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Italien zerrte letztes Jahr über 13'000 mögliche Steuerhinterzieher vor Gericht und das ist noch lange nicht alles

09.04.2015, 00:11

Die italienische Finanzpolizei hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr mehr als 13'000 mutmassliche Steuerhinterzieher vor Gericht gebracht. In mehr als der Hälfte dieser Fälle seien dem Staat überhaupt keine Einnahmen gemeldet worden, teilte die Behörde mit.

Matteo Renzi, Ministerpräsident von Italien. Sei Land leidet darunter, dass es mit den Steuern fast niemand genau nimmt. 
Matteo Renzi, Ministerpräsident von Italien. Sei Land leidet darunter, dass es mit den Steuern fast niemand genau nimmt. Bild: Francois Mori/AP/KEYSTONE

Im selben Zeitraum seien 146 Bürger wegen Steuervergehen ins Gefängnis gekommen und Güter im Wert von 1.2 Milliarden Euro beschlagnahmt worden, hiess am Mittwoch weiter.

Der Bericht der für Steuer- und Finanzkriminalität verantwortlichen Behörde bietet von der Steuerhinterziehung bis zur Schwarzarbeit einen Querschnitt nahezu aller Probleme, unter denen Italiens Wirtschaft leidet. So wurden bei 32 Prozent aller untersuchten Kassenbelege Unregelmässigkeiten festgestellt.

Insgesamt entdeckte die Behörde fast 12'000 Schwarzarbeiter und mehr als 13'000 Menschen in einem ungeregelten Arbeitsverhältnis. Über 5000 Arbeitgeber wurden vor Gericht gebracht.

Ebenso geht aus dem Bericht hervor, dass beinahe 670 Millionen Euro europäischer Hilfsgelder unbegründet bezogen oder beansprucht wurden. Wegen Korruption und der Zahlung von Schmiergeldern bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen brachte die Finanzpolizei 933 Verdächtige vor Gericht und 44 davon in Haft.

Im Zusammenhang mit der ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der Finanzpolizei fallenden Untersuchung von möglichen Mafia-Vermögen wurden Güter im Wert von 3.3 Milliarden Euro beschlagnahmt und weitere im Wert von 733 Millionen Euro dem italienischen Staat übereignet. (feb/sda/dpa)

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