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Vielleicht aber auch nicht, Emma. BIlder: Shutterstock / bearbeitung: watson

Emma Amour

Emma Amour öffnet ihre Inbox, Teil II (es wird schrecklich)

Von «Du häsh sho s Gfühl sigsh die geilsht» über «Willst du meinen riesigen Prügel reiten?» bis «Emma, fuck you»: Herzlich Willkommen in meinem E-Mail-Account, Freunde!



Ich liebe meine Inbox. Ich liebe sie eventuell überdurchschnittlich. Zumal es oft so ist, dass mich auch unfreundliche virtuelle Briefe erreichen. Was es genau über mich aussagt, dass die mich manchmal am meisten amüsieren, weiss ich auch nicht. Wissen aber sicher die vielen Hobbypsychologen, die mir ganze Analysen meiner Persönlichkeit schicken.

Das Gefühl jedenfalls, wenn ich meine Mails checke, ist vergleichbar mit dem Öffnen eines Kinderüberraschungseis anno dazumal, als wir uns sicher waren, dass eine Kinderüberraschung das Geilste auf der ganzen Welt ist. Finde ich übrigens immer noch. Also zumindest in Sachen Schokolade.

Pardon für den kleinen Exkurs.

Zurück zu meiner Inbox. Die ja eigentlich für deine Fragen da ist, liebe Userin und lieber User. Oder für reiche Ärzte, die wie Götter aussehen und mit links G-Punkt-Orgasmen schenken können. Letztere, hat meine Erfahrung gezeigt, sind nicht sehr weit vertreten, womit wir wieder bei deinen Mails sind, liebe Userin und lieber User. An dieser Stelle ein sehr grosses Danke für all dein Vertrauen, das du mir schenkst, wenn du dich mit deinen Problemen an mich wendest.

Und dann noch ein grosses «Merci» alle anderen, die mich (im Suff?) anbaggern, beschimpfen, analysieren oder mich über die Form, Grösse und Beschaffenheit ihrer Penisse unterrichten.

Zeit für ein kleines Best-of aus meiner Mail-Box. Viel Spass.

Seeker87 schreibt:

«Hey, ich mache heute Nacht Party in Zürich. Meld dich, wenn du richtig Spass haben willst: 079 *** ** **!»

Lieber Seeker87, mir ist schon klar, wer nicht wagt und so. Wer aber so einen billigen Shizzle schreibt, der halt auch nicht gewinnt. Was ich aber mag, ist der Spass meines Lebens. Den ich in dieser Nacht tatsächlich hatte. Weil ich mich nicht bei dir, sondern bei Suff-SMS-Sandro meldete. Merci, Sandro. <3

Simon K. schreibt:

«Du häsh sho s Gfühl sigsh die geilsht.»

Nicht ich, lieber Simon, meine Mutter hat das Gefühl. Nein, sie lebt es. Habe ihr auch schon mehrfach versucht klar zu machen, dass ich enorm viele Fehler habe. Glaubt sie nicht. Bin da mit dir und finde es auch anstrengend.

Ein Watson-Power-User schreibt:

«Hoi Emma, ich bin heute Abend im Club XY.»

Oder:

«Emma, heute Abend Date an Ort XY?»

Und dann wieder:

«Emma, heute bin ich im Club so und so, morgen im Club dies und das. Komm auch!»

Schau, lieber Power-User, ich verstehe es enorm gut, dass du deinen Voyeurismus befriedigen und wissen willst, wie ich aussehe, wie ich klinge, wie ich so bin. Guck mein Profilbild an. Genau so sehe ich aus. Und zwar schon morgens beim Aufwachen. Haha.

Ein beleidigter Trottel schreibt:

«Emma, fuck you!»

Wie um alles in der Welt kommst du auf die Idee, dass dir ein Date mit mir zusteht? Und wie um alles in der Welt zum zweiten kommst du drauf, dass es okay ist, ausfällig zu werden, wenn ich kein Date mit dir will? Und mal Hand auf dein unerzogenes Herz: Meine Intuition hat mich einmal mehr nicht im Stich gelassen. Weil nein, ich will keinen Typen daten, der so ist wie du. Das will übrigens keine. Think about it. Oder renn weiterhin gegen Wände. Mir wurscht.

Franziska schreibt:

«Hallo Emma, wie werde ich Sexkolumnistin?»

Frag mal Lina! Sie hat mich zu einer gemacht. Oder Snowy. Snowy weiss alles. 

Ein sehr unverbesserlicher Optimist schreibt (ständig):

«Hy Emma, Falls du wieder mal in einer Stunde zwei Körbe bekommst und du Spitz bist. Schreib mir. Kannst mich für schnellen Sex brauchen.»

Lieber nicht, aber melde du dich doch, wenn du eine schneller Auffrischung der wichtigsten grammatikalischen Regeln wünschst.

Hellboy84 schreibt:

«Hallo, ich habe gelesen deine Post und ich fühle mich fantastisch mit deinem Geschmack und total überrascht bin ich mit Gefühl... Uuu bin aber jetzt so heiss, ganze Körper komplett kommen mit dem Emotionen sehr voll. Ich bin dein... Kuss Kuss Kuss.»


Was?!

Rocco Siff-Fredi schreibt:

«Willst du meinen riesigen Prügel reiten?»


Danke für dein sehr gross-zügiges (Hihi!) Angebot, aber nein, danke. Zu grosse Penisse sind übrigens viel mehr Fluch als Segen. Aus schmerztechnischen Gründen. Ich will aber bei dir unbesorgt sein. Wahrscheinlich schätzt du deine Grösse komplett fehl ein. Ich will trotzdem nicht. Sorry. Und alles Gute. Und so.

Butterflylover78 schreibt:

«Emma, wie sehen deine Schamlippen aus? Wenn sie wie zart-süsse Schmetterlinge auseinanderlappen und somit einladend danach lechzen, mit Fingern und Zunge liebkost zu werden, melde dich jederzeit.»


Hab meine Schamlippen genau betrachtet. Wenig Schmetterling da. Aber darf ich dich freundlich an deine Pornoseite deines Vertrauens verweisen?

Mike schreibt:

«Du bisch völlig bindigsgstört!»


Du wirst es wissen, Bro!

So, das war's schon. Fürs Erste. Wir wollen ja nicht schon das ganze Pulver verschiessen. Und falls du mal reinschiessen willst. Oder mir deine Liebe erklären. Eine Frage stellen. Mich anbaggern. Mich von meinen «Issues heilen» (Haha!): emma.amour@watson.ch.

Ich freu mich. Glaubs.

Und nun machs gut. Wir lesen uns ja morgen bereits wieder. Und übermorgen. Olé!

Adieu,

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Falls du noch weiter in den Untiefen meines Postfachs stöbern möchtest, hier ist Teil I:

«Spam-Mails nerven! Und Spam-Telefonate!! Und Spam-Briefe!!!»

Video: watson/Yannik Tschan, Emily Engkent

Nimm das, Selfie-Kultur: Die belgische Antwort auf den Voyeurismus

Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

Hast du eine Frage?

Dann schick sie per Mail an Emma: emma.amour@watson.ch

Emma Amour ist ...

... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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