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Gerettet, aber noch nicht in Sicherheit. Solche Bilder gehören im Mittelmeer dieses Jahr bereits zum Alltag.
Gerettet, aber noch nicht in Sicherheit. Solche Bilder gehören im Mittelmeer dieses Jahr bereits zum Alltag.Bild: EPA/MOAS.EU/DPA

Auch wenn es keine Toten gab: Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer geht weiter – wieder mussten über 3400 Menschen gerettet werden

Ein französisches Marineschiff hat im Mittelmeer vor der libyschen Küste mehr als 200 in Seenot geratene Flüchtlinge gerettet. Insgesamt waren am Samstag nach Angaben der italienischen Küstenwache 16 Schiffe an mehreren Rettungseinsätzen beteiligt.
03.05.2015, 01:5603.05.2015, 07:46

Es war wieder ein schwieriges Wochenende auf dem Mittelmeer. Die italienische Küstenwache teilte mit, dass bei Einsätzen vor der Küste Libyens insgesamt 3427 Menschen gerettet worden seien. Wie die Seepräfektur in der südfranzösischen Hafenstadt Toulon mitteilte, war unter anderem das Patrouillenboot «Commandant Birot» für den «Triton»-Einsatz unter Leitung der EU-Grenzschutzagentur Frontex unterwegs. Das französische Marineschiff nahm insgesamt 217 Menschen von drei Booten auf. Zwei mutmassliche Schleuser wurden festgenommen. Flüchtlinge und Schleuser sollen nun den italienischen Behörden übergeben werden.

Ein weiteres Boot mit geretteten Flüchtlingen, das in Lampedusa einfährt.
Ein weiteres Boot mit geretteten Flüchtlingen, das in Lampedusa einfährt.Bild: AP /ap

Allein am Samstag waren 13 Schiffe an mehreren Rettungseinsätzen beteiligt, darunter neben dem französischen Patrouillenboot vier Schiffe der Küstenwache, zwei italienische Marineschiffe, zwei Frachter, zwei Schlepper sowie zwei Boote des italienischen Zolls. Allein die italienische Fregatte «Bersagliere» nahm 778 Migranten auf, das italienische Patrouillenschiff «Vega» weitere 675 Migranten.

Schleuserbanden machen sich das durch den Bürgerkrieg in Libyen entstandene Chaos zunutze, um immer mehr Migranten auf oft kaum seetüchtigen und überladenen Schiffen in Richtung Europa zu schicken. Allein in den ersten Monaten dieses Jahres kamen dabei im Mittelmeer mehr als 1750 Flüchtlinge ums Leben - 30 Mal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die bislang grösste Katastrophe ereignete sich Ende April, als beim Untergang eines völlig überladenen Schiffes vor der Küste Libyens möglicherweise mehr als 800 Menschen starben.

Neun Millionen pro Monat 

Nach den Flüchtlingstragödien beschlossen die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel Ende April, die Mittel für die «Triton»-Überwachungsmission zu verdreifachen. «Triton» hat seitdem statt drei rund neun Millionen Euro pro Monat zur Verfügung.

Neben der EU-Mission haben Ärzte ohne Grenzen und die auf Malta registrierte gemeinnützige Stiftung Migrant offshore aid station (Moas) ihren eigenen Rettungseinsatz ins Leben gerufen. Ihr Schiff «MV Phoenix» brach am Samstag von Malta aus zu einer sechsmonatigen Mission im Mittelmeer auf. Ausgerüstet ist das Schiff mit einer Drohne zur Ortung von in Seenot geratenen Booten. Bei einem ähnlichen zweimonatigen Einsatz war das Schiff im vergangenen Jahr an der Rettung von rund 3000 Menschen beteiligt gewesen.

 (feb/sda/afp)

Zivile Schiffe als Retter im Mittelmeer

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Zivile Schiffe als Retter im Mittelmeer
quelle: epa/dpa / opielok offshore carriers / opielok offshore carriers
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