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Blick in ein Forschungslabor von Biontech.
Blick in ein Forschungslabor von Biontech.Bild: sda

So viel soll der neue Corona-Impfstoff kosten

11.11.2020, 07:4111.11.2020, 07:43

Die Hoffnung, mit einer Impfung die Corona-Pandemie bald in den Griff zu bekommen, hat sich am Montag schlagartig erhöht. Die Biotechunternehmen Pfizer und Biontech meldeten, dass ihr Impfstoff eine über 90-prozentige Sicherheit bietet, wie Resultate zeigten. Jetzt wartet die Welt gespannt auf die detaillierten Resultate – und die definitive Zulassung.

Doch wie viel wollen die Unternehmen, die einen Impfstoff gegen Covid-19 auf den Markt bringen, daran verdienen? Und wie viel wird die Impfung dereinst für den Endkunden kosten?

Der von Pfizer/Biontech entwickelte Impfstoff soll in den USA zu einem Preis von 20 Dollar an den Start gehen, schreibt der «Tagesanzeiger». Der Preis ergibt sich offenbar aus der Vorbestellung: Die USA haben 100 Millionen Dosen für knapp 2 Milliarden Dollar gesichert. Das heisst, die Impfung kostet pro Person 40 Dollar, weil es für die nachweisliche Wirksamkeit zwei Impfungen braucht.

Die Pharma-Multis betonen, dass man mit dem Corona-Impfstoff nicht das grosse Geschäft machen wolle – zumindest nicht sofort. Sein Konzern werde einen «sehr, sehr kleinen Gewinn» machen, betonte Pfizer-Chef Albert Bourla im Sommer. Jedenfalls «zu diesem Zeitpunkt». Man kann also damit rechnen, dass es im weiteren Verlauf mehr Profit für das Pharmaunternehmen wird.

Auch der britische Konzern Astra-Zeneca versicherte bereits, dass er aus der Pandemie keinen Gewinn ziehen will. Der US-Pharmamulti Johnson & Johnson teilte im Sommer mit: «Wir sind dazu verpflichtet, der Gesellschaft eine sichere und effektive Impfung zum Notfalleinsatz während der Pandemie auf Non-Profit-Basis zur Verfügung zu stellen».

Wie hoch die Preise für deren allfälligen Impfstoff sein wird, ist nicht bekannt. Den bislang höchsten bekannten Preis gemäss Tagesanzeiger peilt derzeit Moderna an. Eine Impfdosis soll bis zu 37 Dollar kosten. Neben Astra-Zeneca hat die Schweiz auch bei Moderna Vorreservierungen getroffen.

Olav Zilian, Pharmaspezialist beim Broker Mirabaud Securities, begründet dies gegenüber dem Tagesanzeiger wie folgt: «Moderna ist ein noch junges Unternehmen, das noch keine Therapie auf dem Markt hat, deshalb wollen sie nun mit Covid das grosse Geschäft machen und ihre Investoren zufriedenstellen».

Das Rennen, wer den ersten Impfstoff auf den Markt bringt, scheint in der Endphase. Ein lohnendes Geschäft dürfte es so oder so werden. Kommt hinzu: Marketingkosten, die sonst einen grossen Anteil bei Pharmakonzernen ausmachen, fallen praktisch weg.

Entscheidend für den Preis, glaubt Zilian, sei die Wirksamkeit der einzelnen Impfstoffe. «Der Preis für eine Impfung wird sich auch nach Wirksamkeit und Sicherheit bemessen», sagt er. Die Impfung, die nachweislich am besten wirkt, dürften sich auch teurer verkaufen lassen. (meg)

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