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Impfpflicht und Lockdown: Diese 5 Massnahmen gelten ab Montag in ganz Österreich

Ein dreiwöchiger Lockdown, Homeoffice-Pflicht, FFP2-Maskenpflicht und kein Präsenzunterricht mehr an Schulen: So will Österreich die 4. Welle stoppen. Und das ist noch nicht alles.
19.11.2021, 11:3719.11.2021, 14:13
Samuel Schumacher / ch media
Bild: keystone

Vor wenigen Tagen noch hatte Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg einen neuen Lockdown für alle kategorisch ausgeschlossen. Nach intensiven Beratungen mit den Lokalregierungen und Experten vergangene Nacht aber schwenkte der konservative ÖVP-Regierungschef um:

«Wir müssen der Realität ins Auge schauen: Zu viele von uns haben sich unsolidarisch verhalten und damit enormes menschliches Leid verursacht.»

Die politischen Kräfte, die gegen die Corona-Massnahmen ankämpfen, würden ein «Attentat auf unser Gesundheitssystem verüben», sagte Schallenberg am Freitagmorgen. Die tragischen Konsequenzen davon sehe man derzeit in den überfüllten Kliniken etwa in Salzburg und Oberösterreich.

Innenminister Karl Nehammer, Bundeskanzler Alexander Schallenberg und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein
Innenminister Karl Nehammer, Bundeskanzler Alexander Schallenberg und Gesundheitsminister Wolfgang MücksteinBild: keystone

Um die Corona-Katastrophe abzuwenden, hat sich die Regierung daher für folgende fünf Massnahmen entschieden, die ab kommendem Montag in ganz Österreich gelten:

Lockdown bis am 12. Dezember

Ab Montag geht das ganze Land für drei Wochen in den Lockdown. Läden und Restaurants müssen schliessen, alle Veranstaltungen werden abgesagt, die Präsenzpflicht an den Schulen fällt weg. Betreuungsangebote für Kinder soll es weiterhin geben. Die Massnahmen gelten für alle, auch die Geimpften und die Genesenen. Nach zehn Tagen soll die Situation erneut evaluiert werden. Klar ist: Der Lockdown wird für alle Ungeimpften auch nach dem 12. Dezember weitergehen.

Homeoffice für alle

Alle Beamten des Bundes müssen ab Montag zuhause bleiben. Private Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Angestellten das Homeoffice möglich zu machen, wenn das organisatorisch geht.

FFP2-Maskenpflicht in geschlossenen Räumen

Ab Montag müssen alle - auch Geimpfte und Genesene - eine medizinische FFP2-Maske tragen, sobald sie in einen geschlossenen Raum treten. Die strenge Maskenpflicht gilt auch am Arbeitsplatz. Für Missachtungen sind saftige Bussen vorgesehen.

Grüner Pass verliert schnell Gültigkeit

Schon sieben Monate nach der zweiten Impfung soll das Impfzertifikat - in Österreich «Grüner Pass» genannt - seine Gültigkeit verlieren. Auf der anderen Seite sind die Booster-Impfungen sowohl bei den klassischen Vektor-Impfstoffen als auch bei den neuen mRNA-Immunisierungen bereits vier Monate nach der Zweitimpfung möglich. Die Impfinfrastruktur wird massiv heraufgefahren, um den erwarteten Ansturm auffangen zu können.

Generelle Impfpflicht ab Februar

Die rechtlichen Grundlagen würden zwar noch erarbeitet, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein von den Grünen. Verfassungsrechtlich aber sei eine generelle Impfpflicht für alle im Fall der Corona-Immunisierung legitim. Deshalb hat die Bundesregierung beschlossen, dass ab 1. Februar 2022 landesweit ein Impfobligatorium gilt. Wer sich der Impfung verweigert, muss mit hohen Bussen rechnen.

Bild: keystone

Die radikalen Massnahmen werden von den Grünen, der SPÖ und der ÖVP mitgetragen. Die drei Parteien haben in Österreich eine politische Mehrheit. Es gilt deswegen als sicher, dass die beschlossenen Massnahmen genau so umgesetzt werden, wie sie am Freitagmorgen angekündigt worden sind.

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226 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Les Paul
19.11.2021 11:53registriert März 2014
«Wir müssen der Realität ins Auge schauen: Zu viele von uns haben sich unsolidarisch verhalten und damit enormes menschliches Leid verursacht.»

Enough said
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Rocky Balboa
19.11.2021 11:56registriert Dezember 2020
Uns wird der Lockdown wahrscheinlich dann über Weihnachten drohen. Leider.....

.... Es wäre ohne möglich gewesen, wenn alle am selben Strick gezogen hätten und nicht ihr eigens Glöcklein gebimmelt hätten!
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Frechsteiner
19.11.2021 12:00registriert März 2019
Hoffe, dass man in der Schweiz etwas vernünftigere Massnahmen wählt für die, die Aktiv etwas zur Bekämpfung beigetragen haben, so würde ich mich verarscht fühlen.
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