DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
bild: shutterstock
Emma Amour

Die Nacht, als ich sein «Ich liebe dich» an eine andere entdeckte

Emma liebte Lukas. Lukas liebte Tina. Das erfuhr sie, als er sich einmal in seinen E-Mail-Account einloggte – und vergass sich abzumelden. Emma über die schlimmste Nacht ihres Lebens.
09.03.2018, 12:3510.03.2018, 07:35

Wir hatten das ganze Wochenende zusammen verbracht. Für mich war es so viel mehr als nur ein bisschen zusammen abhängen und Spass haben. Ich liebte Lukas.

Wir kannten uns bereits eine Weile. Ich war schon hin und weg, als wir uns zum ersten Mal begegneten. An einer WG-Party. Ich war mit meinem Freund da, er mit seiner Freundin.

Ein paar Monate später standen wir an einem Konzert nebeneinander. Ich war getrennt. Er in Trennung. Wir tauschten Nummern. Es folgten ein paar Dates und ein langer Spaziergang durch die Nacht.

Mit Lukas war sogar ein grauer Regentag so bunt und toll wie ein Universum aus 100 Tonnen Konfetti. An Lukas’ Seite war alles leicht, unbeschwert, schön. Bei Lukas hatte ich Herzklopfen.

Freie Sicht auf seine Inbox

Irgendwann der erste Kuss. Wir waren nüchtern – und schüchtern. Und ich sehr verliebt. Als ich mir eines Abends genug Mut antrank, offenbarte ich ihm meine Gefühle. Die er nicht erwiderte.

Statt die Geschichte zu beenden, redete ich mir ein, okay mit der Unverbindlichkeit zu sein. Über ein Jahr lang führten wir eine Art Beziehung. Gemeinsame Ferien, Alltagsroutine und Sonntage auf der Couch inklusive.

Ich gewöhnte mich an Lukas. Und an unsere Beziehung, die offiziell keine war. Bis zu diesem einen Sonntag im Spätherbst, als er meine Wohnung verliess, war alles gut. Ich klappte meinen Laptop auf, der mir freie Sicht auf Lukas’ Inbox gewährte. Lukas hatte sich in seinen E-Mail-Account eingeloggt, um mir was zu zeigen. Nur ausgeloggt hat er sich nicht.

Tina da, Tina dort, überall Tina!

Ich starrte auf den Bildschirm. Tina. Überall Tina. Die letzte Mail erreichte ihn vor ein paar Stunden. Gut möglich, dass wir da in meiner Badewanne lagen.

Wohlwissend, dass ich gerade einen Vertrauensbruch begehe, fing ich an zu lesen. Und hörte nie wieder auf. Ich machte nur eine kurze Pause, um Zigaretten zu holen. Ich rauchte Kette, hörte Herzschmerz-Schnulzen und heulte Rotz und Wasser.

Lukas und Tina. Sie seit einem Jahrzehnt in einer Beziehung. Trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Den Mails entnehme ich, dass sich die beiden mehrfach getroffen und geküsst haben. Mehr lief offenbar nicht. Zumindest nicht im realen Leben. Was sie sich hier aber hin und her schickten, war ein Softporno untermalt mit aufkeimender Liebe.

Ich hatte nichts gemerkt. Es war kurz nach vier Uhr, als ich bei der Mail ankam, die mir das Blut in den Adern vollends gefrieren liess. Da waren sie. Die drei magischen Worte. Die ich mir so wünschte. Die ich nie bekam. Weil sie Tina gehörten. In grossen Lettern stand da geschrieben:

«Ich liebe dich, Tina.»

Seit dieser Geschichte sind fünf Jahre vergangen. Tina und Lukas wurden nie ein Paar. Lukas und ich auch nicht. Er hat derweil fast keine Haare mehr. Und die wenigen, die er noch hat, sind grau.

Geschieht ihm recht.

Er sieht trotzdem immer noch wahnsinnig gut aus.

Ich hasse Lukas. Und ein bisschen liebe ich ihn eventuell möglicherweise je nach Zyklus und ob ich aus Langweile gerade all seine sozialen Netzwerke gestalkt habe, immer noch. So wie jetzt gerade.

Scheisse.

Adieu,

Diese zehn Fussballgrössen haben ihre Frau betrogen:

Tinder-Tipp: Lass die Finger von diesen 11 Tinder-Typen!

Video: watson/Lya Saxer, Knackeboul, Madeleine Sigrist

Hast du eine Frage?

Dann schick sie per Mail an Emma: emma.amour@watson.ch

Emma Amour ist ...
... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons neue Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch jeden Freitag deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe.
bild: shutterstock/unsplash/watson

Mehr von Emma Amour:

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Schweizer Gerichte, die die Welt nicht versteht

Liebe Schweizer, bevor ihr euch über kulinarische Merkwürdigkeiten aus fernen Gefilden mokiert – Chicken and Waffles oder Chicharrones oder Lammfleisch mit Pfefferminzsauce, irgendwer? –, haltet doch schnell inne und bedenkt: Die Schweiz ist sehr, sehr klein und die eigenen Geschmacksvorlieben als Norm auf ausländische Esstraditionen anzuwenden, wäre einerseits arrogant und andererseits ein Eigentor. Letzteres weil gewisse Schweizer Gerichte ausserhalb helvetischer Gefilde schnell …

Artikel lesen
Link zum Artikel