
12.01.2026 14:11registriert Januar 2015
Ich gebe mein Elektroauto nicht mehr her, super zufrieden. Erst hatte ich noch bedenken über das übliche, wo laden, reichen die Kilometer usw. Hat sich herausgestellt das es weder ein Problem ist, noch irgendwie stört. Mittlerweile ist auch mein Vermieter eingeknickt und hat die ganze Tiefgarage elektrifiziert.
13317
Melden
Zum Kommentar
avatar
Vitai Lampada
12.01.2026 14:07registriert Dezember 2022
Das Verbrennen von fossilen Treibstoffen jeglicher Art kann nicht die Zukunft sein.
Wenn die Regierung die Rahmenbedingungen verbessern würde, wären wir bald bei wesentlich höheren Zahlen.
9816
Melden
Zum Kommentar
avatar
Snowy
12.01.2026 14:46registriert April 2016
Hybride sind ein komplettes Unding.

Dann noch lieber einen sparsamen Benziner kaufen, aber Hybride vereinen das Schlechte aus beiden Welten (Verbrenner und Elektro).
Und am Schluss hat man einen schweren und langsamen/ineffektiven Zwitter, weil sowohl der E-Motor als der Verbrenner nicht voll/richtig ausgebaut sind.
Zumal man ständig E-Motoren, Batterie, Verbrennungsmotor und Tank mit sich rumträgt. 

Einziger "Vorteil": Die Reichweitenangst.
Man kann jederzeit im Schlaf aufwachen und sich spontan entscheiden nach Holland durchzublochen ohne eine einzige 15-min Pipi-Pause.
Wer kennts nicht.
9729
Melden
Zum Kommentar
249
Bedarf nach mehr RAM: Samsung erhöht Preise wohl bald um 50 Prozent
Grosse Chip-Hersteller haben ihre Konditionen für zentrale Komponenten zuletzt deutlich nach oben geschraubt. Das wird 2026 auch direkt für die Konsumentinnen und Konsumenten spürbar.
Preiserhöhungen gehören im Technikmarkt inzwischen fast schon zur Routine. Smartphones, Tablets und andere Elektronikprodukte werden in immer kürzeren Abständen teurer, oft schon kurz nach Markteinführung oder sogar mitten im Produktzyklus.
Zur Story