Israel
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
TEL AVIV, ISRAEL - JUNE 29:  (ISRAEL OUT) Israelis hold a poster showing the three missing Israeli teenagers, as they attend a rally under the slogan 'Bring Our Boys Home' on June 29, 2014 in Tel Aviv, Israel.Thousands of people gathered in Tel Aviv's Rabin Square on Sunday evening for a rally calling for the release of the three Israeli teens who were kidnapped more than two weeks ago.  (Photo by Lior Mizrahi/Getty Images)

Bild: Getty Images Europe

Tel Aviv

Zehntausende gehen für die entführten israelischen Teenager auf die Strasse



Zehntausende Israelis haben am Sonntag in Tel Aviv ihre Solidarität mit den vor zwei Wochen im Westjordanland verschleppten israelischen Jugendlichen bekundet. Die Teilnehmer der Kundgebung beteten und sangen. 

Die ebenfalls anwesenden Mütter der drei entführten Jugendlichen richteten Appelle an die Kidnapper zur Freilassung ihrer Söhne. Der gewählte Präsident Reuven Rivlin, der Anfang Juli sein Amt antritt, rief die internationale Gemeinschaft im israelischen Radio auf, sich nicht mit einer Verurteilung der Tat zufrieden zu geben. 

«Vielmehr muss gehandelt werden, um die Freilassung der drei jungen Israelis zu erreichen», sagte Rivlin. Die drei Talmudschüler im Alter zwischen 16 und 19 Jahren waren am 12. Juni im Westjordanland verschleppt worden. Israel macht die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas für die Entführung verantwortlich - was diese bestreitet. 

An Israeli woman holds a sign with the images of the three missing Israeli teenagers at a rally in Rabin Square in the coastal city of Tel Aviv, June 29, 2014. Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu said on Sunday that Israel would not

Bild: BAZ RATNER/REUTERS

Die israelische Armee hatte danach den grössten israelischen Militäreinsatz im Westjordanland seit einem Jahrzehnt gestartet, um die Jugendlichen und ihre Entführer zu finden. Bei den Razzien wurden bislang fünf Palästinenser getötet und dutzende weitere verletzt. Fast 400 Palästinenser wurden festgenommen, zwei Drittel von ihnen sind Mitglieder der Hamas. 

Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Ziel im Süden des von der Hamas regierten Gazastreifens wurde nach palästinensischen Angaben am Sonntagabend ein Palästinenser getötet. Der Angriff nahe der Stadt Chan Junis sei von einer israelischen Drohne geflogen worden, hiess es. 

Ein israelischer Armeesprecher sagte, der Angriff habe «Terroristen» gegolten, die den Abschuss von Raketen auf israelisches Gebiet vorbereitet hätten. 

Protestcamp aufgelöst 

Die israelische Polizei hat am Sonntag ausserdem ein Protestcamp hunderter afrikanischer Flüchtlinge an der Grenze zu Ägypten gewaltsam aufgelöst. Wie das israelische Fernsehen berichtete, wurden die Flüchtlinge, die sich der Räumung widersetzen, in Busse gezwungen, die sie zurück in das Flüchtlingslager Cholot in der Negevwüste oder in ein Gefängnis bringen sollten. 

Die Flüchtlinge aus Eritrea und dem Sudan hatten die «unmenschlichen Lebensbedingungen» in Cholot angeprangert. Am Freitag hatte fast die Hälfte der 2300 Insassen des Lagers den Tagesmarsch zur ägyptischen Grenze zurückgelegt. 

Derzeit leben in Israel etwa 50'000 Flüchtlinge aus Eritrea und dem Sudan. Wegen der schweren Menschenrechtsverletzungen in ihren Heimatländern schiebt Israel sie nicht dorthin ab, will aber ihren dauerhaften Verbleib im Land verhindern. 

Um sie zur Ausreise in afrikanische Drittländer zu veranlassen, hatte die Regierung im Dezember das Lager Cholot errichtet. Dort können bis zu 3300 Migranten auf unbegrenzte Zeit untergebracht werden. Die Insassen dürfen Cholot tagsüber verlassen, müssen sich aber morgens, mittags und abends zu einem Zählappell einfinden. Eine Arbeitserlaubnis gibt es für die Insassen nicht. (rey/sda/afp) 

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Interview

«Wir haben den Impfstoff» – wie israelische Forscher gegen das Coronavirus kämpfen

Ein Forschungsteam aus Israel hat einen Impfstoff gegen das Coronavirus gefunden. Im Interview erklärt CEO David Zigon, wie die weiteren Schritte aussehen und wann die Impfung auf dem Markt sein könnte.

Im israelischen Norden, wenige Kilometer von der libanesischen Grenze weg, könnte sie liegen. Die Antwort, auf die die Welt seit Wochen wartet. Über 3000 Menschen starben laut der Weltgesundheitsorganisation WHO bereits am Coronavirus, um die 89'000 sind infiziert. Rund 45'000 Menschen weltweit waren infiziert und haben sich unterdessen erholt. In der Schweiz liegt die Zahl der bestätigten Fälle bei 24.

Die Ankündigung des israelischen «Migal Research Center» kommt da wie gerufen: Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel