Weshalb du bei «Project Hail Mary» für den Abspann sitzen bleiben solltest
Ryan Gosling als Nerd, der sich mit einem einsamen Stein-Alien anfreundet und gemeinsam mit ihm die Welt rettet: «Project Hail Mary» zieht derzeit Millionen Menschen ins Kino.
Allein für die Bildsprache lohnt sich ein Kinobesuch: Für den Sci-Fi-Epos wurde kein einziger Greenscreen verwendet. Die Bilder sind beeindruckend und lassen die Zuschauerinnen und Zuschauer auch nach zwei Stunden noch staunen.
Es lohnt sich zudem, für den Abspann sitzen zu bleiben. Dafür arbeitete das Filmstudio mit dem Astrofotografen Rod Prazeres zusammen. Während die Credits laufen, sind im Hintergrund seine Fotografien zu sehen. Prazeres nutzt Teleskope und Langzeitbelichtungen, um Aufnahmen des Weltalls zu machen – der Prozess für ein einzelnes Bild dauert mehrere Tage.
Der Fotograf erstellt seine Bilder mithilfe einer motorisierten Halterung, die den Himmel während der Erdrotation nachführt und sich synchron dazu bewegt. So bleibt das Motiv stabil im Bildausschnitt und verwackelt nicht. Anschliessend nimmt er über mehrere Nächte hinweg Hunderte von Langzeitbelichtungen auf – mit Belichtungszeiten von jeweils fünf bis zehn Minuten. Diese Aufnahmen werden am Ende übereinandergelegt.
«In der Regel nutze ich bei meinen Aufnahmen spezielle Schmalbandfilter – etwa Wasserstoff-Alpha oder Sauerstoff-III. Diese filtern gezielt bestimmte Wellenlängen aus dem Licht heraus, das von den Gasen in Nebeln ausgesendet wird. Dadurch lassen sich selbst sehr feine Strukturen sichtbar machen, die ohne diese Technik kaum oder gar nicht erkennbar wären», sagt er gegenüber PetaPixel.
Dem Filmstudio stellte er auch sternlose Varianten seiner Bilder zur Verfügung. Dadurch bleibt die Schrift der Credits im Vordergrund gut leserlich.
Auf seiner Webseite schreibt Prazeres, es sei «etwas sehr Kraftvolles, wenn Zuschauerinnen und Zuschauer echte Fotos des Weltalls sehen»:
Die meisten seiner Aufnahmen entstehen übrigens in seinem Garten in Brisbane.
