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Kinder, Geburtstag, Kindergeburtstag

Party mit Hut: Die Überraschung will genau geplant sein. Shutterstock.com

Kindergeburtstag: «Einladung aus der Hölle»

Der Aufwand für einen Kindergeburtstag ist nicht ohne. Ein Paar hat es nun aber übertrieben: In einer E-Mail gaben sie den Gästen so ausführliche Geschenk-Anweisungen, dass sie im Internet verspottet werden.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Eltern müssen eine Menge Dinge tun, die ihnen vorher kein Mensch erklärt hat. Zu den Herausforderungen dieser Art gehört der Kindergeburtstag. Wie viele Kinder einladen? Mottoparty? Welche Spiele? Süssigkeiten? Drinnen oder draussen? Zur (eigenen) Entspannung einen Film zwischendurch? Was kommt in die Partytüte?

Die Summe der Entscheidungen gibt den eingeladenen Gästen einen recht intimen Einblick ins Familienleben: Wie kreativ sind die Eltern? Wie halten sie es mit gesunder Ernährung? Mit Filmen? Kindergeburtstage werden unter Eltern zuweilen rezensiert wie eine Opernaufführung, das macht die Sache nicht einfacher. Ein Kindergeburtstag ist also in gewissem Sinne eine innen- und aussenpolitische Veranstaltung zugleich. Das Kind muss glücklich, der Ruf sollte danach möglichst nicht im Eimer sein.

Das kann man auch entspannter sehen, sagen Sie? Stimmt, einerseits. Andererseits gibt es da eine E-Mail von Eltern, deren Sohn offenbar bald ein Jahr alt wird und die es im Internet gerade als «Einladung aus der Hölle» zu einiger Berühmtheit bringt. Und aus der sich die Frage ergibt: Wie sehr sollten sich Eltern einen Kopf machen?

Die Eltern bitten darin um vier Geschenke: Einen Spieltunnel, ein Spielzelt, ein Buch und einen wannenförmigen Tisch, den man mit Wasser füllen kann. Dazu Links zu den Produkten und der Hinweis, dass eine weitere Wunschliste an eine Oma und eine Tante des Kleinen verschickt worden sei, «um Dopplungen zu vermeiden».

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Zweifel an der Dringlichkeit der Vorschläge bleiben nicht. «Wenn ihr diese Dinge nicht bekommt, sagt Bescheid, dann kaufen wir sie für ihn.» Wer es sich nicht nehmen lassen will, selbst etwas auszusuchen, muss Bedingungen erfüllen: Immer den Bon beilegen, für den möglichen Umtausch. Schliesslich schlage der Muttermilchersatz mit 80 Dollar pro Woche zu Buche. Stichwort Buch: Das bitte (bis auf das konkret benannte) nicht schenken, denn der Junior habe bereits 32 Bücher im Regal stehen, «25 weitere Bücher warten auf ihn im Vorrat, wenn er 3+ Jahre alt ist (und im Moment hasst er es, wenn wir versuchen, ihm vorzulesen).»

«Meine Schwester ist auch so»

Wer jetzt denkt: «Na gut, dann eben ein Käppi mit seinem Namen drauf», sollte Bedingung Nummer 3 beachten: Kleidung mit Namen drauf steigere das Risiko für Kidnapping, «deswegen müssen wir seinen Namen nicht auf Kleidung oder Spielzeug rumposaunen (er bekommt ein personalisiertes Geschenk von [geschwärzt], aber das kommt nur drinnen zum Einsatz)».

Jemand veröffentlichte die anonymisierte E-Mail vor zwei Tagen auf dem Portal Imgur. Von wem genau sie stammt, ist nicht bekannt. Ob authentisch oder nicht – die E-Mail hat ganz offensichtlich einen Nerv getroffen: Rund drei Millionen Menschen haben sich den Brief inzwischen angesehen, Hohn und Spott sammeln sich in Tausenden Kommentaren auf Reddit.com.

«Ich frage mich», schreibt jemand, «ob sie seine Legosteine zählen, um sicherzugehen, dass er nicht zu viele hat.» Andere erkennen eigene Verwandte in der E-Mail wieder: «Meine Schwester ist auch so. Um sie zu ärgern, kaufe ich jedes Jahr etwas komplett Bescheuertes, das meine Nichte mit Sicherheit nicht brauchen kann.» Arme Nichte.

Ein anderer schlägt Ergänzungen vor: «Bei der Veranstaltung ist Abendgarderobe erwünscht. Wir haben die Nummern von zwei Schneidern beigefügt, die euch helfen, die richtige Kleidung zu bekommen. Wir würden es zu schätzen wissen, wenn ihr nur zu diesen Schneidern geht.» Die meisten empören oder belustigen sich an dem geschäftsmässigen Ton, Persiflagen machen in Form von ganzen Vertragswerken für die Geburtstagsgäste die Runde.

Es gibt aber auch vereinzelt andere Meinungen: «Bin ich der Einzige, der das nicht für eine grosse Sache hält?», schreibt «Notme222». «Schaut doch aus, als würden sie versuchen, die Sache pragmatisch anzugehen.»

bim

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